Apfeltag in Döllingen
: Volksfest bricht Rekorde und übertrifft alle Apfeltage

UPDATE 28.9.2025, 16:15 Uhr: 30 Jahre Apfeltag, 25 Jahre Pomogarten und 15 Jahre Äppelmoid: Döllingen feiert groß. Angesichts klasse Wetters scheint ein neuer Besucherrekord gewiss.
Von
Frank Claus
Döllingen
Jetzt in der App anhören
Der Apfeltag in Döllingen ist eröffnet. Es ist ein Volksfest, bei dem die Besucher in Scharen herbeiströmen. Erst recht, wenn wie diesmal wieder, die Sonne prächtig scheint.

Der Apfeltag in Döllingen ist eröffnet. Es ist ein Volksfest, bei dem die Besucher in Scharen herbeiströmen. Erst recht, wenn wie diesmal wieder, die Sonne prächtig scheint.

Veit Rösler
  • Döllingen feiert Dreifachjubiläum: 30 Jahre Apfeltag, 25 Jahre Pomogarten, 15 Jahre Äppelmoid.
  • Über 70 Stände und sonniges Wetter locken Besucher an – neuer Rekord wird erwartet.
  • Stromversorgung könnte knapp werden, warnt Naturparkchef Lars Thielemann.
  • Brandenburger Brotmarkt: Bäcker fürchten Engpässe – 220 Brote, 16 Sorten im Angebot.
  • Regisseurin Maren-Kea Fresse reist zur Eröffnung an, Film „Wilma will mehr“ teils in Plessa gedreht.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

In Döllingen ist am Sonntagmorgen (28. September 2025) mit einem Eröffnungsevent und einem Gottesdienst unter freiem Himmel bei strahlendem Sonnenschein das Dreifachjubiläum – 30 Jahre Apfeltag, 25 Jahre Pomogarten und nun auch noch 15 Jahre Äppelmoid Jana Reichel – angelaufen. An mehr als 70 Ständen haben die Anbieter ihre Waren ausgebreitet. Das ist ein neuer Rekord!

Diesmal befürchten die Veranstalter sogar am Vormittag schon an die Kapazitätsgrenzen zu stoßen. „Wir befürchten, dass der Strom nicht reichen könnte“, meint Naturparkchef Lars Thielemann. Aus Berlin ist sogar Maren-Kea Freese, Regisseurin des Films „Wilma will mehr“, der in den Kinos angelaufen ist und zu großen Teilen im benachbarten Plessa gedreht wurde, zur Eröffnung angereist. Einige Besucher sind vom „Pomogarten-Bahnhof“ Hohenleipisch mit Stock, Hut und Rucksack bis nach Döllingen gelaufen.

Brandenburger Brotmarkt: Bäcker in Sorge

Zum ersten Mal findet der Brandenburger Brotmarkt statt, und kurz nach elf Uhr haben die beteiligten drei Bäckereien Dorn aus Wahrenbrück, der Brot-Graf aus Dresden/Herzberg und Beeg aus Bad Liebenwerda Sorge, dass ihre Brote nicht reichen werden. „Hoffentlich ist in einer Stunde nicht alles alle“, sagt die Ehefrau von Brotsommelier Paul Müller angesichts des großen Andrangs. Immerhin 220 Brote sind vorbereitet worden. Die Bäcker haben insgesamt 16 Sorten hergestellt.

Um die Mittagsstunde sind die Stände dicht umlagert. Eine lange Schlange Wartender hat sich im Zelt gebildet, wo Gäste wieder ihre einheimischen Apfelsorten von einem Fachmann bestaunen lassen können. Insider wissen: Zwei, drei Exemplare jeder Sorte mitbringen und schon geht der Fachmann ans Werk. An Wuchsform, Farbe, Geschmack und an den Kernen kann er die meisten Sorten bestimmen.

