Apfeltag in Döllingen: Was bei Züchtung der neuen Apfelsorte beachtet werden musste

Eine neue Apfelsorte kommt in Döllingen auf den Markt! Auf dem Foto sind Botaniker und Züchter Egbert Kritsch (v.l.) mit der neuen Apfelsorte im Korb, Äppelmoid Jana Reichel, Enrico Kleppa als Preußenkönig Friedrich II., Baumschulgärtner Roland Graeff und die Vorsitzende des Kerngehäuse-Vereins, Andrea Opitz, zu sehen.
Veit Rösler- Döllingen feiert am 28. September 2025 den Apfeltag mit einer neuen regionalen Apfelsorte.
- Botaniker Egbert Kritsch und Gärtner Roland Graeff züchteten die Sorte über sechs Jahre.
- Namensvergabe für den Sommerapfel erfolgt nach juristischer Prüfung auf Markenrechtsverletzungen.
- Erster Brotmarkt Brandenburgs ergänzt das Fest mit regionalen Backwaren und kreativen Angeboten.
- Humboldt-Universität untersucht vor Ort alte Weinsorten anhand von mitgebrachten Blättern.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Nach sechs Jahren der Auslese und Züchtung ist es so weit. Anlässlich des Doppeljubiläums im Pomologischen Schau- und Lehrgarten – 30 Jahre Apfeltag und 25 Jahre Pomogarten – wird am Sonntag (28. September 2025) in Döllingen (Landkreis Elbe-Elster) eine neue regionale Apfelsorte vorgestellt. Ein Pfarrer, eine Apfelkönigin und ein Monarchen im Gewand von Friedrich II. werden sie krönen. Die Zeremonie ist mit einer Namensvergabe für den neuen, leckeren Sommerapfel verbunden.
Verantwortlich für die Auslese und Züchtung der neuen Apfelsorte sind Botaniker Egbert Kritsch (66) aus Plessa und Baumschulgärtner Roland Graeff (73) aus Zeischa. Bei der Krönung des neuen Apfels wird auch an die Historie um Äpfel im Bereich des Landes Brandenburg gedacht. Jeder Herrscher und heute jeder Regierungschef ist naturgemäß dazu verpflichtet, Hungersnöte in seinem Volk nachhaltig zu verhindern.
So erließ Friedrich der Große 1756 den Kartoffelbefehl, nach dem jeder Bauer unter Androhung von Strafe Kartoffeln anbauen musste. Damit spielte der König bei der flächendeckenden Verbreitung des Erdapfels eine entscheidende Rolle.
Friedrich II. verordnete die „Apfelbaum-Pflanz-Pflicht“
Friedrich II. (1712 bis 1786) förderte aber auch den Apfelanbau mit einer „Apfelbaum-Pflanz-Pflicht“ in Preußen. Durch Anordnung verpflichtete er Landwirte zur Anpflanzung und Veredelung von Obstbäumen, um die Versorgung der Bevölkerung mit Obst zu verbessern. „Der Alte Fritz“ integrierte sogar Obstpflanzungen in einem Teil des Lustgartens in Sanssouci in Potsdam.
Jeder Untertan sollte im Herbst eine bestimmte Anzahl neuer Bäume pflanzen. Durch gezielte Förderungen wurden dabei auch historische Sorten begünstigt und dabei deren Nutzen und positive Eigenschaften erforscht.
So ähnlich sind nun auch Egbert Kritsch und Roland Graeff vorgegangen. Mittels Ausleseverfahren aus zahlreichen Apfelkörnern wurden zunächst viele Bäume angesät. Danach wurden die positiven Eigenschaften – wie zum Beispiel die Winterhärte, die Lagerfähigkeit und natürlich auch deren Optik und Geschmack – über mehrere Jahre ausgekundschaftet und verglichen. Schließlich werden die neuen Sorten auch noch veredelt.
„Zu 90 Prozent handelt es sich bei Apfelsorten um Wildsämlinge, die irgendwo wild aufgewachsen sind und die einem aufmerksamen Menschen aufgefallen sind. Werden diese für gut befunden, werden sie vermehrt, veredelt und irgendwann erhalten sie gelegentlich einen Namen“, erklärt Botaniker Egbert Kritsch.
Neue Apfelsorte – da haben Juristen ein Wörtchen mitzureden
Demgegenüber werden wenige Sorten ebenfalls über mehrere Jahre direkt auf bestimmte Eigenschaften hin gezielt gezüchtet. Dann kommt das juristische Nachspiel einer Namensvergabe, für das Egbert Kritsch, Roland Graeff und die Vorsitzende des Kerngehäuse-Vereins, Andrea Opitz, etwa ein Jahr gebraucht haben.
Um einen Namen für eine neue Apfelsorte verwenden zu dürfen, muss eine Rechtsanwaltskanzlei mögliche Markenrechtsverletzungen nachprüfen und den neuen Namen gerichtsfest machen. Erst wenn der Name tauglich ist, kann die neue Apfelsorte ihre geplante Bezeichnung erhalten.

Der erste Brotmarkt Brandenburgs wartet mit einem breiten Angebot an Broten und Backwaren in Döllingen auf.
Social Media Team LKEE/ P. StrelitzIn diesem Jahr gibt es noch eine weitere Besonderheit zum Apfeltag in Döllingen. Dort breiten nicht nur über 70 Stände ihre Waren aus. Mit dabei ist auch die Humboldt-Universität zu Berlin mit einem Stand. Zusammen mit der Berliner Universität geht man am diesjährigen Apfeltag auf Spurensuche nach alten Weinsorten. Wer noch alte Weinpflanzen am Haus, im Garten oder auf einer Plantage hat, kann ein paar Blätter mitbringen. Über das Genmaterial kann man dann das Alter und die Herkunft der Weinpflanze ermitteln lassen.
Der Apfeltag in Döllingen beginnt am Sonntag (28. September 2025) um 10 Uhr mit einem Rundgang und einem Festgottesdienst. Neben den Angeboten eines Volksfestes mit leckeren Produkten und vielen kulturellen Programmpunkten, wie Theater und Erntewagenkorso, gibt es für Obstanbauer unter anderem Baumschnittseminare, Apfelausstellungen und Obstsortenbestimmungen.
Erster Brotmarkt Brandenburgs
- Zum ersten Brotmarkt laden der Landkreis Elbe-Elster und der Tourismusverband im Rahmen des Apfeltages nach Döllingen ein.
- Die Idee geht auf das Apfelkorn-Projekt zurück, das Anfang 2025 bereits mit dem pro agro Marketingpreis ausgezeichnet wurde. Ziel ist es, regionale Wirtschaft zu fördern, Kreisläufe sichtbar zu machen und das Regionalsiegel mit Leben zu füllen.
- Am Veranstaltungstag präsentieren sich Bäckereien mit einem breiten Angebot an Broten und Backwaren. Ergänzt wird das Programm durch weitere Anbieter aus der Region: Die Hoftante mit den Elbe-Elster-Botschaftern, Matthias Weiland mit seiner Pulled-Wild-Klappstulle samt Apfelrotkohl, Dietlind Loos mit einem Kaffee-Mitmach-Angebot sowie Anna-Marie Josefin Beeg mit einem kreativen Salzteig-Erlebnis für Kinder und Erwachsene. Der Brotgraf bereichert die Veranstaltung zusätzlich mit Apfel-Quark-Bällchen.
- Für den besonderen Rahmen sorgt die hölzerne Mondsichel von Justus Mertzig, die das Marktgeschehen architektonisch prägt. Quelle: Landkreis


