Festival in Cottbus heute
: Blue Moon rockt im Strombad – Parken, Camping, Bands

Blue Moon Festival: Stromgitarrengewitter, Basshagel und Trommelwirbelstürme sind für das letzte Juli-Wochenende 2024 vorhergesagt. Zum größten Stoner-Rock-Event der Lausitz.
Von
Nils Contius
Cottbus
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epa03310670 Andrew Stockdale, vocalist of Australian band Wolfmother, performs live at Mares Vivas Festival 2012, in Vila Nova de Gaia, north of Portugal, late 18 July 2012. EPA/JOSE COELHO ++ +++ dpa-Bildfunk +++

Headliner am „Black Sabbath“ (Sonntag, 28. Juli): Die Gitarre sägt, der Bass röhrt, die Drums scheppern und Frontmann Andrew Stockdale heult den blauen Mond über Cottbus an. Mit Wolfmother aus Australien ist Blue Moon 2024 ein ganz dicker Fisch ins Festivalnetz gegangen.

Jose Coelho/dpa

Ring frei zur zweiten Runde: Das Blue Moon Festival kehrt zurück in seine Lausitzer Wahlheimat und hat verdammt nochmal das Zeug dazu, noch fetter, langanhaltender und fulminanter im Strombad Cottbus (Stromstraße 14) einzuschlagen, als der Premieren-Knaller vom vergangenen Jahr. Der livehaftige Vollkontakt anno 2024 geht vom 26. bis 28. Juli mit sage und schreibe 23 Bands über die Open-Air-Bühne. Die musikalische Mission: Stoner, Doom und Heavy Psychedelic Rock.

Die dreitägige Intensivbeschallung unter freiem Himmel hat es in sich. Und ist an Deftigkeit kaum zu überbieten. Zumindest lausitzweit nicht. Wer einen Blick auf das international besetzte Line-up des Festivals riskieren will, sei vorgewarnt: Eine unkontrolliert nach unten klappende Kinnlade, temporäre Schnappatmung oder spontan einsetzender Freudentaumel sind bekannte Nebenwirkungen. Gefolgt vom Griff zur Luftgitarre nebst Headbanging und Couch-Diving.

Das sind die großen Namen beim Blue Moon Festival in Cottbus

Zum Auftakt am Freitag (26. Juli) überqueren die Szene-Veteranen Weedeater den Atlantik, um im Strombad live vom Leder zu ziehen. Knietief waten die drei Unkraut fressenden Outlaws aus North Carolina dabei durch Gitarren-Riffs, die kleben wie Sirup. Die Bass-Last ist erdrückend und der Schießbudenzauber von Drummer Travis Owen schlichtweg brutal.

Neben Weedeater darf sich die versammelte Festival-Crowd am Blue-Moon-Festivalfreitag auch auf die unermüdlich progressiv umher kreisenden Rotor aus Berlin freuen. Außerdem am Start: Turbo Moses, Solar Trip, Sautrus, V'ger Galaxis, Praise The Plague, Hippie Death Cult und Ahab. Los geht's um 15.30 Uhr.

Stoner, Punk, Sludge, Rock und Heavy Metal am Sonnabend

Die mit ohrenbetäubenden zehn Bands bestückte Live-Schaltung am Sonnabend (27. Juli) krönt die geballte Gitarrenkernkompetenz Großbritanniens: Orange Goblin packen den Metal-Hammer aus. Seit fast 30 Jahren treibt die Kobold-Kapelle aus London schon ihr fabelhaftes Unwesen. Irgendwo in der Mitte zwischen Bokassa und den Queens Of The Stone Age im „Go With The Flow“-Modus hängengeblieben, heißt es hier unter anderem: „The Fire At The Centre Of The Earth Is Mine“.

