Im 550-Einwohner-Ort Maust ist der Fall noch immer Tagesgespräch: „Was treibt einen Mann in derart hohem Alter dazu, seine Frau zu töten?“ Das Ehepaar, dass seit der Wende im Mauster Wiesenweg gelebt hatte, war in die Dorfgemeinschaft gut integriert. Sie leitete den örtlichen Patchworkzirkel, er beschäftigte sich mit Drechselarbeiten. Beide trieben gemeinsam Sport. Zuletzt aber, so heißt es gerüchteweise, soll der Ehemann an zunehmender Demenz gelitten haben.

Mutmaßlicher Täter schweigt

Was genau an jenem Wochenende in Maust geschehen ist, darüber schweigt sich der mutmaßliche Täter bis heute aus. Nach Auskunft von Oberstaatsanwalt Gernot Bantleon wurde von Seiten der Staatsanwaltschaft weder ein Haft- noch ein Unterbringungsbefehl erteilt. „Es besteht keine Gefahr, dass es zu weiteren schweren Straftaten kommt“, sagt Bantleon. Ob sich der mutmaßliche Täter inzwischen wieder Zuhause aufhält oder auf ärztliches Anraten stationär psychiatrisch betreut wird, ließ der Staatsanwalt offen.

Der 85-Jährige Mauster hatte die Polizei nach der Tat persönlich auf sein Grundstück geführt. Dort hatten sie Beamten die tote Ehefrau (78) gefunden. Hinweise auf einen möglichen weiteren Tatverdächtigen gibt es bisher nicht.