Der viele Schnee sorgt am Mittwoch und Donnerstag (18. und 19. Januar 2023) für schwierige Verhältnisse in der Lausitz. Verkehrsunfälle und umgestürzte Bäume verlangten den Rettungskräften viel ab. Der plötzliche Wintereinbruch führte aber auch zu Stromausfällen in Südbrandenburg.
Etwa 6100 Menschen waren am Mittwochabend und Donnerstagvormittag zeitweise ohne Strom, heißt es vom Stromversorger Mitteldeutsche Netzgesellschaft Strom mbH. Grund waren Bäume, die unter der Schneelast auf Freileitungen gefallen sind und diese beschädigt haben. Monteure und Vertragsfirmen waren nach Angaben des Versorgers seit Mittwochnacht im Einsatz, um Leitungen zu reparieren. In der Region Proschim im Spree-Neiße-Kreis könne es im Laufe des Tages durch Reparaturarbeiten noch einmal zu kurzen Stromunterbrechungen kommen. Auch im Raum Bad Muskau in Ostsachsen hat sich ein Stromausfall ereignet.

Feuerwehr zu knapp wetterbedingten 80 Einsätzen gerufen

Zu insgesamt 78 Einsätzen musste die Feuerwehr laut Leitstelle Lausitz ausrücken. Zunächst war vor allem der Landkreis Oberspreewald-Lausitz betroffen, später kam noch der Spree-Neiße-Kreis hinzu. „Unzählige Bäume brechen unter der Schneelast zusammen“, so Jens Zimmermann, Lagedienstführer bei der Leitstelle Lausitz in Cottbus. Straßen und Gehwege müssten nun geräumt werden.
Aufgrund des anhaltenden Schneefalls und der daraus resultierenden Glätte konnten am Nachmittag die Busse der Cottbusverkehr GmbH den Bahnhofsberg in Cottbus vorübergehend nicht passieren. Das teilte der Pressesprecher des Unternehmens, Robert Fischer, mit. Die Fahrzeuge der Linien 10, 15, 16, 44 und 47 wurden über den Altmarkt – Sandow Warmbad – Dissenchener Straße und den Stadtring zum Hauptbahnhof und in die Gegenrichtung geführt. Alle Haltestellen, die entlang der Umleitungsstrecke liegen, konnten aber bedient werden. Nachdem der Winterdienst den Bahnhofsberg beräumt hatte, konnten die Busse wieder fahren.
„Im Straßenbahnbetrieb gibt es im Moment keine Einschränkungen“, so Robert Fischer weiter. Aufgrund der Witterung könne es jedoch auf allen Bus- und Bahnlinien zu Verzögerungen und kurzfristigen Umleitungen oder Störungen kommen.
Im Fernverkehr der Bahn hat es hingegen am Donnerstag mehrere Ausfälle und Verspätungen gegeben, unter anderem auf der Linie Cottbus-Leipzig. Mehr dazu lesen Sie in folgendem Beitrag:

Viele Verkehrsunfälle auf Lausitzer Straßen

Der einsetzende Schneefall sorgte bereits am Mittwochvormittag für schwierige Fahrbahnverhältnisse auf den Straßen in Südbrandenburg. Bis zur Mittagszeit wurden der Polizei in Cottbus mehr als 30 witterungsbedingte Verkehrsunfälle gemeldet. Weitere 14 Verkehrsunfälle zählte die Leitstelle bis zum Donnerstagmorgen. Die überwiegende Zahl der Zusammenstöße endete glimpflich. In vier Fällen wurden jedoch Personen verletzt.
Bei Neupetershain und in Kittlitz war jeweils ein Auto von der Fahrbahn abgekommen und mit einem Baum kollidiert. Auf dem Elsterbogen in Ruhland rutschten zwei Autos im Kreuzungsbereich ineinander. In Glinzig verlor eine Autofahrerin die Kontrolle über ihr Fahrzeug und stieß gegen ein Gebäude. Rettungskräfte wurden zur medizinischen Versorgung hinzugerufen und brachten die Verletzten in Krankenhäuser.
Die Autobahn 13 musste darüber hinaus in Fahrtrichtung Dresden zwischen Klettwitz und Schwarzheide voll gesperrt werden. Dort war gegen 10.30 Uhr ein Sattelzug ins Rutschen gekommen und quer zur Fahrbahn stehen geblieben. Der Fahrer blieb unverletzt.
Gegen 11.30 Uhr wurde auch die Autobahn 15 zwischen Vetschau und Cottbus in Fahrtrichtung Polen voll gesperrt. Hier war zunächst ein Auto mit der Leitplanke kollidiert. Wenig später stießen an der gleichen Stelle zwei weitere Fahrzeuge zusammen. Die Bergungsarbeiten dauerten mehrere Stunden, so die Polizei weiter.

170 Verkehrsunfälle in Ostsachsen

Auch in Ostsachsen sorgte der Schnee für Chaos auf den Straßen. In den vergangenen 24 Stunden zählt die Polizeidirektion Görlitz für die Landkreise Bautzen und Görlitz 170 wetterbedingte Verkehrsunfälle, sagte ein Sprecher der Polizei. Hierbei handelte es sich vor allem um Blechschäden. Es wurden aber auch Personen verletzt, aber nur leicht.
Auch die Rettungskräfte der Feuerwehren in den Kreisen Bautzen und Görlitz hatten viel zu tun. Vor allem umgestürzte Bäume mussten aus dem Weg geräumt werden. Etwa 15 wetterbedingte Einsätze zählt die Leitstelle in Hoyerswerda.
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