Und: Mit Brant Bjork, einst Drummer bei Kyuss und Geburtshelfer eben jener legendären Queens Of The Stoneage, gibt sich am Blue-Moon-Festivalsamstag das nächste, schwergewichtiges Stoner-Urgestein aus den Staaten in Cottbus die Ehre. Zuvor jedoch biegen sich die Bühnenbretter unter den geladenen Steinschleudern von Have Blue, Cinerea, Dead Myrick, Ampacity, Godsleep, Aptera, El Perro und The Devil & The Almighty Blues. Der Startschuss fällt wieder um 15.30 Uhr.

Das Beste kommt zum Schluss – und direkt von Down Under

Das dicke Headliner-Ende aber kommt erst noch. Und zwar am frühen Sonntagabend (28. Juli), wenn Wolfmother im Grande Finale dem blauen Festivalmond den Garaus machen: „Die Australier zählen zu den bekanntesten Combos im Vollröhren-Segment und bedürfen eigentlich keiner weiteren Vorstellung“, sagt Mitorganisator Ludwig Domrös und fügt grinsend hinzu: „Es wird irre.“

Ergänzt sei daher nur, dass die mitreißenden Heuler von Mastermind Andrew Stockdale ganz oft ungeniert wie frisch aufpolierte Black Sabbath, Cream oder Led Zeppelin Classics klingen – und Stockdales Gesang fast schon beängstigend schön nach Ozzy Osbourne in den Siebzigern.

Angeheizt werden die Klangkessel am Blue-Moon-Festivalsonntag erst um 16.30 Uhr Lausitzer Ortszeit von den Abandoned Dogs, Daevar und The Great Machine.

Blue Moon Festival in Cottbus: Parkplätze, Zelten und Tickets

Das Drumherum beim Blue Moon bietet mit Kurzfilm-Kino und Kost-Nix-Laden, Chillout-Zone mit Bier-Yoga und Bogenschießen bis Kunst-, Schallplatten und Merchandise-Meile eine Vielzahl an willkommenen Festival-Begleiterscheinungen. Wer motorisiert kommt, um zu bleiben, finde entlang der nahen Parzellenstraße und direkt in der Stromstraße „zahlreiche kostenlose Parkmöglichkeiten“, heißt es auf der Festival-Homepage: „Die Parkplätze am Stadion und an der CMT-Messehalle sind leider gebührenpflichtig“, bedauert Ludwig Domrös.

Nächstes Stichwort: Camping. Gegen einen Obolus von zehn Euro können Besucherinnen und Besucher des Blue Moon Festivals in drei vom Veranstalter ausgewiesenen Camping-Areas in Strombad-Nähe auch ihre Zelte aufschlagen. Allerdings gelte in zwei der drei Campingzonen „Zelt only“, schränkt Ludwig Domrös das Angebot ein: „Das Befahren dieser Bereiche mit dem Auto, Van, Wohnmobil oder Motorrad ist nicht gestattet. Außerdem bitten wir um Verständnis dafür, dass wir im Vorfeld keine Reservierungen von Park- und Campingplätzen annehmen.“

Die Vergabe der zur Verfügung stehenden Zelt- und Stellplätze erfolge ausschließlich vor Ort und nach dem Prinzip „Wer zuerst kommt, mahlt zuerst“. Speziell dafür werde ein extra Info-Point am Haupteingang eingerichtet, so der Organisator. Und noch ein dringender Hinweis: Grillen und offenes Feuer sind auf dem gesamten Gelände strengstens verboten.

Strombad Blue Moon Festival

Das Strombad in Cottbus: Traumhaftes Ambiente, viel Grün, zentrale Lage, direkt an der Spree und optimale Verkehrsanbindung. Besser geht's nicht.

David Kopsch

Bleibt abschließend noch die spannende Eintrittspreisfrage: „Der Festival-Weekend-Pass ist im Vorverkauf für 129 Euro zu haben“, antwortet Ludwig Domrös. Ebenfalls im Vorverkauf erhältlich sind Tagestickets für 55 Euro (Freitag)65 Euro (Sonnabend) beziehungsweise 45 Euro (Sonntag). Mehr Informationen zu Bands, Rahmenprogramm, FAQs und Tickets unter: www.bluemoonfestival.de