Die Forster Wohnungsbaugesellschaft (FWG) fordert nach dem in Kraft getretenen erweiterten Kündigungsschutz für Mieter die Unterstützung der Politik. Das hat Geschäftsführerin Dagmar Klinke gegenüber der Lausitzer Rundschau erklärt. Sie schließt sich damit einem Aufruf des Deutschen Mieterbundes im Land Brandenburg und des Verbandes Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen (BBU) an. Diese haben sich für finanzielle Hilfen von Bund und Land ausgesprochen. „Wir brauchen einen Sicher-Wohnen-Fonds“, so Rainer Radloff, Vorsitzender des Deutschen Mieterbunds Land Brandenburg, und BBU-Vorstand Maren Kern.

Coronabedingte Mietschulden werden laut Gesetz gestundet

Bundestag und Bundesrat haben beschlossen, den Kündigungsschutz bei nachweislich coronabedingten Mietschulden von zwei auf drei Monate zu verlängern. Die Regelung gilt zunächst für Mietzahlungen innerhalb des Zeitraums vom 1. April bis 30. Juni 2020, kann aber bei Bedarf noch bis zum 30. September 2020 verlängert werden. Die aufgelaufenen Mietschulden werden bis spätestens zum 30. Juni 2022 gestundet.

Notwendig seien direkte und unbürokratische finanzielle Hilfen. Als Ansatz nannten sie einen „Sicher-Wohnen-Fonds“, aus dem Mietzahlungen im Bedarfsfall teilweise oder ganz in Form von Zuschüssen gedeckt werden könnten.

Sollte der Bund mit der Einrichtung eines solchen Fonds nicht rasch vorankommen, müsste das Land einspringen. Darüber hinaus sollten Land, Landkreise und Kommunen auch dafür Sorge tragen, dass Anträge auf Grundsicherung oder Wohngeld so zügig und kulant wie möglich geprüft würden.

Gewerbekunden der Forster Wohnungsbaugesellschaft stellen Anträge

Bei der Forster Wohnungsbaugesellschaft sind die ersten Anträge auf Stundung von Mieten eingegangen. „Das sind Gewerbekunden, die ihre Läden oder Gaststätten schließen mussten“, sagt FWG-Geschäftsführerin Dagmar Klinke. Gemeinsam mit den Mietern soll eine für beide Seiten tragbare und wirtschaftlich interessengerechte Lösung gesucht werden, um die schwierige Zeit auch gemeinsam zu überstehen.

Die Unternehmen seien gefordert, alle Möglichkeiten im Rahmen der aufgelegten Hilfsprogramme zu nutzen, so Dagmar Klinke. Stundungsanträge in Größenordnungen würden die FWG in Schwierigkeiten bringen. Dagmar Klinke: „Wir können nicht die Krise schultern, dafür sind wir ein zu schwaches Glied.“