Grüne Woche Berlin 2025
: Dieses Brot aus Wahrenbrück bei Bad Liebenwerda holt Platz 1

Am ersten Tag der Grünen Woche in Berlin werden in der Brandenburghalle traditionell die pro agro-Marketingpreise verliehen. Platz 1 geht nach Wahrenbrück bei Bad Liebenwerda.
Von
Frank Claus
Berlin/Wahrenbrück
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Brotsommelier Paul Müller in Aktion - hier beim Apfeltag im Pomologischen Garten in Döllingen.

Brotsommelier Paul Müller in Aktion beim Apfeltag im Pomologischen Garten in Döllingen. (Archivfoto)

Philipp Strelitz/Landkreis Elbe-Elster
  • Paul Müller gewinnt mit "Elbe-Elster-Apfelkorn" den pro agro-Marketingpreis 2025.
  • Brot wird regional gefertigt, Zutaten aus Elbe-Elster, 30 Cent pro Laib für wohltätige Zwecke.
  • Kooperationen mit lokalen Bäckereien und Tourismusverband stärken regionale Wirtschaft.
  • Geplante Events in Schulen und touristische Angebote fördern Gemeinsinn und gesunde Ernährung.
  • Preisverleihung fand auf der Grünen Woche in Berlin statt.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Es gibt Bierbotschafter, Genussbotschafter und auch Brotbotschafter. Einer, der es schon bis in die Küche des Bundespräsidialamtes geschafft hat, sorgt nun unterm Funkturm auf der Grünen Woche in Berlin für Furore.

Die Jury fand sein Produkt, das Konzept und die Idee dahinter so überzeugend, dass sie einstimmig für Platz 1 votiert hat. Aus Insiderkreisen ist bekannt, eine Traumnote, die nur sehr selten verliehen wird. Brotsommelier Paul Müller aus Rückersdorf, beschäftigt in der Bäckerei Dorn in Wahrenbrück, hat für seine Zunft abgeräumt und Platz 1 in der Kategorie Direktvermarktung für sein Brot „Elbe-Elster-Apfelkorn“ geholt.

Was zeichnet das „Elbe-Elster-Apfelkorn“ aus? Paul Müller erklärt: „Im ersten Schritt habe ich eine Brotrezeptur entwickelt, die ich als Marke geschützt habe – das ‚Elbe-Elster Apfelkorn‘. Der Apfel ist ein Stück Heimat, ein Stück Elbe-Elster. Zusammen mit einem traditionell angesetzten Sauerteig werden die Sinne angeregt.

Die Süße des Apfels harmoniert perfekt mit der säuerlichen Nuance des Sauerteiges. Die Sensorik überzeugt letztlich durch das ausgewogene Maß der eingesetzten Back-Komponenten. Ich habe die vollständige Rezeptur regionalen Handwerksbäckereien zur Verfügung gestellt, damit dieses Produkt an vielen Orten in Elbe-Elster gebacken und erworben werden kann.“

Elbe-Elster-Apfelkorn – ein Brot, das nicht nur satt macht

Was ist das Besondere am Apfelkorn? Von jedem verkauften Laib fließen 30 Cent an einen gemeinnützigen Zweck in der Region, den sich die jeweilige Bäckerei selbst aussucht. Um Transparenz zu gewährleisten und sicherzustellen, dass jeder Cent dem Bestimmungszweck zugutekommt, erhält jede Bäckerei individuelle Apfelkorn-Banderolen, die eine eindeutige Abrechnung ermöglichen.

Neben dem Brotsommelier, der das Produkt bei eigenen Veranstaltungen verkauft, wird es momentan in den Bäckereien Dorn in Wahrenbrück, Gäbler in Doberlug-Kirchhain, Harnisch in Schönborn und von Brot-Graf in Herzberg gebacken. Drei Caterer und zahlreiche Gastronomen beziehen es für ihre Angebote auf der Speisekarte beziehungsweise für ihre Verkaufsaktivitäten. Der 500-Gramm-Laib kostet 4,50 Euro.

Auf der Grünen Woche mit dem 1. Preis des pro agro-Marketingpreises prämiert: das Elbe-Elster-Apfelkorn.

Auf der Grünen Woche mit dem 1. Preis des pro agro-Marketingpreises prämiert: das Elbe-Elster-Apfelkorn.

