Jetzt geht die Post so richtig ab im Naturpark Niederlausitzer Heidelandschaft. Zu den altbekannten und längst gut besuchten Angeboten kommt gleich ein ganzes Paket neuer Veranstaltungen.
Thema Streuobstanbau. Dass der der Streuobstanbau im vergangenen Jahr von der deutschen Unesco-Kommission als immaterielles Kulturerbe geadelt wurde und sich damit in eine Reihe mit insgesamt 126 weiteren erhaltens- und schützenswerten kulturgeschichtlichen Traditionen einreiht, befeuert die Naturpark-Crew zusätzlich. Sie hat gleich ein ganzes Themenjahr „Erlebnis Steuobstwiese“ ausgerufen.

Hohenleipisch/Döllingen

Steuobstanbau hat in der Region um Döllingen und Hohenleipisch eine lange Tradition. Längst haben auch Dörfer in der Region Bad Liebenwerda und Finsterwalde den Streuobstanbau forciert. Maasdorf, Prestewitz, Lugau, Werenzhain, Rückersdorf und Oppelhain seien stellvertretend genannt.

Etwa 20 00 Bäume im Streuobstgebiet

Mit etwa 300 Hektar Streuobstfläche ist die Region rund um den Pomologischen Garten in Döllingen als Anker eine der aktivsten Obstanbaugebiete in dieser Kategorie in Brandenburg. Im Kerngebiet um Hohenleipisch und Döllingen blühen alljährlich im Frühjahr bis zu 20 000 Bäume. Befeuert worden sind die Entwicklungen zur Wiederbelebung der Stereuobstflächen zusätzlich durch Kooperationen mit der Mineralquellen GmbH und Bauer Fruchtsaft aus Bad Liebenwerda. Bei Hohenleipisch ist eine erste Bürgerwiese entstanden, eine weitere ist in Planung.

Hohenleipisch

Neben den traditionellen Veranstaltungen, wie Blütenfest am 1. Mai und Niederlausitzer Apfeltag, diesmal am 25. September, will sich der Naturpark erstmals am bundesweiten Tag der Artenvielfalt am 21. und 22. Mai beteiligen.
Jetzt geht der Fotowettbewerb zum Thema Streuobstanbau in seine heiße Phase. In diesen Tagen, wo es überall blüht und grünt, sollten Kamerafans noch mal auf Fotopirsch gehen. Denn die Motive sollen nicht nur beim Naturparkfest am 26. Juni in Friedersdorf gezeigt werden, die schönsten sollen den Sparkassen-Kalender 2023 zieren. Gefragt sind tolle Landschaftsaufnahmen, Motive von tierschen Bewohnern, von Wanderungen, Radtouren oder von der reichen Ernte. Der Naturpark als Erholungsort, diese Aufnahmen sind ebenso gewünscht. Alle Informationen zum Wettbewerb gibt es auf der Internetseite des Naturparks. Einsendeschluss ist der 3. Juni.
Im Naturpark werden das gesamte Jahr über Ranger-Touren angeboten, so im August/September auch in die blühende Heide.
Im Naturpark werden das gesamte Jahr über Ranger-Touren angeboten, so im August/September auch in die blühende Heide.
© Foto: Nadja Poser

Neue Wander- und Radrouten im Naturpark Niederlausitzer Heidelandschaft

Neu aufgelegt hat der Naturpark zwei Flyer zum Thema Streuobstwiesen. Die widmen sich den Südrouten in der Elsterwerdaer Region und den Nordrouten zwischen Doberlug und Oppelhain. Die Flyer – alle Angebote sind auch über einen QR-Code auf dem Smartphone nachlesbar – bieten eine Fülle von Informationen zum Streuobstanbau, zur Geschichte, zu Ausflugszielen und geben direkte Routenempfehlungen mit Beschreibungen der Strecke.

Tag der Artenvielfalt

Am 22. Mai ist der Internationale Tag zur Erhaltung der Artenvielfalt. Im Jahr 2000 hat die Uno ihn erstmals ausgerufen. Artenvielfalt, auch Artendiversität genannt, so Naturparkleiter Lars Thielemann, ist ein Maß für die Vielfalt der biologischen Arten innerhalb eines Lebensraumes oder geografischen Gebietes und somit für die Vielfalt von Flora und Fauna. Der Naturpark beteiligt sich erstmals daran und richtet gleich ein Basislager für zwei Tage im Pomologischen Garten in Döllingen ein. Erwartet werden Experten verschiedene Fachbereiche, die auch den hiesigen Lebensraum untersuchen werden. In verschiedenen Gruppen – Botanik, Ornithologie, Kleinsäuger, Fledermäuse, Entomologie, Reptilien und Amphibien, Moose und Flechten sowie Pilze – können interessierte Naturfreunde teilweise sogar die Experten begleiten und ihnen über die Schulter schauen. Es wird Führungen im Pomo-Garten geben, eine Radtour zur Bürgerwiese Aegier, Fledermauskästen werden gemeinsam gebaut und eine insektenkundliche Wanderung ist geplant. Das genaue Programm ist auf der Naturparkseite im Internet nachzulesen. Wer im Basislager ebenfalls mitarbeiten möchte, kann sich an Ani Galustian unter Tel. 0160 91042424 wenden.

Steckbrief zum Naturpark Niederlausitzer Heidelandschaft

104 Naturparke gibt es in Deutschland, elf von ihnen liegen in Brandenburg.
Der Naturpark Niederlausitzer Heidelandschaft umfasst eine Fläche von 484 Quadratkilometern in einem Gebiet zwischen Bad Liebenwerda, Elsterwerda, Grünewalde, Pechhütte, Doberlug-Kirchhain, Nexdorf und Beiersdorf. Ein Gebiet, das neben Kiefernwäldern einen stattlichen Laubbaumbestand aufweist – unter anderem Buchen und einen unzerschnittenen Traubeneichenwald.
Ausgerufen wurde der Naturpark am 24. Mai 1996.
Das Wappentier ist das Auerhuhn. Seit einigen Jahren läuft erfolgreich ein Wiederansiedlungsprojekt des großen Vogels, der im Gebiet ausgestorben war. Dazu gibt es ein Abkommen mit der schwedischen Regierung, das den Fang von jährlich 60 Tieren vorsieht.
Mit dem Naturparkhaus in Bad Liebenwerda und der Ausstellung „erlebnisREICH Naturpark“ im Schloss Doberlug gibt es zwei zentrale Anlaufpunkte.
Tradition hat der jährliche Naturparkwettbewerb. Die Siegergemeinde richtet im darauffolgenden Jahr das Naturparkfest aus.
Die Stadt Bad Liebenwerda bietet in ihrer Touristeninformation fünf Radtouren mit Übernachtung unter der Überschrift „Apfel(ver)führung auf zwei Rädern“ an. Telefon: 035341 6280.