Seifenkistenrennen in Freileben: Mit 70 Sachen den Berg hinab - das erwartet die Fahrer

Die Fahrerinnen und Fahrer des Jahres 2025 versammeln sich an der Rennstrecke in Freileben bei Lebusa - bevor es auf die anspruchsvolle Strecke geht, die auch 2026 wieder für Überraschungen sorgen dürfte.
Marcus Klee- In Freileben bei Lebusa findet am 11. Juli 2026 das fünfte Seifenkistenrennen statt.
- Rund 25 bis 30 Fahrer starten auf 700 Metern mit bis zu zehn Prozent Gefälle – bis 70 km/h.
- Anspruchsvolle Strecke mit Kopfsteinpflaster, zwei scharfen Kurven und Lichtschranken-Zeitmessung.
- Sicherheit hat Vorrang: Strohballen, Reifenabsicherung, Feuerwehr und Technikcheck vor jedem Start.
- Teilnahme ab sechs Jahren, mehrere Klassen, Startgeld 15 Euro; schönste Kiste wird prämiert.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
In Freileben bei Lebusa laufen die Vorbereitungen für das fünfte Seifenkistenrennen auf Hochtouren. Was 2018 als spontane Idee im Rahmen der 70‑Jahrfeier des jüngsten Ortes im Elbe‑Elster‑Kreis begann, hat sich längst zu einem festen Termin im regionalen Veranstaltungskalender entwickelt.
Am 11. Juli 2026 sollen wieder rund 25 bis 30 Fahrerinnen und Fahrer an den Start gehen - darunter ambitionierte Rennsportler aus Sachsen und Sachsen‑Anhalt sowie die Heimfahrer aus Freileben, Lebusa, Jüterbog und Hohenbucko.
Dass das Rennen überhaupt existiert, geht auf Hansi Witkowski zurück. Der im Mitteldeutschland‑Cup Sachsen aktive Fahrer war regelmäßig in Freileben zu Gast und begeisterte sich für die Strecke - daraus entstand die Idee. Gemeinsam mit seiner Schwester Heide Schöpe und einem engagierten Team organisiert er das Event bis heute. Viele der auswärtigen Fahrer gehören inzwischen zum festen Kern.
Wie das Seifenkistenrennen in Freileben entstand
Wie viel Leidenschaft hinter dem Rennen steckt, zeigt seine Entstehungsgeschichte. Ursprünglich wollten die Mitteldeutschland‑Cup‑Fahrer nur eine Probefahrt durch den Ort machen, erinnert sich Marcus Klee, ehrenamtlicher Bürgermeister der Gemeinde Lebusa. „So nach dem Motto: Halt mal mein Bier und Attacke“, sagt er. Doch die Begeisterung im Dorf war so groß, dass aus dem spontanen Testlauf ein wiederkehrendes Rennen wurde. Hansi Witkowski hatte damals gesagt: „Wenn 20 Leute mitmachen, machen wir so etwas öfter.“ Heute ist das Rennen Tradition - nur während der Corona‑Zeit musste pausiert werden.
Der Kern des Events ist die Strecke - und die hat es in sich. Vom Grunichsberg führt sie rund 700 Meter hinunter ins Dorf, mit bis zu zehn Prozent Gefälle im ersten Abschnitt. Kopfsteinpflaster, zwei scharfe Kurven und wechselnder Untergrund verlangen den Fahrern alles ab. Das Ziel liegt in der Waldstraße, wo eine Lichtschranke für professionelle Zeitmessung sorgt.

Schnell und bunt wird es am 11. Juli 2026 beim Seifenkistenrennen in Freileben bei Lebusa zugehen.
Marcus KleeDie Kurven haben es in sich: Die erste ist eine enge 90‑Grad‑Biegung, die volle Kontrolle verlangt. Besonders berüchtigt ist jedoch die zweite Kurve, in der der Belag abrupt von Asphalt zu Kopfsteinpflaster wechselt. Sie trägt inzwischen den Namen „Hansi‑Kurve“, weil sich Initiator Hansi Witkowski hier einst die Rippen brach. „Das war aber der bisher schwerste Unfall“, betont der Bürgermeister. Bis zu 70 km/h erreichen die Fahrer auf der Abfahrt.
Damit solche Geschwindigkeiten beherrschbar bleiben, steht die Sicherheit im Mittelpunkt. Strohquader der Agrargenossenschaft und Reifen des MC Lebusa sichern die Strecke ab. Die Freilebener Feuerwehr, deren Kräfte zugleich ausgebildete Ersthelfer sind, überwacht den Kurs und verständigt sich über Funk. Vor jedem Start werden die Seifenkisten technisch geprüft - Lenkung, Bremsen und Gewicht müssen stimmen.
Organisation und Ablauf des Renntags in Freileben
Organisiert wird das Rennen gemeinsam vom Freilebener FV und der Freiwilligen Feuerwehr Freileben. Für das leibliche Wohl ist ebenfalls gesorgt: Grillgut und Getränke stehen bereit. Die Gemeinde hat zudem eine verkehrsrechtliche Anordnung für eine halbseitige Straßensperrung erlassen. Absperrschilder weisen darauf hin, dass die Strecke während des Rennens nicht befahren werden kann - auch, weil die Seifenkisten nach jedem Lauf mit zwei Zugfahrzeugen wieder den Berg hinaufgezogen werden.
Mitmachen kann grundsätzlich jeder ab sechs Jahren, Männer wie Frauen. Die Klassen reichen von der Mini‑Klasse über Kinder und Teenies bis zu zwei Erwachsenenklassen und zwei Regionalklassen für Dorffahrer. Das Startgeld beträgt 15 Euro für Einzelfahrer und 20 Euro für Doppelsitzer. Neben den Siegerpokalen wird jedes Jahr auch die schönste Kiste prämiert. Die Bandbreite reicht von einfachen Zinkbadewannen bis zu professionellen Rennkisten. Ein besonders beliebtes Modell war ein Wagen im Sandmännchen‑Design.
Rund um das Rennen hat sich eine eingeschworene Gemeinschaft gebildet. Einige Fahrer reisen bereits am Freitag an und übernachten mit ihren Wohnwagen auf dem Sportplatz. Dort findet traditionell jedes Jahr vor dem Event ein Volleyballturnier statt.
Blick in die Zukunft: Asphalt oder Kopfsteinpflaster?
Für die Zukunft hat Bürgermeister Klee einen Wunsch: Seit Jahren versucht die Gemeinde, Fördermittel zu erhalten, um das Kopfsteinpflaster der Strecke zu asphaltieren. Doch für solche kleinen kommunalen Straßen gibt es derzeit kein geeignetes Förderprogramm. „Wir könnten in Freileben die Hochburg für Rennfahrten werden“, sagt er. Beispiele gebe es genug: das Teichfahren in Ossak oder die Rallye Monte Lugau.
Auch der Kartverein MC Lebusa plane eine Rennserie in Freileben, denn die lange Strecke und der Höhenunterschied seien ideal - nur das Kopfsteinpflaster verhindere bislang eine Umsetzung. „Wir wollen an den Fördermitteln dranbleiben. Der Versuch macht klug“, erklärt Marcus Klee.
Der offizielle Anmeldeschluss für das Seifenkistenrennen ist zwar vorbei, doch Nachmeldungen sind weiterhin möglich. Parkplätze vor Ort sind ausgeschildert.

