Silvester und Weihnachten kommt bei vielen Familienfeiern Karpfen auf den Teller. Besonders in der Lausitz, wo zahlreiche Teichwirtschaften den Speisefisch regional und frisch anbieten. Doch die Karpfenzüchter mussten auch in diesem Jahr wieder einige Herausforderungen bewältigen.
„Wir sind mit dem Geschäft zufrieden“, sagt Gerd Michaelis, Geschäftsführer des Teichguts Peitz trotzdem. Den Karpfen lieferte man in diesem Jahr schon bis nach Mecklenburg-Vorpommern und Bayern. Die Nachfrage sei größer geworden, weil die Anzahl der Fische in diesem Jahr kleiner sei. „Es sind weniger Karpfen auf dem Markt“, erklärt Michaelis. Auch aus dem Ausland werde der Speisefisch nicht mehr so viel importiert wie bisher.
Diese Entwicklung bestätigt auch Christian Junghanns von der Teichwirtschaft Eulo. „Der Markt ist in diesem Jahr leergefegt“, sagt er. In Eulo selbst blickt man auf ein schwierigeres Jahr zurück „Wir bleiben optimistisch“, betont der Geschäftsführer aber.

Hitze und Wärme machen Lausitzer Karpfenzüchtern zu schaffen

Zu schaffen machte den Karpfenzüchtern wieder einmal der heiße Sommer. „Die Wassertemperaturen waren eigentlich zu warm für den Karpfen“, sagt Gerd Michaelis, das Fischfutter sei mehr in Bewegungsenergie umgewandelt worden, als es bei den Fischen angesetzt habe. Das Resultat: Im Durchschnitt eher kleinere Karpfen als in den Vorjahren. „Der Kunde kriegt das aber weniger mit“, betont Michaelis, denn dank der Menge an Fischen gebe es sowieso genug Auswahl. „Wir können eine breite Palette anbieten, von 1,5 Kilogramm bis zu vier Kilogramm schweren Fischen“, verspricht er.
„Vom Karpfenwachstum her war es ein durchschnittliches Jahr“ blickt auch Karl Winkelgrund von den Stradower Teichen zurück. „Dort, wo es wenig Wasser gab, war es eine totale Katastrophe“, sagt auch Winkelgrund. Gerade Teiche ohne Frischwasserzulauf aus der Spree hätten in 2022 große Probleme gehabt. Anderswo seien die Karpfen aber auch gut gewachsen.
Auch Predatoren wie Kormorane oder Reiher waren wieder an den Teichen unterwegs. Während die Zahl der Kormorane eher gleich blieb, haben vor allem Reiher in diesem Jahr vermehrt zugeschlagen.

Preissteigerungen belasten Teichwirtschaften in der Lausitz

Das größte Problem waren aber weder Tiere noch das Wetter: „Was uns am meisten Sorgen bereitet, ist die aktuelle Lage“, sagt Gerd Michaelis. Die Inflation zieht auch an den Fischteichen nicht vorbei. Höhere Energie- und Anschaffungskosten, etwa für Futter oder Sauerstoff in den Teichen, belastete die Teichwirtschaft. „Das schlägt sich auch auf den Preis des Karpfens nieder“, so Michaelis.
Besonders an einem Punkt wird die Krise für die Karpfenzüchter deutlich: „Die Futterpreise haben sich in diesem Jahr mehr als verdoppelt“, erzählt Karl Winkelgrund. Auch der Karpfen der Teichwirtschaft Stradow ist deshalb teurer geworden.

Kaufen Lausitzer auch teureren Karpfen?

Über den Erfolg oder Misserfolg des Weihnachtsgeschäftes will Winkelgrund noch keine Aussage treffen. „Es kann schon passieren, dass ein paar Leute ihr Geld lieber zusammenhalten“, vermutet er. Doch Weihnachten sei auch eine Zeit, in der man sich dann doch etwas leisten möchte – und da gehöre ein Karpfen bei vielen eben dazu.
„Die Frage ist: Kauft der Otto Normalverbraucher den Karpfen auch für einen Euro mehr oder verzichtet er lieber darauf?“, fragt sich Gerd Michaelis. Die Weihnachtstage bereiten dem Geschäftsführer des Teichguts Peitz noch keine große Sorgen, aber er befürchtet: „Der wirkliche Einschnitt kommt erst im neuen Jahr.“

Wo gibt es den Karpfen zu kaufen?

Wer den Fisch frisch für die Feiertage kaufen möchte, hat an vielen Außenverkaufsstellen der Teichgute die Möglichkeit dazu.
Karpfen aus Peitz werden vor und an den Feiertagen noch bei Kaufland in Lübbenau, bei Marktkauf in Lübben sowie bei Meiers Markt in Hänchen zu erwerben. Am 23. und 30. Dezember haben die Verkaufsstände von neun bis 15 Uhr, am Heiligen Abend und Silvester von neun bis 12 Uhr geöffnet. Am Angelteich Glinzig gibt es neben den genannten Terminen zudem auch am 28. und 29. Dezember von neun bis 17 Uhr Fische zu kaufen.
Das Teichgut Eulo verkauft seine Fische in Cottbus etwa am Kaufland in Madlow, an der Hauptstraße in Kiekebusch sowie in Spremberg am Markt. Öffnungszeiten sind am 23. und 30. Dezember etwa von acht bis 14 Uhr, sowie an Heiligabend und Silvester bis 12 Uhr. Auch in der Geschäftsstelle in der Cottbuser Straße in Forst wird Karpfen verkauft.
Den Karpfen aus Stradow wird an diesen Tagen für die Cottbuser etwa an der Stadthalle geben, auch hier sowohl am 23. und 30. Dezember.

Variation zu den Feiertagen: Der Karpfen-Auflauf

Alle Jahre wieder kommt der gleiche Karpfen auf den Tisch? Das muss nicht sein. Spreewaldkoch Peter Franke weiß, wie man den Festtagsfisch ganz leicht variieren kann – zum Beispiel mit einem Karpfenauflauf.
Zutaten:
- 1,5 Kilogramm Salz
- Pfeffer
- 1 geschälte Zwiebel
- 1 geschälte Knoblauchzehe
- 1 Ei
- 3 EL geschnittene Petersilie
- 3 EL geschnittener Schnittlauch
- 1 EL Butter
- 2 EL Semmelbrösel
- 1 Becher saure Sahne
- 1 EL geriebener Gouda
- 1 Eidotter
Zubereitung:
Den Karpfen eine Nacht lang eingesalzen stehen lassen. Danach in einen großen Topf mit Wasser geben und etwa zehn Minuten lang köcheln lassen. Den Fisch hinausnehmen, das Fleisch von den Gräten lösen und mit der Zwiebel, dem Ei, einer Knoblauchzehe sowie je zwei Esslöffeln geschnittener Petersilie und Schnittlauch durch den Fleischwolf drehen. Anschließend mit Salz und Pfeffer abschmecken.
Dann eine feuerfeste Auflaufform buttern und bröseln und mit der Karpfenmasse befüllen. Die saure Sahne, je einen Esslöffel geschnittene Petersilie und Schnittlauch, den geriebenen Gouda sowie den Eidotter gut verrühren und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Anschließend über die Karpfenmasse geben und im vorgeheizten Ofen bei 200 Grad etwa 30 Minuten backen.