Betrug in Forst: Falscher Staatsanwalt prellt Frau um viele Tausend Euro

Immer wieder werden insbesondere Seniorinnen und Senioren Opfer von Trickbetrügern. Jetzt hat es eine Frau aus Forst getroffen. (Symbolfoto)
Karl-Josef Hildenbrand/dpa- Betrüger gab sich in Forst als Staatsanwalt aus und erpresste 15.000 Euro von einer Frau.
- Täter täuschte tödlichen Unfall ihres Sohnes vor und forderte Kaution zur Vermeidung der Festnahme.
- Polizei warnt vor häufigen Betrugsmaschen wie „Schockanrufen“ und falschen Behördenvertretern.
- Tipps der Polizei: Keine Kautionen zahlen, Identität von Behördenvertretern stets überprüfen.
- Häufige Tricks: Enkeltrick, falsche Polizisten, Gewinnmitteilungen, WhatsApp-Betrug.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Fiese Betrugsmasche: Eine Frau aus Forst (Landkreis Spree-Neiße) ist am Dienstag Opfer von Kriminellen geworden. Sie habe im Laufe des Tages einen sogenannten „Schockanruf von Betrügern“ erhalten, berichtet Polizeisprecher Jan Karden von der Polizeidirektion Süd in Cottbus.
Die Geschädigte habe den Beamten am Mittwochmorgen (26. November 2025) mitgeteilt, dass sich ein vermeintlicher Staatsanwalt bei ihr gemeldet und gesagt habe, dass ihr Sohn in einen tödlichen Verkehrsunfall verwickelt wäre. Damit dieser nicht festgenommen werde, solle sie eine Kaution in Höhe von 15.000 Euro zahlen.
Das völlig verwirrte Opfer ist der Aufforderung des falschen Staatsanwaltes tatsächlich nachgekommen. Die Ermittlungen dauern an, so der Polizeisprecher weiter. „In diesem Zusammenhang nochmals der ernstgemeinte Hinweis der Polizei: Immer wieder und unter verschiedensten Legenden werden besonders Seniorinnen und Senioren um ihr Erspartes gebracht.“
Jan Karden weiter: „‚Ihre Tochter/Ihr Sohn hat schuldhaft einen Verkehrsunfall mit mehreren tödlich verletzten Personen verursacht.‘ So oder so ähnlich versuchen Betrüger die Angerufenen zu bewegen, Schmuck und Wertgegenstände ‚für Untersuchungen vorübergehend auszuhändigen‘ oder erfragen auch Kontoverbindungen.“
Betrug in Forst (Lausitz): Das rät die Polizei
Der Polizeisprecher appelliert an potenzielle Opfer: „In keinem Fall werden sich Staatsanwälte, Gerichte oder die Polizei telefonisch oder persönlich an Sie wenden, um Bargeld oder gar Wertgegenstände, Schmuck oder Edelmetalle zur Abdeckung offenstehender Verfahren entgegenzunehmen. Kautionen in Form von Bargeld gibt es im deutschen Rechtssystem nicht. Vielmehr geht jeder Forderung ein Schriftwechsel voraus und Sie haben stets die Gelegenheit, sich die Legitimation eines Behördenvertreters von dessen Dienststelle bestätigen zu lassen. Seien Sie skeptisch und aufmerksam, wenn Unbekannte bei Ihnen anrufen und nur das Beste von Ihnen wollen – Ihr Geld!“
Eine Auswahl der gängigsten Betrugsmaschen in Brandenburg
Die Polizei im Land Brandenburg hat die wichtigsten Betrugsmaschen zusammengestellt. Eine Auswahl
- Anrufe falscher Polizeibeamter: Die Täter geben sich telefonisch gegenüber den Opfern als Polizeibeamte aus und täuschen die Opfer mittels einer Legende zu einer Vermögensverfügung (Bargeld, Schmuck, sonstige Wertgegenstände, Geldüberweisungen).
- Anrufe falscher Staatsanwälte, Gerichtsvollzieher: Die Täter geben sich telefonisch als Mitarbeiter der Staatsanwaltschaft oder des Amtsgerichts, der Landesbank oder als Gerichtsvollzieher et cetera gegenüber den potenziellen Opfern aus; unter Angabe verschiedenster Legenden wie zum Beispiel: Die Opfer stehen in Fahndung wegen angeblicher offener Schulden. Um eine Kontopfändung zu vermeiden, soll ein festgelegter Geldbetrag gezahlt werden.
- Anrufe durch getarnte Bankangestellte, Mitarbeiter eines technischen Support-Teams oder eines Call-Centers: Betroffenen werden angerufen, um wegen eines vorgetäuschten technischen Problems vertrauliche Daten wie Passwörter oder TANs preiszugeben.
- Falsche Gewinnmitteilungen mittels Telefon: Die Täter geben sich gegenüber den Opfern als Mitarbeiter verschiedenster Institutionen aus und täuschen die potenziellen Opfer über die Auszahlung vermeintlich hoher Gewinnsummen. Die Geschädigten sollen vor Übergabe des Gewinns zum Beispiel einen festgelegten Geldbetrag beziehungsweise eine Gebühr auf vorgegebene Konten (meist in der Türkei) mittels Western Union überweisen.
- WhatsApp-Masche: Betrüger melden sich per WhatsApp unter unbekannter Telefonnummer als angebliche Verwandte. Sie geben vor, ein neues Handy und kein Geld für die Rechnung zu haben. Im Anschluss bitten sie um die Begleichung der Rechnung auf ein unbekanntes Bankkonto und versprechen baldige Rückzahlung.
- Betrügerische Mahnschreiben durch fiktive Firmen: Die Täter versenden per Post vermeintliche Mahnschreiben an zumeist ältere Bürger. Die Daten (Name, Anschrift, Geburtsdatum) der potenziellen Opfer werden zuvor legal oder illegal angekauft. Die in den Mahnschreiben benannten Firmen sind nicht existent. Die Opfer werden aufgefordert, eine festgelegte Geldsumme auf Konten im Ausland (Bulgarien, Spanien, Rumänien et cetera) zu überweisen.
- Enkeltrick: Als Enkeltrick werden alle Betrugsstraftaten bezeichnet, bei denen die überwiegend älteren Opfer zunächst telefonisch kontaktiert werden und der Anrufer durch geschickte Gesprächsführung suggeriert, dass er ein Verwandter/Bekannter des Opfers sei. Nach erfolgreicher Suggestion wird dem Opfer vom Anrufer eine finanzielle Notlage vorgetäuscht, um es zu einer kurzfristigen (möglichst gesamten) Barvermögensverfügung an einen Dritten, den Abholer, zu bewegen. In Einzelfällen wird sogar eine Kreditaufnahme vorgeschlagen oder es wird nach Wertgegenständen gefragt. Die Täter sind sehr gut organisiert und gehen innerhalb einer festen Struktur arbeitsteilig vor.
- Betrug durch falsche Spendensammler: Die Täter geben sich gegenüber den Opfern als Vertreter/Mitarbeiter einer gemeinnützigen Einrichtung aus und geben mittels fiktiver Spendenlisten vor, Spendengelder für einen wohltätigen Zweck zu sammeln. Oftmals werden durch die Spendensammelbetrüger auch gleichzeitig Diebstähle begangen.