Erstmals etwa 100 Meter lange Schlange am Eingang

Erstmals sind zum Apfeltag zwei riesige Schlangen aufgetaucht! Die erste hat sich schon am Morgen mit etwa 30 Meter Länge gezeigt, und diese ist dann auf etwa 50 Meter angewachsen. Brav warteten die Obstliebhaber, um sich von den Pomologen Hans-Jürgen Mortag und Urte Delft ihre Apfelsorten bestimmen zu lassen. Über den Mittag wurde dann auch noch dieser Rekord gebrochen, mit einer ca. 100 Meter langen Schlange am Eingang zum Festgelände. Bis in den späten Nachmittag hinein war das Gelände von Besuchern regelrecht überflutet.

Mit Landrat Christian Jaschinski (CDU), König Friedrich II., Hufeisen, Klauenschnitt, Gedichten und einem königlichen Gefolge ist am Nachmittag eine neue Apfelsorte auf den Namen Wilma getauft worden. Der Preußische König Friedrich II. verlas noch einmal seine berühmte Proklamation, nach der in Preußen von den Untertanen in Größenordnungen Apfelbäume gepflanzt werden müssen. Darsteller Enrico Kleppa vom Hohenleipischer Heimatverein gilt inzwischen als authentischer Darsteller des Preußenkönigs. Unmittelbar danach wurde eine neue Apfelsorte gepflanzt und getauft.

Die Hauptorganisatorin des Apfeltages der vergangenen Jahre und Vorsitzende vom Kerngehäuse-Verein, Andrea Opitz, wurde für ihr Lebenswerk geehrt.

  • Äpfel vom Fachmann bestimmen lassen - schon am Vormittag bildet sich eine lange Schlange.

    Äpfel vom Fachmann bestimmen lassen - schon am Vormittag bildet sich eine lange Schlange.

    Veit Rösler
  • Julia Eckardt von der Humboldt-Uni Berlin will möglichst viele Weinsorten aus der Region sammeln, um sie gentechnisch bestimmen zu lassen. Baumschulgärtner Roland Graeff hat Hobbywinzer vorm Apfeltag gebeten, mit einigen Stielen und Stängeln samt Blattwerk nach Döllingen zu kommen.

    Julia Eckardt von der Humboldt-Uni Berlin will möglichst viele Weinsorten aus der Region sammeln, um sie gentechnisch bestimmen zu lassen. Baumschulgärtner Roland Graeff hat Hobbywinzer vorm Apfeltag gebeten, mit einigen Stielen und Stängeln samt Blattwerk nach Döllingen zu kommen.

    Veit Rösler
  • Zum ersten Mal findet ein Brotmarkt beim Apfeltag in Döllingen statt. 220 Brote haben die drei Bäckereien im Angebot.

    Zum ersten Mal findet ein Brotmarkt beim Apfeltag in Döllingen statt. 220 Brote haben die drei Bäckereien im Angebot.

    Veit Rösler
  • Ist das nicht eine Pracht? Die Gärtnerei Winde aus Schönborn, vorn Chef Rüdiger Winde, bietet unter anderem verschiedenfarbige Sorten Heide an.

    Ist das nicht eine Pracht? Die Gärtnerei Winde aus Schönborn, vorn Chef Rüdiger Winde, bietet unter anderem verschiedenfarbige Sorten Heide an.

    Veit Rösler
1 / 4

Hannes (38) und Gabriele Pietsch (62) aus dem sächsischen Pulsnitz bauen im Nebenerwerb verschiedene Obstsorten und Gemüse an. Sie stellen die Vielfalt aus, um die Bandbreite zu zeigen. Zudem wollen sie Kleingärtner anregen, die Arten zu erhalten. Spezialisten sind sie auch für Tomatensorten. 250 reife Sorten haben sie beim Apfeltag dabei, zu Hause sind es im Anbau etwa 300 Sorten.

Zum ersten Mal ist die technische Assistentin Julia Eckardt (41) von der Humboldt-Universität Berlin zu Gast. Sie ist auf der Suche nach alten Weinsorten und wird durch Baumschulgärtner Roland Graeff aus Zeischa unterstützt. Bisher 33 Sorten hat sie in Brandenburg gefunden. Über Genmaterial aus den Blättern werden alle Pflanzen untersucht.