Kraniche in Brandenburg: Babyvögel bei Plessa und Hohenleipisch gesichtet

Kranich-Babys im Naturpark Niederlausitzer Heidelandschaft. Zunehmend kann man sie auch bei Plessa entdecken.
VRSMehrere Trupps Kraniche bevölkern derzeit weite Feldflächen im Elbe-Elster-Kreis. Im Frühjahr und Herbst ziehen etwa 40.000 bis 50.000 Kraniche über Mitteleuropa. Die Vögel überwintern in Spanien oder Südfrankreich, beim Ansteigen der Temperaturen wechseln einige von ihnen im Frühjahr auch in den Naturpark Niederlausitzer Heidelandschaft. Zwischen Hohenleipisch und Döllingen kann derzeit eine Kranich-Familie mit zwei Jungtieren beobachtet werden.
Die meisten Brutgebiete der beeindruckenden Tiere liegen eigentlich auf den feuchten Flächen in Skandinavien, dem Baltikum, Polen, der Ukraine, Weißrussland oder Russland bis hin nach Asien. Ein kleiner Teil der Tiere bleibt aber auch in der Elbe-Elster-Region, insbesondere im Bereich des Lobens im Naturpark Niederlausitzer Heidelandschaft. Sind nur zwei Tiere zu beobachten, handelt es sich überwiegend um ein Brutpaar, das eines der Brutreviere in der Region besetzt hat. Wahrscheinlich durch den Rückbau des Bergbaus kann in den letzten Jahren ein Anstieg der Kranichpopulation im Elbe-Elster-Kreis beobachtet werden.
Kraniche sind sehr scheue Vögel
Im Amt Plessa wagen sich die großen Vögel bis nahe an die Ortsverbindung heran. Wer versucht sich ihnen zu nähern, bekommt jedoch bald einen Eindruck, was tierische Aufmerksamkeit und gute Augen bedeuten. Aufmerksam beobachten die Tiere jede noch so kleine Bewegung in ihrer Umgebung. Hält ein Fahrzeug nahe den weit einsehbaren Flächen, beginnen sie schon in entgegengesetzter Richtung zu laufen.
In der Natur beanspruchen Kraniche eine Fluchtdistanz von etwa 300 Metern, sie nehmen sogar beim Äsen jede auch nur geringe Veränderung ihrer Umgebung wahr. Wird die Gefahr zu groß, setzen sie zum Flug an, um sich mehrere Hundert Meter weiter in sicherer Entfernung wieder niederzulassen. Auf dem Gebiet des Naturparks Niederlausitzer Heidelandschaft gibt es mittlerweile etwa 40 Brutpaare und bis zu 150 Nichtbrüter.
Bei den jetzt bei Döllingen mit der Nahrungssuche beschäftigten Tieren handelt es sich wahrscheinlich auch schon um in der Region geborene Vögel, die sich auf Dauer hier niederlassen werden. Der Kranich gilt in alten Kulturen als Symbol für Wachsamkeit und Klugheit und als Vogel des Glücks. Schon gewusst? Nach Angaben des Landesumweltamtes gehört der Kranich zu den wenigen Arten, die aus der Roten Liste der gefährdeten Brutvogelarten Brandenburgs ausgetragen werden konnte, da sein Bestand stark angewachsen ist. Nichtsdestotrotz ist der Kranich eine geschützte Art nach dem Bundesnaturschutzgesetz und der europäischen Vogelschutzrichtlinie.