Teichfahren 2025 in Bischdorf
: Teilnehmer startbereit – das erwartet die Besucher

Das Teichfahren in Bischdorf bei Lübbenau zählt zu den Kult-Veranstaltungen in der Region. Was das Event am ersten Augustwochenende bietet.
Von
Uwe Hegewald
Bischdorf
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Das Teichfahren in Bischdorf gibt es seit über 70 Jahren. Höhepunkt sind die Fahrten entlang des Steges, der über den Dorfteich führt. Immer wieder sehen sich Teilnehmer jedoch gezwungen, den Weg auf spektakuläre Weise zu verlassen.

Das Teichfahren in Bischdorf gibt es seit über 70 Jahren. Höhepunkt sind die Fahrten entlang des Steges, der über den Dorfteich führt. Immer wieder sehen sich Teilnehmer jedoch gezwungen, den Weg auf spektakuläre Weise zu verlassen. (Archivfoto)

Uwe Hegewald
  • Teichfahren 2025 in Bischdorf wird vom 1. bis 3. August zum 72. Mal ausgetragen.
  • Teilnehmer überqueren auf Damenrädern einen Hindernis-Steg über den Dorfteich.
  • Badewannenrennen und Warm-up-Party ergänzen das dreitägige Programm.
  • Sicherheitsmaßnahmen wie Helme sind Pflicht – Stürze bleiben spektakulär.
  • Infos und Updates zur Veranstaltung gibt es auf Social-Media-Kanälen.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die legendären Stollenreiten sind nahezu ausgestorben. Lokale Seifenkistenrennen oder Teichfeste haben eine Pause eingelegt oder sind, wie viele andere Veranstaltungen, für immer verloren gegangen. Allein die Macher des „Johannisreiten“ in Casel bei Drebkau (Spree-Neiße) und die Teichfahrer aus Bischdorf (Oberspreewald-Lausitz) beweisen Durchhaltevermögen.

Das Spektakel im Lübbenauer Ortsteil wird 2025 bereits zum 72. Mal ausgetragen. Der Teich im Zentrum des 200-Einwohner-Dorfes wird dabei zur Bühne erhoben.

„Als Anwohner wächst man mit dem Wettbewerb auf und kann sich diesem nicht wirklich entziehen“, sagt Fritz Heinze. Noch sehr genau weiß er, wie es ihn als kleinen Buben an den Teich lockte, um den mutigen Pedalrittern zuzuschauen. Nun nimmt er selbst daran teil.

Teichfahren in Bischdorf trägt Status einer Weltmeisterschaft

„Ab 14, wenn Jugendweihe oder Konfirmation durchstanden sind, ist eine Teilnahme möglich“, skizziert der heute 20-Jährige die Rahmenbedingungen. Fritz Heinze hat einen besonderen Blick auf den Wettbewerb, der zum zwölften Mal den Status einer Weltmeisterschaft trägt. Seit 2023 ist er Vereinsvorsitzender des veranstaltenden Jugendclub Bischdorf.

Der Vereinsvorstand hatte sich seinerzeit zurückgezogen, zuvor jedoch junge Leute „herangezogen“. Bei Heinze war es der Mehrfachsieger Robert Hartmann, der ihn sprichwörtlich an die Hand genommen hat. Nicht am Stuhl kleben und Verantwortung rechtzeitig an talentierte Nachfolger delegieren, zählen zu den Geheimtipps, warum das Spektakel sieben Jahrzehnte überlebt hat.

„An der Grundausrichtung hat sich nichts geändert. Am Freitag gibt es ein offenes Training, bei dem sich alle Interessierten ausprobieren können. In der Regel wagen dann auch alle eine Teilnahme am Teichfahren am Sonntag“, teilt der Clubvorsitzende mit.

Steg mit Hindernissen führt über den Dorfteich

Ziel eines jeden Radlers, der mit einem klassischen 26-er Damenrad (ohne Schaltung) antritt, ist das komplette Überqueren des mit Hindernissen gespickten Holzsteges über den Dorfteich. „Wenn mir das am Renntag mindestens einmal gelingen sollte, bin ich ein glücklicher Mensch“, räumt Teilnehmer Fritz Heinze ein. Wohl wissend, dass der Parcours so manche Tücke in sich trägt.

Sobald sich das Vorderrad vom Steg verabschiedet, heißt es nur noch einen kunstvollen Abgang hinzuzaubern. Wenn sich das Mitleid im Publikum schon in Grenzen hält, solle dieses zumindest beim Sturz ins erfrischende Nass mit einer Show unterhalten werden.

Die Teilnehmerinnen beim Bischdorfer Teichfahren messen ihre Kräfte im Badewannenrennen. Zum finalen Lauf geht es dann auch über den hölzernen Steg. (Archivfoto)

Die Teilnehmerinnen beim Bischdorfer Teichfahren messen ihre Kräfte im Badewannenrennen. Zum finalen Lauf geht es dann auch über den hölzernen Steg. (Archivfoto)

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Apropos Sturz: Inzwischen tragen nahezu alle Wettbewerber einen Helm, um schlimmere Verletzungen zu vermeiden. „Das kann ganz schnell einmal krachen“, stellt Fritz Heinze klar und erinnert sich dabei an seinen Cousin. Beim Freitagstraining vor zwei Jahren brach sich dieser den Arm.

Nicht nur Wettbewerb – auch Party, Essen und Musik

Etwa sechs Wochen Vorbereitungszeit benötigen die Bischdorfer für das Errichten der Kulisse auf und um den Teich, der final noch einmal mit zusätzlichem Wasser befüllt wird. Vor dem Entscheidungskampf am Sonntag (3. August) stellen sich alle Wettbewerber und Wettbewerberinnen dem Publikum vor.

Wettbewerberinnen? Richtig. Die wasseraffinen Mädels eröffnen am Sonntag gegen 14 Uhr mit einem Badewannenrennen den sportlichen Teil der Veranstaltung.

Bereits am Freitagabend (1. August) gibt es ein Training und anschließend eine Warm-up-Party. Am Samstag (2. August) wird dann ab 20 Uhr weitergefeiert. Am Sonntag läutet zünftige Blasmusik den Höhepunkt der dreitägigen Veranstaltung – das Fahren über den Teich – ein. Auch Andreas Schenker, der Partykönig aus dem Spreewald, schaut vorbei. Ein buntes Rahmenprogramm rundet die Bischdorfer Traditionsveranstaltung ab.

Danach gilt es die Wunden zu lecken, den Parcours abzubauen und die idyllische Atmosphäre des Dorfteiches wiederherzustellen. „Wir hoffen auf gutes Wetter und dass alle Teilnehmer die Läufe unbeschadet überstehen“, fasst Fritz Heinze die Wünsche des veranstaltenden Jugendclubs zusammen. Weiterführende Informationen finden Besucher auf einschlägigen Social-Media-Plattformen.