Tierheim Meißen
: So geht es dem herzlos ausgesetzten Welpen

Unweit der B169 bei Plessa wird ein ausgesetzter Welpe entdeckt. Im Tierheim Meißen stehen die Bewerber Schlange. Wer wird den jungen Hund bekommen?
Von
Manfred Feller
Plessa
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Der Fundhund von Plessa: ein Welpe zum Verlieben.

Ein Welpe zum Verlieben: Wie geht es dem herzlos ausgesetzten Hund im Tierheim Meißen?

Göran Schrey/Amt Plessa

Seit ein paar Tagen lebt der am 4. Juli bei Plessa ausgesetzte Welpe im Tierschutzzentrum „aktion tier“ bei Meißen. Er befinde sich in einem sehr guten Zustand, sei inzwischen gebürstet, geföhnt, gechippt, geimpft und habe eine Wurmkur absolviert.

In der Amtsverwaltung Plessa hatte man den Hund zunächst von der gerufenen Polizei übernommen. Es wurde vermutet, dass es sich um einen Staffordshire Terrier handelt. Katrin Aßmann, Vorständin im Tierheim, meint, dass der junge Hund eher ein Bullterrier sei. Sein Alter wurde auf vier Monate geschätzt. „Er ist noch sehr ängstlich“, sagt sie.

Auch bei ihr klingelte das Telefon heiß. Sie schätzt, dass es mindestens 50 Anrufe gegeben habe. Aufgrund der riesigen Resonanz wird das Jungtier nicht auf den Internetseiten des Heimes zur Vermittlung angeboten. Vielmehr seien die ernsthaften Interessenten, die vornehmlich aus Brandenburg kämen, angehalten, ein Vermittlungsformular mit Selbstauskunft auszufüllen. Einige hätten dies bereits getan.

Der Welpe braucht Menschen mit Erfahrung

„Anschließend werden die ausgewählten Kandidaten zwei- bis dreimal zu uns eingeladen, um zu sehen, wie der Hund reagiert“, so Katrin Aßmann. Die neuen Besitzer sollten unbedingt Erfahrung haben. Der kleine Bullterrier eigne sich eher als Zweithund.

Auf den Internetseiten des Tierheimes werden vor allem Hunde und Katzen zur Vermittlung in gute Hände präsentiert. Im Jahresverlauf erhalte durchschnittlich täglich ein Tier neue Besitzer.

Viele interessieren sich für den herzlos ausgesetzten Hund

In Plessa hatte es nach Auskunft von Amtsdirektor Göran Schrey auch Tage nach der Erstmeldung über den Fundhund viele Anrufe und E-Mails gegeben. Bis aus Berlin kämen die Interessenten. Allen musste er sagen: „Unser Amt ist keine Tiervermittlung.“ Nach wie vor zeigt er sich schockiert, wie Menschen ein Tier aussetzen können und dann noch ein ganzes Stück abseits der Straße. Der Bullterrier wurde unweit der B 169 nur durch Zufall entdeckt.