Grüne Woche Berlin 2026: Preise für Apfelstollen und Radtour gehen nach Elbe-Elster

Ein Knutscher auf den Sieg und den 1. Preis in der Kategorie Direktvermarktung für den „Niederlausitzer Apfelstollen“. Daniela und Stefan Dorn von der gleichnamigen Bäckerei in Wahrenbrück auf großer Bühne in der Brandenburghalle während der Vergabe der Marketingpreise zur Grünen Woche.
Philipp Strelitz/LKEE- Marketingpreise 2026: Zwei Auszeichnungen für Elbe-Elster bei der Grünen Woche in Berlin.
- „Niederlausitzer Apfelstollen“ der Bäckerei Dorn in Wahrenbrück siegt in der Kategorie Direktvermarktung.
- Mitmach-Radtour „LassWissen“ im Naturpark Niederlausitzer Heidelandschaft gewinnt dritten Preis im Landtourismus.
- Jury lobt Regionalität, Innovation und Nachhaltigkeit der Projekte aus Elbe-Elster.
- 56 Bewerbungen gingen ein; Preise wurden in drei Kategorien von einer Fachjury vergeben.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Es klingt megastolz aus diesen Worten: „Manche Entwicklungen fallen erst auf, wenn man einen Schritt zurücktritt. In Elbe-Elster entstehen seit Jahren Ideen, Produkte und Projekte, die über die Region hinaus wahrgenommen werden. Sie tauchen regelmäßig dort auf, wo Qualität und Einfallsreichtum zusammenkommen – auf Landesebene, auf Fachbühnen, bei Auszeichnungen. Nicht zufällig, sondern weil im Landkreis Dinge entstehen, die Bestand haben – und ihren Weg nach draußen finden.“ Es ist kein Eigenlob der Marketingleute um Janine Niederstraßer und der Akteure in puncto Direktvermarktung.
Es ist eine Bewertung, die zum wiederholten Mal ihren Ausdruck bei der diesjährigen Verleihung der pro agro-Marketingpreise auf der Grünen Woche in Berlin findet. Am Freitag (16. Januar 2026) haben Landwirtschaftsministerin Hanka Mittelstädt, pro agro-Vorstandsvorsitzende Dorothee Berger und pro agro-Geschäftsführer Kai Rückewold gleich zwei Beiträge aus Elbe-Elster geehrt, die auf ganz unterschiedliche Weise zeigen, was diesen Landkreis ausmacht – und warum der Blick von außen immer wieder hierher zurückkehrt.
Apfelstollen, Geschmack aus Elbe-Elster fürs ganze Jahr
Den Anfang macht etwas, das vertraut wirkt und trotzdem neu gedacht ist: der Elbe-Elster-Apfelstollen der Bäckerei Dorn aus Wahrenbrück. Kein klassischer Winterstollen, kein Produkt für eine kurze Saison, sondern ein eigenständiger Ansatz. Die Erfinder und die Jury sind sich einig: „Der Apfelstollen verbindet Handwerk mit einer Idee, die zur Region passt – und genau dadurch fällt er auf.“
Janine Niederstraßer, Marketingkoordinatorin des Landkreises Elbe-Elster: „Dass dieser Stollen ausgezeichnet wird, hat auch damit zu tun, dass er Erwartungen bricht. Er steht nicht für Weihnachten, sondern für Elbe-Elster. Für einen anderen Blick auf Bekanntes, für Mut zur Abwandlung, ohne das Handwerk zu verlieren. Ein Produkt, das zeigt, dass Weiterdenken bei uns kein Sonderfall ist.“
Dazu kommt: Beim Apfelstollen geht es nicht nur um Geschmack, sondern auch um Rückkopplung in die Region. Ein Teil des Erlöses fließt in den Pomologischen Garten nach Döllingen – und damit in einen Ort, der für Obstvielfalt, regionale Wurzeln und gelebte Kulturgeschichte steht. Der Apfelstollen trägt diese Idee mit nach außen: Genuss, der hier verankert bleibt und zugleich etwas zurückgibt.
