Ulrich Nikolinski ist tot
: FCE trauert um Ehrenmitglied, Trainer und Talente-Entwickler

Ulrich Nikolinski war ein Urgestein bei Energie Cottbus. Als Trainer und Funktionär hat er den Cottbuser Fußball geprägt. Am Freitag ist er im Alter von 82 Jahren gestorben.
Von
Jan Lehmann
Cottbus

Ulrich Nikolinski hat viele Generation bei Energie Cottbus geprägt.  Er war Gründungsmitglied, Cheftrainer, Nachwuchsleiter und sogar Vize-Weltmeister.

Steffen Beyer
  • Energie Cottbus trauert: Ehrenmitglied Ulrich Nikolinski starb am Freitag mit 82 in Cottbus.
  • Er prägte den Verein fast 40 Jahre als Trainer, Nachwuchsleiter, Scout und Funktionär.
  • Er förderte viele Talente, wurde 1977 Vize-DDR-Meister und 1999 Vize-Weltmeister mit einer Schule.
  • 1992 übernahm er die erste Mannschaft, 1994 erreichte er die Aufstiegsrunde zur 2. Bundesliga.
  • Später scoutete er europaweit, blieb Energie verbunden und half die Ü35-Truppe zu beleben.

Die Zusammenfassung wurde von einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt.

„Niko“ ist tot. Diese traurige Nachricht bestürzt die Cottbuser Sportfamilie und vor allem die  Wegbegleiter und Fans von Ulrich Nikolinski bei Energie Cottbus. Er war Trainer, Talente-Entdecker, Nachwuchsleiter – und vor allem ein Stück gelebte Vereinsgeschichte. Am Freitag, 30. Oktober, ist das Ehrenmitglied im Alter von 82 Jahren in Cottbus gestorben.

Fast 40 Jahre arbeitete Nikolinski in verschiedensten Funktionen für den SC Cottbus und den FC Energie. Er war bei der Gründung der Fußballsektionen dabei und half, den Verein in guten wie in schwierigen Zeiten zu formen. Seine Spielerkarriere führte ihn nur bis in die Bezirksliga. Doch sein größtes Talent zeigte sich an der Seitenlinie: Er konnte junge Fußballer erkennen und fördern.

Nach eigener Schätzung betreute er bei Energie rund 1000 Jungen. Zu seinen Schützlingen zählten spätere FCE-Größen wie Thomas Hoßmang oder Detlef Irrgang. Mit dem Nachwuchs wurde Nikolinski 1977 Vize-DDR-Meister, mit einer Mannschaft der Lausitzer Sportschule 1999 sogar Vize-Weltmeister. Als Nachwuchsleiter und Scout holte er später unter anderem Kevin McKenna nach Cottbus.

Als Scout hat Nikolinski die Fußballwelt gesehen

Auch als Cheftrainer hinterließ er Spuren. Im April 1992 übernahm Nikolinski die erste Mannschaft in einer Phase, in der Energie, wie er später sagte, „wirtschaftlich und personell am Boden lag“. Seine ersten sieben Spiele überstand er ungeschlagen. 1994 führte er den FCE in die Aufstiegsrunde zur 2. Bundesliga. Der Sprung gelang nicht, es kam Eduard Geyer. Später arbeitete Nikolinski als U10-Trainer sowie Leiter des Nachwuchsleistungszentrums vertrauensvoll mit dem Erfolgstrainer zusammen.

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Die Trennung von Energie im Jahr 2006, als er keinen neuen Vertrag bekam, konnte er lange nicht nachvollziehen. Später sah er sogar etwas Gutes darin: „Im Rückblick war sie für mich ein Segen. So habe ich die Welt gesehen.“ Als Scout arbeitete Nikolinski für den Hamburger SV, Hansa Rostock, RB Leipzig und Lokomotive Moskau. Er kannte Stadien und Talente in ganz Europa. Er hatte spätere Stars wie Edin Dzeko, Robert Lewandowski, Dante oder Mo Salah bereits auf dem Zettel, als sie noch im Nachwuchs spielten.

Seine Heimat blieb Cottbus, sein Verein Energie. Noch zu seinem 80. Geburtstag sprach er trotz schwerer gesundheitlicher Rückschläge mit Begeisterung über den FCE. Obwohl er mit einer künstlichen Niere dreimal in der Woche zur Dialyse musste, kümmerte er sich so gut es ging um die Traditionsmannschaft und half, die Ü35 wiederzubeleben. René Stiller, der Traditionsbeauftragte, sagte damals über Nikolinski: „Er hat den Verein geprägt.“ Nun trauert die Cottbuser Fußballfamilie um einen Mann, der Generationen begleitet hat. Um seine Geschichten, sein Wissen und seine Verbundenheit zu Energie. Vor allem aber um den Menschen, den so viele einfach „Niko“ nannten.

10r Bretterknaller des FC Energie Cottbus in der Lausitz-Arena Cottbus: Dr. Andreas Koch, Timo Rost, Ulrich Nikolinski, Detlef Irrgang

Bei der Traditionsmannschaft gehörte Ulrich Nikolinski mit Ex-Stars wie Timo Rost (links) und Detlef Irrgang zur eingeschworenen Truppe.

Steffen Beyer

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