Das hatte Potenzial als Gänsehaut-Moment! Hunderte Finsterwalder sind am 4. März 2022 dem Aufruf zu einer Friedensdemonstration auf dem Markt gefolgt und haben gemeinsam für eine „bessere Welt“ gesungen. Anlass war der seit mehr als einer Woche andauernde Angriffskrieg des russischen Präsidenten Wladimir Putin gegen die Ukraine.
Die Initiative dafür war vom Sängerstadt-Gymnasium und der Stadtverwaltung ausgegangen. Ergebnis: Punkt 12 Uhr haben Schülerinnen und Schüler vom Gymnasium, von der Oscar-Kjellberg-Oberschule, dem Oberstufenzentrum Elbe-Elster, der Förderschule Lernen und den städtischen Grundschulen mit selbstgefertigten Plakaten den großen Platz gefüllt. Zu ihnen gesellten sich Mitarbeiter der Stadtverwaltung, der Stadtwerke sowie Finsterwalder Einwohner.
Beeindruckendes Statement für Frieden: Finsterwalder Schüler demonstrieren auf dem Markt für Frieden in der Ukraine. Sängerstadt-Gymnasiasten singen "We are the World"
Beeindruckendes Statement für Frieden: Finsterwalder Schüler demonstrieren auf dem Markt für Frieden in der Ukraine. Sängerstadt-Gymnasiasten singen "We are the World"
© Foto: Heike Lehmann
Dem Ruf als Sängerstadt Finsterwalde wurden die Demonstrierenden gerecht, als Solisten vom Gymnasium „We are the world“ von Michael Jackson angestimmt haben und alle anderen beim Refrain mitsangen. Bürgermeister Jörg Gampe: „Ich bin stolz darauf, dass so viele Kinder sich solidarisch mit den Menschen in der Ukraine und Russland zeigen, ein Ende des Krieges fordern, ein Zeichen als Sängerstadt setzen und als großer Finsterwalder Friedenschor auftreten.“ Viele Privatinitiatoren sammeln bereits Hilfsgüter, die sie selbst an die polnisch-ukrainische Grenze fahren wollen, so Gampe. Das Stadtoberhaupt erwartet die ersten geflüchteten Ukrainer an diesem Wochenende in Finsterwalde.
Unter den Demonstrierenden hielten auch Lena Merker, Alina Wilk und Joschka Schütze vom Oberstufenzentrum ihre Plakate in die Höhe. Sie sind seit September auf dem Weg zur Fachhochschulreife. „Wir wünschen einfach keinem Menschen in Krieg leben zu müssen“, sagte Lena. Und Alina ergänzte: „Es ist sehr beängstigend, dass dieser Krieg quasi gleich um die Ecke ausgetragen wird. Bei den Bildern im Fernsehen hat man einfach Tränen in den Augen.“
Beeindruckendes Statement für Frieden: Finsterwalder Schüler demonstrieren auf dem Markt für Frieden in der Ukraine.
Beeindruckendes Statement für Frieden: Finsterwalder Schüler demonstrieren auf dem Markt für Frieden in der Ukraine.
© Foto: Heike Lehmann
Was es heißt, vor dem Krieg zu flüchten, wissen Shainaa, Jana und Hind, drei junge Syrerinnen nur zu genau. „Wir haben das selbst erlebt“, sagte Shainaa. „Und jetzt sehen wir wieder viele Tote und Verletzte. Wir wollen nicht, dass jemand so leidet. Es tut weh, wenn man das mit ansehen muss.“ Die drei Mädchen sind Schülerinnen an der Oscar-Kjellberg-Oberschule und leben zwischen sieben Monate und drei Jahre in Deutschland.

Youtube Hunderte Finsterwalder Schüler singen „We are the world“

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