In der Bewertung der Jury heißt es: „Erstmals wurde der ‚Niederlausitzer Apfelstollen‘ 2025 beim 1. Brandenburger Brotmarkt im Rahmen des 30. Apfeltages im Pomologischen Garten Döllingen präsentiert. Begeistert von der Arbeit des Kerngehäuse-Vereins und dem gigantischen Apfelaufkommen im Garten entstand eine neue Kooperation.“
Von Doberlug nach Bad Liebenwerda dem Wasser auf der Spur
Ganz anders, aber ebenso fest in Elbe-Elster verankert, ist der zweite ausgezeichnete Beitrag: „LassWissen“ im Naturpark Niederlausitzer Heidelandschaft. Der Forschungspfad ist eine Fahrradrunde zwischen Schloss Doberlug und dem Naturparkhaus Bad Liebenwerda – und unterwegs wird aus einer Tour ein Mitmach-Erlebnis.
Entlang der Route warten neun Stationen, an denen man stehen bleibt, ausprobiert, hinschaut und mitmacht. Eine App führt durch die Tour, erklärt unterwegs kurz und verständlich, was man gerade sieht, und lädt dazu ein, Beobachtungen festzuhalten. Wer ohne Handy unterwegs sein will, kann stattdessen eine Forscherbox nutzen. Wissen entsteht hier nicht auf Abstand, sondern mitten in der Landschaft.
Im Mittelpunkt steht eine Frage, die in Elbe-Elster längst präsent ist: Was passiert mit dem Wasser? „LassWissen“ macht diesen Wandel greifbar, ohne kompliziert zu werden. Genau darin liegt die Stärke des Projekts – und genau das wird mit der Auszeichnung sichtbar.

Dritter Preis in der Kategorie Landtourismus: Ilona Ertle und Mareike Göpel vom Naturpark Niederlausitzer Heidelandschaft (hellgrüne Jacken) nehmen die Ehrung für die Mitmach-Radtour „LassWissen“ von Ernährungswirtschaftsministerin Hanka Mittelstädt (r.), pro agro-Vorstandsvorsitzender Dorothee Berger (l.) und pro agro-Geschäftsführer Kai Rückewold entgegen.
Philipp Strelitz/LKEEDie Bewertung liest sich unter anderem so: „Die Jury überzeugte das innovative Konzept, welches nachhaltigen Naturtourismus, interaktive Wissensvermittlung und Familienfreundlichkeit vereint, in dessen Mittelpunkt das wichtige Thema ‚Verschwinden des Wassers‘ als Folge der nachbergbaulichen Landschaftsentwicklung steht.“
Direktvermarktung und Landtourismus sind keine Eintagsfliegen
Landrat Christian Jaschinski (CDU), zugleich ehrenamtlicher Vorsitzender des Fördervereins des Naturparks: „Die Preise zeigen, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Danke allen, die sich engagieren. Unsere Region hat Ausstrahlung und handwerkliche Produkte und kreative Ideen werden wahrgenommen. Ich freue mich.“
Dass solche Beiträge aus Elbe-Elster regelmäßig gewürdigt werden, so Janine Niederstraßer, sei kein Automatismus. Sichtbarkeit entstehe nicht nebenbei. Sie sei das Ergebnis von Arbeit, die bewusst darauf ausgerichtet ist, regionale Qualität nach außen zu tragen.
„Wir verstehen uns als Ansprechpartner in der Region, wenn es darum geht, Sichtbarkeit zu erzeugen – als Brücke zwischen Idee und Öffentlichkeit. Genau so kommen die Menschen und Projekte dahin, wo sie hingehören: ins Blickfeld, auf Landesebene, auf die Bühne“, sagt Janine Niederstraßer.
Die Grüne Woche biete dafür den passenden Rahmen – geehrt worden seien am Ende Menschen, die Elbe-Elster prägen und zeigen würden, was diese Region kann.
Zum Marketingpreis
Vergeben wurden auf der Grünen Woche die Preise in den drei Hauptkategorien Direktvermarktung, Ernährungswirtschaft sowie Land- und Naturtourismus.
Alle Bewerbungen wurden von einer Fachjury aus den Bereichen Agrar- und Ernährungswirtschaft, Tourismus, Lebensmitteleinzelhandel, Medien und Wissenschaft unter Leitung des Verbandes pro agro begutachtet, bewertet und daraufhin die Preisträger in den Kategorien gekürt.
Insgesamt erreichten den Verband 56 Bewerbungen; 25 in der Kategorie Direktvermarktung, 14 aus dem Bereich der Ernährungswirtschaft und 17 für den Land- und Naturtourismus. Quelle: pro agro