LK EE/Die Piktografen

Wie regional sind die Zutaten? Paul Müller: „Sowohl beim Rohstoffeinsatz als auch bei der Umsetzung der Kampagne setzen wir auf regionale Herkunft und Erzeugernähe.“ Die Rezeptur lege großen Wert auf Regionalität: Das Mehl werde von den nächstgelegenen Mühlen bezogen, und die verwendeten Äpfel stammen, so der Bäcker, überwiegend von den Streuobstwiesen der Umgebung, wie beispielsweise dem Pomologischen Garten Döllingen im Naturpark Niederlausitzer Heidelandschaft.

Wenn ein Brot ein Gemeinschaftsgefühl auslöst

Wer ist an der Apfelkorn-Geschichte beteiligt? Der Brotsommelier staunt selbst, wer inzwischen alles hilft, das Brot zur Elbe-Elster-Marke werden zu lassen. „Kaum war die Idee geboren, bot der Landkreis Elbe-Elster an, die Rezeptur mit dem Regionalsiegel Elbe-Elster zertifizieren zu lassen. Das ist inzwischen passiert.“

Eng sind die lokalen Kooperationen im Marketing, wo ausschließlich Dienstleister aus der Region Elbe-Elster zum Zuge kommen. So erstellen die Piktografen aus Finsterwalde die Grafiken, das Messezubehör stammt von Fin-Lux aus Finsterwalde und die Brotbanderolen wurden in Kooperation mit den ElsterWerken, einem Inklusionsbetrieb aus Herzberg, produziert. Die Zahl der Partner ist groß.

Festorganisatoren stellen an Ständen das Regionalsiegel samt Heimathäppchen und das Apfelkorn-Brot vor. Die Raiffeisen GmbH in Herzberg und Finsterwalde organisiert regelmäßige Regionalmärkte, wo das Brot Bestandteil des Angebotes ist.

Ein Brot – nicht nur für einen Titelgewinn gebacken

Was ist in diesem Jahr geplant? Das Brot soll durch eine Kooperation mit dem Tourismusverband Elbe-Elster-Land und dem Verein „Die Lobenburger“ aus Hohenleipisch weiter vermarktet werden. Ab 2025 wird das buchbare Gruppenangebot „Kremser trifft Apfelkorn“ mehrmals im Jahr stattfinden und den touristischen Marktplatz von Elbe-Elster bereichern. Zudem soll es ein Gewinnspiel geben.

Veranstaltungen in Schulen sind geplant, um den Wert regional erzeugter Produkte zu verdeutlichen und ungesunder Ernährung etwas entgegenzusetzen. Paul Müller: „Gemeinsam werden wir kindgerecht Brot-Pommes aus Apfelkorn herstellen, ganz im Sinne der Reduzierung von Lebensmittelverschwendung und einem bewussten Umgang mit Lebensmitteln.“ Mit dem Tourismusverband und dem Kerngehäuse-Verein aus Döllingen soll das touristische Leitsystem „Essbarer Naturpark“ ausgebaut werden.

Zum pro agro-Marketingpreis

Der pro agro-Marketingpreis, den der Verband bereits seit 2000 jedes Jahr im Rahmen der Internationalen Grünen Woche in Berlin verleiht, zählt zu einer der begehrtesten Auszeichnungen in der regionalen Ernährungs- und Tourismusbranche. Die zentrale Botschaft lautet: Brandenburg ist Kreativität, Innovation und nah am Puls der Zeit.

Für den Wettbewerb um den pro agro-Marketingpreis gingen 41 Bewerbungen aus den Kategorien Direktvermarktung (22), Ernährungswirtschaft (10) sowie Land- und Naturtourismus (9) ein.

Alle Bewerbungen wurden von einer Fachjury aus den Bereichen Agrar- und Ernährungswirtschaft, Tourismus, Lebensmitteleinzelhandel, Medien und Wissenschaft unter Leitung des Verbandes pro agro begutachtet, bewertet und daraufhin die Preisträger in den Kategorien gekürt.

Der Verband pro agro engagiert sich seit über 30 Jahren für die Vernetzung und Vermarktung von Brandenburger Angeboten und Dienstleistungen aus den Bereichen Agrar- und Ernährungswirtschaft sowie Land- und Naturtourismus. Quelle: pro agro