Bei der Stichwahl um das Amt des Oberbürgermeisters von Cottbus gewinnt der SPD-Kandidat Tobias Schick. Die AfD hat mit Lars Schieske ihr Ziel nicht erreicht: Die Partei, die dem Verfassungsschutz in Brandenburg als rechtsextremer Verdachtsfall gilt, stellt nun nicht das Stadtoberhaupt.
Das ist vernünftig und hat einen Grund: Hinter Tobias Schick hatten sich die bürgerlichen bis linken Parteien versammelt und ihre Wählerinnen und Wähler zur Stimmabgabe für den SPD-Politiker motiviert. Allein hätte die SPD diesen Sieg nicht errungen.
Für Schick ist das eine Bürde. Wenn der bisherige Chef des Stadtsportbunds Cottbus sein Amt als Oberbürgermeister antritt, muss er über sich und seine ihm gewogenen Sportfreundinnen und -freunde hinauswachsen: Er übernimmt Verantwortung in einer Region im Umbruch zu Krisenzeiten.

Cottbus: Auf wen der neue Oberbürgermeister zugehen muss

Dabei muss Schick zumindest diejenigen mitnehmen, die aus Protest und eher nicht aus Überzeugung ihr Kreuz bei der AfD gemacht haben – weil sie unzufrieden mit dem Krisenmanagement der Bundesregierung und der Landespolitik sind.
Es geht also nicht nur darum, Cottbus zu einer vorbildlichen und offenen Stadt des Wissens und der Energiewende zu entwickeln. Schick muss Zweiflern Mut zusprechen und ihnen Teilhabe ermöglichen. Geplante Bürgerdialoge und Strategiepapiere gegen Rechtsextremismus sind da nur ein Anfang.
Die meisten Menschen messen Politiker nun mal an Taten. Zu Recht.
Zum Wahlkampf und zur Wahl des neuen Oberbürgermeisters in Cottbus 2022 finden Sie Nachrichten und Hintergründe auf einer Themenseite auf lr.de.
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