Es ist dunkel, es ist teilweise glatt und trotzdem fällt bei den Fahrradkontrollen der Kreisverkehrswacht Elbe-Elster und der Polizei immer wieder eines auf: so mancher Drahtesel, mit dem ein Kind unterwegs ist, ist eigentlich überhaupt nicht verkehrstauglich. Welche Mängel treten besonders häufig auf? Wo sollten Eltern lieber einmal öfter hinschauen?
Morgens, 9 Uhr. Es herrschen minus zwei Grad. Auf dem Fahrradparkplatz der Grundschule Stadtmitte ist die Anzahl der Räder eher beschaulich. Das mag tatsächlich an der Witterung liegen, erklärt Revierpolizist Sebastian Schwarzer. Bei einer Kontrolle der Polizei vor gut einer Woche seien bei milderen Temperaturen beinahe doppelt so viele Fahrräder unterwegs gewesen.
Die Kreisverkehrswacht Elbe-Elster ,vertreten durch Vereinschef Dieter Babbe, sowie die Mitglieder Manfred Wesemann und Konrad Müller, überprüft mit Unterstützung der Ordnungshüter, ob die Drahtesel der Grundschüler verkehrstauglich sind. Ein besonders tückischer Mangel fällt dabei immer wieder auf.

Trügerische Sicherheit: Nicht jedes Fahrradlicht taugt etwas

Denn auf den ersten Blick hat von den 19 kontrollierten Zweirädern zwar nur eines kein Vorderlicht. Doch hier schauen Sebastian Schwarzer und Kollege Jahn Acksteiner sofort genauer hin. Nicht alle der verwendeten Leuchtmittel taugen auch etwas. Lichter mit Knopfbatterie seien nicht nur zu klein, um gesehen zu werden. „Sie haben auch zu wenig Leistung“, kritisiert Sebastian Schwarzer und verweist stattdessen auf Lampen, in denen Batterien oder Akkus verbaut sind.
Auch beim Rücklicht gelte es genau hinzusehen. So manches der Fahrräder verfügt nämlich über kein Schutzblech und somit auch keine Haltemöglichkeit für die notwendige Beleuchtung nach hinten. Die Alternative, das Licht unter dem Sattel zu befestigen, sei oft nicht zielführend, dann hier werde die Lampe verdeckt.

BMX und Mountainbike nicht verkehrssicher: Eltern müssen nachrüsten!

Fehlendes Licht, das dürfte doch eigentlich überhaupt nicht sein. Doch Mountainbikes und BMX sind beim Kauf zumeist nicht verkehrssicher. Im Laden muss darauf hingewiesen werden. Da es sich bei den genannten Modellen um Sportgeräte handelt, muss für den Straßenverkehr nachgerüstet werden. Etwas, das scheinbar nicht alle Eltern beim Erwerb für den Nachwuchs berücksichtigen.

Doberlug-Kirchhain

Auch Unbedarftheit zählt Sebastian Schwarzer als einen der Gründe für Mängel am Fahrrad auf und erinnert sich eine Frau mit Migrationshintergrund, die ihm erklärt habe, dass sie nicht dazu in der Lage sei, das Licht am Drahtesel des Kindes zu befestigen. Grundsätzlich würden die Räder von Kindern mit Migrationshintergrund auffallen, sei es, weil sie aus zweiter Hand erworben wurden oder weil die Richtlinien im Heimatland einfach andere sind, so die Erfahrung der Polizei
Finanzielle Probleme können zudem dafür verantwortlich sein, wenn die Räder nicht einwandfrei für den Verkehr gerüstet sind. Ausreden gebe es viele. Man wollte ein Ersatzteil schon längst besorgen oder wusste im Fall von Familien mit Migrationshintergrund nicht, dass das Fahrrad eigentlich nicht verkehrssicher ist. „Solange nichts passiert, ist alles gut. Aber wenn doch, ist das Geschrei groß“, bringt der Revierpolizist es auf den Punkt.

Kreisverkehrswacht Elbe-Elster kontrolliert Fahrradsicherheit an Schulen

An der Grundschule Stadtmitte wurden 19 Fahrräder durch die Kreisverkehrswacht Elbe-Elster kontrolliert. Zehn davon sind nicht angeschlossen, drei haben kein Rücklicht, eines kein Vorderlicht. Gängige Mängel, die den Ehrenamtlern häufig vor die Nase kommen: fehlende oder defekte Bremsen und fehlende Reflektoren, zählen Konrad Müller und Manfred Wesemann auf.
Auf die Kontrolle der Räder angesprochen, reagiert Schulleiterin Jana Opitz sofort. Der Bundesfreiwillige (Bufdi), der aktuell an der Lehreinrichtung verweilt, solle in Zukunft überprüfen, dass die Drahtesel der Kinder in einwandfreiem Zustand sind. Auch in der Lehrerkonferenz und beim Elternabend solle die Problematik thematisiert werden, habe ihm die Schulleitung zugesagt, teilt der Vereinsvorsitzende der Kreisverkehrswacht, Dieter Babbe, mit.