Vandalismus in Cottbus: Polizei schnappt Tatverdächtige zu rechtsextremen Graffiti

Die Zahl rechtsextremer Schmierereien hat in Cottbus zugenommen. In einem Fall hat die Polizei nun Tatverdächtige ermitteln können. Im Bild: Ein Mitarbeiter der Deutschen Bahn entfernt eine Hakenkreuz-Schmierei in der Blechenstraße in Cottbus. (Archiv)
Steven Wiesner- Polizei ermittelte in Cottbus drei Jugendliche nach rechtsextremen Graffiti in Sachsendorf.
- Einsatz am 12. Juli 2026: SS-Runen, Hakenkreuze und antisemitische Sprüche an Hauswänden.
- Seit Ende April häufen sich verfassungsfeindliche Schmierereien an mehreren Orten der Stadt.
- Beispiele seit dem Frühling: „NS-Kiez“-Schriftzug, Hakenkreuze, beleidigende und antisemitische Parolen.
- Stadt wertet die Taten als Warnsignal; Staatsschutz ermittelt, Kosten für Entfernung entstehen.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Hakenkreuze, der Schriftzug „NS-Kiez“ sowie beleidigende und antisemitische Sprüche – die Polizei in Cottbus meldet seit Ende April zahlreiche verfassungsfeindliche Graffiti in der Stadt. Eine Vandalismus-Serie scheint sich aufzubauen.
In einem Fall haben die Ermittler jetzt drei Tatverdächtige aufgegriffen. Am Sonntagnachmittag, 12. Juli 2026, ist die Polizei in die Turnower Straße in Sachsendorf gerufen worden. In einem Durchbruch hatten Unbekannte mehrere Graffiti an den Hauswänden angebracht, wie die Polizei mitteilt. Darunter SS-Runen, Hakenkreuze und antisemitische Sprüche. Eine Zeugin hatte gegen 17.30 Uhr den Notruf gewählt und gemeldet, dass an der gleichen Stelle Sprüher aktiv seien.
Die hinzugerufene Polizei konnte drei Jugendliche im Alter von 14 und 15 Jahren aufgreifen. Der Staatsschutz sei jetzt mit den weiteren Ermittlungen befasst, heißt es von der Polizei.
Serie rechtsextremer Graffiti in Cottbus reißt nicht ab
Der Staatsschutz ermittelt auch in den anderen Fällen, die sich seit dem Frühling zugetragen haben. Am Dienstag, 30. Juni 2026, meldeten Zeugen in den frühen Morgenstunden einen schwarzen Schriftzug in der August-Bebel-Straße in Cottbus. Unbekannte hatten dort den verfassungswidrigen Spruch „NS-Kiez“ in einer Größe von 70 mal 80 Zentimetern auf einen Aufsteller geschmiert.
Am 9. Juni wurden an der Zuschka in Schmellwitz zwei Hakenkreuze auf eine Treppe gesprüht. In der Nacht vom 10. auf den 11. Juni waren erneut Graffiti-Sprayer unterwegs – dieses Mal in der Lessingstraße. Sie sprühten an einer Haustür und der angrenzenden Fassade eines Mehrfamilienhauses auf einer Fläche von zwölf Metern Länge sowohl beleidigende als auch antisemitische Sprüche.
Am 11. Juni sind in Sandow ebenfalls zwei Hakenkreuze festgestellt worden. Diese wurden in Sandow am Elizabeth-Wolf-Ufer an zwei Bäume aufgebracht.
Allein elf mutmaßlich rechtsextreme Straftaten in einem Monat
Zur Erinnerung: Ein großes Hakenkreuz wurde erst Ende April an eine Wand der Synagoge in der Spremberger Straße angebracht. Das war binnen weniger Tage der zweite antisemitische Anschlag auf die jüdische Gemeinde von Cottbus. Kurz zuvor war das Gebäude mit einem Schriftzug schon einmal judenfeindlich besprüht worden.
In dem Monat hatten sich nach Angaben der Polizei insgesamt elf mutmaßlich rechtsextrem motivierte Straftaten ereignet. So sollen unter anderem Unbekannte vor der Wohnung eines Pfarrers Sachbeschädigungen begangen und rechtsextreme Aufkleber hinterlassen haben. Am selben Tag wurde laut Polizei eine 18-jährige Radfahrerin von einem jungen Mann zum Anhalten gezwungen, wobei ihr ein antifaschistisches Abzeichen von der Tasche gerissen worden sein soll.
Gegen Ende des Monats warfen Unbekannte zudem ein bengalisches Feuer in den Hausflur des „WK51“. In dem Gebäude wohnen internationale Studierende, Handwerker sowie Menschen, die sich kulturell und zivilgesellschaftlich engagieren. Die elf Fälle liegen inzwischen bei der Staatsanwaltschaft, wie Polizeisprecher Sascha Erler mitteilt.
Auch in Drebkau sind immer wieder verfassungsfeindliche Schmierereien entdeckt worden. Hier ermittelt die Polizei mittlerweile gegen zwei minderjährige Tatverdächtige.
Rechtsextreme Graffiti sind für die Stadt Cottbus ein Warnsignal
Ob die Tatverdächtigen, die in dem jüngsten Fall ermittelt wurden, auch im Verdacht stehen, für andere Schmierereien in der Stadt verantwortlich zu sein – darüber liegen der Redaktion derzeit noch keine Informationen vor.
Die Entfernung der Graffiti koste die Stadt nicht nur jedes Jahr mehrere Tausend Euro, solche Schmierereien zu beseitigen, allein die Entstehung spreche auch für sich. „Sie sind auch ein Warnsignal für verfestigte extremistische Einstellungen, gegebenenfalls aber auch für eine provokative Haltung gegenüber dem Staat oder Andersdenkenden“, sagt Stadtsprecher Jan Gloßmann. Die Stadt Cottbus verurteilt extremistische und antisemitische Schmierereien an Fassaden ausdrücklich.

