Weinfest in Cottbus: Mit diesen Raritäten locken Winzer aus der Region nach Branitz

Bereits zum vierten Mal laden Gräfin Lucie und Fürst Pückler (Anne Schierack und Hans Anacker) zum Branitzer Weinfest. Welche Spezialitäten aus den Weinkellern der Lausitz dürfen die Besucher in diesem Jahr kosten?
Christiane Schleifenbaum- Das 4. Branitzer Weinfest findet am 30. und 31. August 2025 im Bürgergarten am Marstall statt.
- 13 Winzer aus der Lausitz präsentieren edle Weine, darunter das Weingut Marbach mit Fürst-Pückler-Sekt.
- Das Weingut Guben-Grano zeigt PiWi-Weine, die umweltfreundlich sind und mit Medaillen ausgezeichnet wurden.
- Gunter Schurig bietet exklusiv Federweißen in Weiß und Rot sowie den Rotwein „Preußisch Rotgold trocken“ an.
- Regionale Spezialitäten, Tanz und Musik ergänzen das Programm des beliebten Weinfests in Cottbus.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Fürst Pückler, der einst mit feinem Gespür für Eleganz und Genuss Schloss Branitz erschuf, hätte wohl seine Freude daran: Sein Park wird am 30. und 31. August 2025 wieder zur Bühne für Lausitzer Weine. Die Stiftung Fürst-Pückler-Museum (SFPM) lädt bereits zum vierten Mal zum Weinfest in den Bürgergarten am Marstall. Insgesamt bieten in diesem Jahr 13 Winzer aus der polnischen, sächsischen und brandenburgischen Lausitz ihre edlen Weine und Sekte an.
Ein fester Bestandteil des Branitzer Weinfestes ist das Weingut Marbach aus Jerischke. Winzer Hubert Marbach, der seit vielen Jahren den Lausitzer Weinbau mitprägt, blickt optimistisch auf die Entwicklung der Region: „Es ist schön, dass Branitz dieses Fest wieder veranstaltet. Der Wein in der Lausitz macht große Fortschritte – die Anbauflächen wachsen, und die Qualität hat sich deutlich gesteigert.“
Auf dem Fest präsentiert Hubert Marbach eine sorgfältig zusammengestellte Auswahl seiner rund 15 Weine. Neben Klassikern wie Riesling und Johanniter dürfen sich die Besucher auch auf frische Rosés und elegante Rotweine freuen. Ein besonderes Highlight ist der nach Fürst Pückler benannte Sekt, der im traditionellen Flaschengärverfahren entsteht. Mit seiner kräftigen Roséfarbe, feinen Aromen roter Früchte und einer eleganten Perlage gilt er als echte Rarität der Lausitz.
Weingut Guben-Grano: Medaillen für pilzwiderstandsfähige Reben
Mit dabei ist auch das erst Ende 2024 von Gernoth Apitz gegründete Weingut Guben-Grano, das schon mit den Namen seiner Weine für Aufmerksamkeit sorgt. Etiketten mit der Aufschrift „Der Vertraute“, „Der Verwegene“ oder „Der Verführende“ machen neugierig auf das, was im Glas steckt.
Der gebürtige Cottbuser hat es sich zur Aufgabe gemacht, den Weinbau in Guben wieder aufleben zu lassen. Er betreibt mit seinem Team modernen Weinbau in der Niederlausitz, wo mineralreiche Böden und viele Sonnenstunden ideale Bedingungen schaffen. „Wir bauen zwölf Rebsorten an, die wir zu zehn verschiedenen Weinen ausbauen. Darunter sind zwei Rotweine, sieben Weißweine und zwei Cuvées“, erklärt Apitz.

