Vandalismus in Cottbus
: Zerstörter Monitor von NS-Ausstellung inzwischen ersetzt

UPDATE, 19.8.2026: Ein Mann soll am Hauptbahnhof in Cottbus einen Bildschirm einer Ausstellung zur NS-Geschichte beschädigt haben. Die Polizei hat einen Mann festgenommen. Was bisher bekannt ist.
Von
dpa ,
Stephan Meyer
Cottbus
Jetzt in der App anhören

Im Hauptbahnhof in Cottbus findet derzeit eine Ausstellung zu Deportationen in der NS-Zeit statt. Ein Monitor wurde laut Menschenrechtszentrum zerstört. Die Polizei hat einen Verdächtigen festgenommen. (Symbolbild)

Frank Hammerschmidt/dpa
  • Cottbus: Monitor einer NS-Ausstellung im Hauptbahnhof wurde zerstört.
  • Bundespolizei griff am Abend des 30. Juli 2026 einen stark betrunkenen Mann auf.
  • Der Promillewert lag laut Polizei bei 4,2 – es wird wegen Sachbeschädigung ermittelt.
  • Der Mann soll mit der Faust gegen die digitale Anzeige geschlagen haben.
  • Das Menschenrechtszentrum erstattete Anzeige und will den Bildschirm ersetzen.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Ein Projekt zur Erinnerung an Opfer der NS-Zeit ist in Cottbus beschädigt worden. Ein Bildschirm am Hauptbahnhof, der Teil einer Ausstellung zur NS-Geschichte ist, sei zerstört worden und funktioniere nicht mehr, sagte heute die Geschäftsführerin des Menschenrechtszentrums Cottbus, Heide Schinowsky. Sie habe Anzeige erstattet.

Eine Sprecherin der Bundespolizei sagte, eine Streife habe am Donnerstagabend, 30. Juli 2026, einen stark betrunkenen Mann aufgegriffen. Genauer gesagt um 23.05 Uhr, wie die Pressestelle der Bundespolizei auf Nachfrage präzisiert. Der Bahnhof ist grundsätzlich rund um die Uhr zugänglich.

Der Promillewert des Beschuldigten betrug laut Polizei 4,2. Es werde wegen Sachbeschädigung gegen den Mann ermittelt. Er soll mit der Faust gegen die digitale Anzeige geschlagen haben. Zum Motiv konnte die Bundespolizei bislang keine Angaben machen.

Das Menschenrechtszentrum ist ein Träger der im Juni eröffneten Ausstellung „Cottbus: Ein Bahnhof der Erinnerung. Deportationen und Zwangsarbeit im Nationalsozialismus“. Sie thematisiert Deportationen jüdischer Menschen in Zügen vom Bahnhof Cottbus aus und will an ihre Schicksale erinnern. Auch Zwangsarbeiter kamen über die Bahn nach Cottbus.

Cottbus Newsletter
Mittwoch um 18.00 Uhr
Der wöchentliche Newsletter aus Cottbus und Umgebung mit exklusiven Geschichten rund um die Heimat der Krebse. Entdecken Sie die aktuellen Top-Storys und den Redaktionstipp fürs Wochenende direkt für Sie aufbereitet.
„Ein solcher Angriff trifft (...) weit mehr als ein technisches Gerät.“
Heide Schinowsky
Geschäftsführerin des Menschenrechtszentrums Cottbus

Ein solcher Angriff trifft deshalb weit mehr als ein technisches Gerät. (...)“, sagte Schinowsky. Der Monitor ist im Bahnhofsgebäude neben der normalen Abfahrtstafel für Züge installiert. Das Menschenrechtszentrum will den zerstörten Bildschirm nun ersetzen.

So lange ist die Ausstellung am Bahnhof in Cottbus noch zu sehen

Inzwischen ist das geschehen. „Die digitale Medieninstallation ist damit wieder vollständig zu sehen“, teilt das Menschenrechtszentrum in einer Pressemitteilung vom 19. August mit.

„Uns war wichtig, dass die Zerstörung nicht das letzte Wort hat. Die Installation soll gerade an diesem historischen Ort sichtbar bleiben“, sagt Heide Schinowsky, Geschäftsführerin des Menschenrechtszentrums.

Die Ausstellung auf dem Bahnhofsvorplatz und im Hauptbahnhof läuft noch bis zum 30. August. Im Anschluss wird sie auf dem Gelände des Menschenrechtszentrums Cottbus und ab dem 9. November in der Oberkirche St. Nikolai zu sehen sein.