Betrug in Brandenburg: Mann verliert Zehntausende Euro an falsche Polizisten

Die Polizei in Südbrandenburg warnt Senioren vor Trickbetrügern. Aktuell mehren sich Fälle, in denen falsche Polizisten versuchen, an Bargeld oder Wertgegenstände zu kommen. (Symbolbild)
Bodo Marks/dpa- Südbrandenburg: Polizei warnt vor falschen Polizisten, die Senioren um Geld betrügen.
- In Gosda gab ein 60-Jähriger nach Anruf über 30.000 Euro zur angeblichen Prüfung heraus.
- Lübbenau und Senftenberg: Täter erschlichen Zugang, entwendeten Schmuck und Bargeld.
- Mehrere Versuche in Kolkwitz, Forst und Spremberg scheiterten, teils wurden Daten erfragt.
- Warnung: Täter manipulieren Nummern bis hin zur 110 – keine Wertsachen herausgeben, Notruf wählen.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Die Polizei in Südbrandenburg ermittelt aktuell in mehreren Betrugsfällen mit falschen Polizisten. Zuletzt wurden die Beamten am späten Mittwochabend nach Gosda (Gemeine Wiesengrund, Landkreis Spree-Neiße) gerufen.
Dort hatten sich unbekannte Täter bei einem 60-jährigen Mann zunächst telefonisch als Polizisten ausgegeben. Das ahnungslose Opfer wurde schließlich um mehrere Zehntausend Euro betrogen.
Die Täter hatten dem 60-Jährigen am Telefon erklärt, dass aktuell eine Bande ihr Unwesen treiben würde. „Daraufhin kam ein männlicher Tatverdächtiger zur besagten Anschrift, wo er dem Geschädigten mitteilte, dass er seine Geldscheine prüfen müsse“, berichtet Polizeisprecher Christian Nüßler von der Polizeidirektion Süd in Cottbus am Donnerstag (11. Juni). Anschließend habe der Betrüger mit über 30.000 Euro das Haus in unbekannte Richtung verlassen.
Falsche Polizisten auch in Lübbenau und Senftenberg unterwegs
Schon am Mittwochnachmittag hatten sich Betrüger als falsche Polizisten in Lübbenau und Senftenberg (Landkreis Oberspreewald-Lausitz) ausgegeben. Einer älteren Dame im Lübbenauer Ortsteil Ragow hätten sie glaubhaft gemacht, dass sie bei der Kriminalpolizei arbeiten würden und ihnen bei einer Festnahme ein Zettel mit ihren Personendaten in die Hände gefallen sei, berichtet Polizeisprecher Nüßler weiter.
Die Frau habe die beiden daraufhin in ihre Wohnung gelassen und ihnen gezeigt, wo sie ihre Wertsachen aufbewahrt. „Einer der Täter lenkte sie daraufhin ab, der andere nutzte die Gelegenheit, um Schmuck und Bargeld im Wert von mehreren tausend Euro zu entwenden.“
In weiteren Fällen hatten Betroffene aus Senftenberg und Lübbenau das falsche Spiel durchschaut, waren nicht auf die Täter eingegangen und hatten stattdessen bei der Polizei die Kontaktaufnahme durch falsche Polizisten angezeigt.
Weitere Vorfälle wiederum in Spree-Neiße wurden der Polizei bereits am Dienstag gemeldet. Polizeisprecher Nüßler berichtet, dass sich ein unbekannter Täter mehrfach als Polizist ausgegeben und telefonisch bei einer Frau und einem Mann aus Kolkwitz bei Cottbus Daten erfragt hatte. „Zu Betrugsfällen kam es glücklicherweise nicht.“
In Forst und Spremberg erging es zwei älteren Frauen ähnlich. In diesen Fällen hatten sich unbekannte Täterinnen als Polizistinnen ausgegeben und ebenfalls nach Daten gefragt. Zu Betrugsfällen kam es auch in diesen Fällen nicht.
Angebliche Polizistin ruft 84-Jährige in Spremberg an
Bei einem weiteren Vorfall in Spremberg wurde eine 84-Jährige abermals von einer angeblichen Polizistin angerufen. „Die unbekannte Täterin wollte Wertsachen abholen und sichern kommen, weil die ältere Dame auf einer Liste von Einbrechern stehen würde“, erklärt Christian Nüßler. „Glücklicherweise ließ sich die Frau nicht hinters Licht führen. Auch hier kam es zu keinen Schäden.“
Einer 82-Jährigen in Kolkwitz erging es hingegen deutlich schlechter. Sie gab unbekannten Tätern nach Aufforderung Bargeld im fünfstelligen Bereich und Schmuck heraus. Ob die Taten im Zusammenhang stehen, sei nun Teil der polizeilichen Ermittlungen, sagt der Polizeisprecher.
Notrufnummer 110 wird von Tätern manipuliert
Zugleich warnt er: „Immer wieder und unter verschiedensten Legenden werden besonders Seniorinnen und Senioren um ihr Erspartes gebracht. Ob Enkel, Neffe, Nichte oder auch Polizist – die Anrufer haben es immer auf Geld, Schmuck oder andere Wertgegenstände abgesehen.“
Demnach rufen vermeintliche Polizisten an, weil sie angeblich Hinweise auf Betrüger hätten und nun die Mithilfe der Angerufenen benötigten. „Wir haben bei Betrügern einen Zettel mit Ihrem Namen gefunden und brauchen Ihre Hilfe!“ Oder: „Ihre Tochter/Ihr Sohn hat schuldhaft einen Verkehrsunfall mit mehreren tödlich verletzten Personen verursacht.“
So oder so ähnlich würden Betrüger versuchen, die Angerufenen zu bewegen, Schmuck und Wertgegenstände für Untersuchungen vorübergehend auszuhändigen, oder auch Kontoverbindungen zu bekommen. „Dabei wird sogar die Telefonnummer manipuliert, sodass im Display ein tatsächlich existierender Polizeianschluss vorgegaukelt wird, manchmal auch die Notrufnummer 110“, erklärt Nüßler.
Polizei warnt eindringlich vor Trickbetrügern
Aber auch an der Haustür klingeln angebliche Polizisten, wollen wegen Einbrüchen in der Nachbarschaft ermitteln oder bieten Beratungen an und zeigen dabei gefälschte Dienstausweise vor. „Auch hier ist höchste Vorsicht geboten, wenn sich jemand erkundigen möchte, ob Ihr Geld/Schmuck sicher verwahrt ist“.
Grundsätzlich gibt Polizeisprecher Nüßler folgende Hinweise: „Seien Sie misstrauisch und geben Sie den Unbekannten keine Informationen über Wertgegenstände oder Bargeld. Ruft jemand unter der Notrufnummer 110 an, können Sie sicher sein: Hier ist ein Trickbetrüger am Werk. Informieren Sie sofort die richtige Polizei (Notruf 110), wenn Ihnen ein Anruf verdächtig vorkommt. Erstatten Sie Anzeige bei der Polizei, auch wenn kein Schaden entstanden ist. Seien Sie auch der Polizei (und anderen unbekannten Personen) gegenüber an der Haustür misstrauisch und rufen Sie die zuständige Dienststelle oder den Notruf an. Dort kann man den Einsatz bestätigen oder Ihnen Hilfe senden.“