Gernoth Apitz betreibt seit Ende 2024 das Weingut Guben-Grano. Auf dem Branitzer Weinfest wird er seine Weine aus dem Jahrgang 2024 präsentieren.
Bernd TöpferBesonders stolz ist er auf die pilzwiderstandsfähigen „PiWi“-Sorten Johanniter und Solaris, die nicht nur moderne, umweltfreundliche Alternativen darstellen, sondern dem Weingut erst vor Kurzem zwei Silbermedaillen eingebracht haben. Für die Weine „Der Wegweisende“ und „Das Rückenstück“. „Diese Sorten liegen sehr im Trend, weil wir so Pflanzenschutzmittel auf ein Minimum reduzieren können. Das ist für alle besser“, erklärt Apitz. Trotz Wetterkapriolen – Frost im April 2024 und viel Regen im aktuellen Jahrgang – ist Gernoth Apitz zuversichtlich: „Der Wein ist unverwüstlich. Am Ende zählt, dass genug Sonne für Zucker und Aroma da war.“
Weingut Schurig bringt beliebten Federweißen mit
Von Frostschäden kann auch Gunter Schurig, Inhaber des gleichnamigen Weinguts in Bad Liebenwerda, ein Lied singen. Der späte Kälteeinbruch im Jahr 2024 hatte seine Reben besonders hart getroffen „Ich mache seit 27 Jahren Wein und habe so etwas noch nie erlebt“, erzählt er. Doch trotz der schweren Schäden schlugen die vermeintlich abgestorbenen Triebe erneut aus. „Die Rebe hat es geschafft“, sagt Schurig mit spürbarem Stolz. In diesem Jahr zeigt sich das Wetter gnädiger, die Bedingungen für die Weinlese sind deutlich günstiger.

Gunter Schurig aus Bad Liebenwerda bringt neben anderen Weinen auch dieses Jahr seinen eigenen Federweißen zum Branitzer Weinfest mit. Dieser beliebte junge Wein ist noch in der Gärung und schmeckt daher süßlich und leicht prickelnd.
Heike SchurigGunter Schurig ist auf dem Branitzer Weinfest der einzige Aussteller, der selbst angebauten Federweißen mitbringt – und zwar gleich in zwei Varianten, weiß und rot. Schon im vergangenen Jahr war das spritzig-leichte Herbstgetränk, das aus frisch gepresstem Traubensaft entsteht, sehr gefragt. Doch die Herstellung hat es in sich: Dem Most wird Hefe zugesetzt, die den Zucker in Alkohol und Kohlensäure verwandelt. Der Zeitpunkt ist dabei entscheidend – nur wenn die Balance zwischen Restsüße und Spritzigkeit stimmt, entfaltet der Federweißer seinen typischen prickelnden Geschmack.
Neben dieser saisonalen Spezialität präsentiert der gebürtige Cottbuser auch seine klassischen Weine: verschiedene Weißweine sowie eine Besonderheit für Kenner – einen Wein aus dem Jahrgang 2022, der ganze drei Jahre in Eichenfässern reifen durfte: den markanten Rotwein „Preußisch Rotgold trocken“, der sich durch besondere Tiefe und Komplexität auszeichnet.
Zum Weinfest gehört natürlich auch ein breites Angebot regionaler Kulinarik. Mit dabei sind unter anderem der Bioladen Schömmel und die Bäckerei Wahn, die frische Backwaren anbieten. Die Kaffeerösterei Cottbus sorgt für Erfrischung, ebenso wie die Eiswerkstatt Cottbus mit handgemachtem Eis. Ergänzt wird das Angebot durch Lausiko’s Manufaktur mit regionalen Feinkostprodukten wie Pesto und Brotaufstriche. Ein vielseitiges Tanz- und Musikprogramm rundet das Branitzer Weinfest auch in diesem Jahr ab.
Warum setzen Weinbauer in der Lausitz auf PIWI-Reben?
● Die Abkürzung PiWi steht für pilzwiderstandsfähige Reben.
● Dies sind Kreuzungen aus amerikanischen und asiatischen Wildreben mit europäischen.
● Dazu gehören Weinsorten wie Cabernet Blanc, Solaris, Souvignier Gris.
● In Deutschland werden laut dem Deutschen Weininstitut erst knapp 3 Prozent der angebauten Rebflächen mit PiWis bepflanzt, jedoch wächst die Anbaufläche von Jahr zu Jahr. ● Der Vorteil für Mensch und Natur ist, dass sie resistenter sind und kaum noch Pflanzenschutz benötigen.
● Kritiker bemängeln, dass PIWI-Weine weniger aromatisch seien.


