Noch am Freitagmorgen war die Lage klar: Die Medizinische Taskforce 18 sollte demnach am Wochenende von der Leitstelle der Feuerwehr in Cottbus losfahren, um die Flutopfer zu betreuen. Doch im Falle einer Katastrophe ändert sich die Situation ständig. So erfuhren die Einsatzkräfte am Mittag, sie würden vorerst doch daheim bleiben, aber an den nächsten Tagen auf Abruf bereit stehen.
Thomas Bülow ist Sachbearbeiter für Katastrophenschutz. Er zählte zu den Fachleuten, die in der Leitstelle an der Dresdener Straße die Details des Einsatzes miteinander klärten. „Wir sind für einen möglichen Einsatz im Hochwassergebiet rund um die Uhr alarmierbar“, erklärte er. Fachleute vom Deutschen Roten Kreuz, vom Arbeiter-Samariter-Bund und den Johannitern gehören nach seinen Worten zu den Personen, die im Ernstfall sofort nach Rheinland-Pfalz fahren könnten. 100 Einsatzkräfte in 28 Fahrzeugen sieht der Plan vor.
Ursprünglich wären sie am Sonntag, 25. Juli, um 5 Uhr in Cottbus aufgebrochen. Im Gepäck steckten bereits Schlafsäcke und Verpflegung. Gemeinsam mit anderen Einsatzkräften hätten sie sich dann auf einem Parkplatz in Schwarzheide getroffen, um sich um 6.30 Uhr einweisen zu lassen und um sieben Uhr ihre Fahrt fortzusetzen, 700 Kilometer weit, bis zum Nürburgring. Dort sollten sie gegen 21 Uhr ankommen. Der Einsatz der medizinischen Einheit vor Ort hätte am Montag um acht Uhr begonnen, mit sechs bis sieben Zelten, in denen die Sanitäter Verletzte behandeln. 48 Stunden hätte der Einsatz in Rheinland-Pfalz gedauert.

Auf die Details kommt es beim Einsatz an

Selbst wenn es anders als zunächst vorgesehen nicht dazu kommt, hat sich das Planen gelohnt, wie Notfallsanitäter Thomas Bülow betont. „Für uns war das jetzt ein sehr gutes Vertiefen der Details“, stellte er am Freitag fest.
Das bestätigte der stellvertretende Chef der Feuerwehr-Leitstelle in Cottbus, André Dressler. „Eine so große Mannschaft aus 100 Personen muss man erst mal zusammenstellen“, sagte er. „Für die Landkreise steckt in dieser Frage die große Herausforderung: Wer kann überhaupt wo teilnehmen?“

Brandenburger helfen - jeder Cent zählt

Die Märkische Oderzeitung und die Lausitzer Rundschau haben in Kooperation mit dem Landkreis Märkisch-Oderland zu einer Spendenaktion „Wir helfen“ für die Opfer der Unwetterkatastrophe aufgerufen.
Für die Spenden aus Brandenburg wurde ein Konto eingerichtet: Landkreis Märkisch-Oderland, IBAN: DE39 1705 4040 0020 0662 95, Stichwort: Spenden Hochwasserhilfe 2021
Ohnehin kommt es bei solchen Einsätzen darauf an, die Logistik vorab genau zu klären. Allein schon das Tanken von Dutzenden Fahrzeugen, die nacheinander auf der Autobahn unterwegs sind und keine Zeit zu verlieren haben, muss minutiös geplant werden. Das betont der Chef der Leitstelle Lausitz, Ingolf Zellmann. Er selbst würde nach eigenen Worten im Ernstfall in Cottbus bleiben und als Ansprechpartner für Behörden wie das Innenministerium dienen. „Wir bereiten darüber hinaus weitere Hilfsangebote vor“, sagte er am Freitag.

Sanitäter verfolgt die Lage in den Hochwassergebieten genau

Als Notfallsanitäter arbeitet Torsten Schulz bei den Johannitern. Er hatte sich bereits darauf vorbereitet, am Wochenende mit weiteren Einsatzkräften nach Rheinland-Pfalz zu fahren. „Vor Ort würde ich mich um das Versorgen und Betreuen von Patienten kümmern“, erläuterte er.
„Zwar handelt es sich bei dieser Hochwasserkatastrophe auch für uns um ein dramatisches Ereignis, aber wir müssen im Ernstfall so routiniert wie möglich arbeiten.“ Selbst wenn er zu Hause bleiben sollte, wird er die Lage im überfluteten Gebiet über soziale Netzwerke und das Fernsehen genau verfolgen. „Wir müssen natürlich darüber informiert bleiben, was dort passiert.“

Diese Aufgaben koordiniert die Leitstelle in Cottbus

Die Regionalleitstelle Lausitz an der Dresdener Straße in Cottbus übernimmt nach eigenen Angaben die Aufgaben im Brandschutz, Rettungsdienst und Katastrophenschutz. Somit dient sie der Notfallrettung, dem Brandschutz und der technischen Hilfeleistung. Auch die Koordination von Krankentransporten und dem Kassenärztlichen Bereitschaftsdienst erfolgt über die Regionalleitstelle.