Filmprominenz in Finsterwalde: Kroatien Krimi-Kommissar gibt Gastspiel im Kino „Weltspiegel“

Die Filmfamilie Siegert mit Sohn Max (l.) sowie Torsten und Sabine Siegert begrüßen am kommenden Sonntag (8. Oktober 2023) den Schauspieler Lenn Kudrjawizki zu einer musikalischen Lesung.
Jürgen WeserSabine Siegert freut sich. Lenn Kudrjawizki gehört zu ihren Lieblingsschauspielern, den sie jetzt zu einer musikalischen Lesung in das Finsterwalder Filmtheater „Weltspiegel“ locken konnte.
Damit ist Familie Siegert wieder ein besonderer Coup für ihre filmische Lesereihe gelungen. Möglich machte das der mit der Kinofamilie Siegert befreundete Filmjournalist Knut Elstermann. Er gab den Tipp, dass Lenn Kudrjawizki als aufgeschlossener und kontaktfreudiger Schauspieler, Musiker und Autor bestens in die Reihe der Lesungen im Weltspiegel nach Andrea Sawatzki, Kai Wiesinger, Horst Evers und Désirée Nick passen würde.
Zu seiner musikalischen Lesung am Sonntag (8. Oktober 2023) ab 17 Uhr bringt Lenn Kudrjawizki sein Buch „Familienbande – vom Leben, Lieben und Loslassen“ mit, das im Februar 2023 erschienen ist und es auf die Spiegel-Bestseller-Liste geschafft hat. Begleitet wird er vom Gitarristen Ben Kreisel, mit dem er oft gemeinsam auftritt.
„Gern würde ich auch meine Frau, die Musikerin Nora Kudrjawizki in Finsterwalde an meiner Seite wissen, aber das ist wegen ihrer eigenen Konzertverpflichtungen ungewiss“, berichtet Lenn Kudrjawizki gegenüber LR.de.
Schauspieler Lenn Kudrjawizki ist gern in Brandenburg unterwegs
Er freue sich nach Lesungen in Berlin, Stralsund, Bremen und Cottbus nun auf Finsterwalde und auf das „großartige Kino“ in Familientradition. Überhaupt sei er gern in Brandenburg mit seinen vielen Naturschönheiten unterwegs, verrät der Schauspieler. „Es soll für die Besucher ein Abend mit Emotionen werden“, so Kudrjawizki.
Den meisten Fernsehzuschauern ist Lenn Kudrjawizki wohl als Kommissar Emil Perica in der Reihe der Kroatien Krimis bekannt. Aktuell ist er gerade in der Serie „Babylon Berlin“ zu sehen. Aufgewachsen ist er jedoch zunächst mit Musik. Er spielt seit dem sechsten Lebensjahr Violine und ist bis heute auch als Sänger unterwegs.
Seit TV-Debüt gab er 1996 als ein an Leukämie erkrankter junger Mann in dem Film „Katrin und Wladimir“. Auch mit Hollywood hat er Erfahrungen. In dem oscarprämierten Film „Die Fälscher“ (bester fremdsprachiger Film) spielte er den Loszek. Den Schritt hinter die Kamera wagte er ab 2006 erfolgreich als Regisseur.
Als Mensch ist Lenn Kudrjawizki überzeugter Europäer: mit italienischen Wurzeln durch die Großeltern, in der Sowjetunion geboren, kurz danach mit seinem Vater, gebürtiger Ukrainer, und der russischen Mutter 1975 in die DDR gekommen und bis heute in Berlin mit seiner Frau, einer russischen Musikerin, und zwei Kindern lebend.
Europäer aus Überzeugung
Europäer, so erzählt er, „bin ich aber vor allem aus Überzeugung“. In Berlin lebt Lenn Kudrjawizki gern, wenn ihn nicht gerade Filmdrehs oder Konzerte durch die Lande treiben.
Im „Weltspiegel“ dürfen sich die Gäste neben spannenden Leseepisoden aus Lenn Kudrjawizki bewegtem Leben auch auf seine Musikleidenschaft freuen. So hat er einige Soloalben veröffentlicht und 2015 das „nachhaltig aufgestellte Berlin-Show-Orchestra“ mitbegründet und gehört zu dessen Protagonisten.
Sabine Siegert erinnert sich an eine Fernseh-Talkshow, in der seine Geige kaputtging, er aber trotzdem weitergespielt hat. „Vielleicht kommen auch Besucher in unser Kino, die schon lange nicht mehr da waren und so unsere völlig neue Bestuhlung auch im Parkett kennenlernen können“, gibt Torsten Siegert einen Tipp am Rande für einen Besuch des Finsterwalder Kinos.
Filmszenen in Visionsbar gedreht
Schon jetzt lockt auch das nächste Highlight in den Finsterwalder Filmpalast. Vor eineinhalb Jahren wurden hier einige Szenen für den Film „Die Theorie von Allem“ im kleinen Kinosaal und in der Visionsbar mit der besonderen Innenarchitektur, die auf den Finsterwalder Künstler Horst Bahr zurückgeht, gedreht.

Das Kino „Weltspiegel“ war schon häuifig Treffpunkt mit bekannten Schauspielern wie Ben Becker oder Sabine Sawatzki.
Jürgen WeserJetzt wird der Film in bester Hitchcock-Tradition und gleichzeitig mit philosophischer Tiefe ab dem 26. Oktober 2023 im „Weltspiegel“ gezeigt und am 27. Oktober als offizielle Premiere mit Regisseur Timm Kröger als Gast.
Auf der Filmmesse in Leipzig erhielt „Die Theorie von Allem“ vor wenigen Wochen den Preis der Jury als „Bester deutscher Film“.


