Der Lausitzer Sport setzt schon seit einigen Tagen immer wieder Zeichen bei der Hilfe für die Ukraine. So hatte beispielsweise der Stadtsportbund Cottbus in der Vorwoche eine schnelle Aktion initiiert. Zehn Busse und 20 Helfer, vom RSC Cottbus, dem Fußball-Landesverband Brandenburg, dem ESV Lokomotive RAW Cottbus, LHC Cottbus, LC Cottbus und dem FC Energie Cottbus waren mit Verpflegung, Kleidung und Spielzeug an der ukrainischen Grenze – und brachten auf dem Rückweg gleich Flüchtende mit.

LHC-Heimspiel mit freiem Eintritt

Kai-Uwe Weilmünster, Präsident der Handballer vom LHC Cottbus, war mit dabei und sagt Tage nach der Rückkehr noch immer bewegt: „Diese Erlebnisse müssen wir erst einmal verarbeiten. Wir haben gesehen, wie erschöpft die Menschen sind. Wie groß ihre Angst ist. Und wie sehr sich die Frauen und Kinder um die Familienväter sorgen, die in der Ukraine geblieben sind um im Krieg zu kämpfen. Das war echt erschütternd.“

Frankfurt (Oder)/ Cottbus

Um weiter zu helfen, haben die Handballer nun kurzfristig geplant, das Heimspiel in der Oberliga-Ostsee-Spree am Samstag zu einer großen Spendenaktion werden zu lassen. Bei der Partie gegen Blau-Weiß Berlin (Anwurf 19 Uhr in der Lausitz-Arena) ist der Eintritt frei – stattdessen werden die Zuschauer gebeten, für das „Ukrainenetzwerk Cottbus“ zu spenden.
LHC-Trainer Marcus Meier (l.) und Präsident Kai-Uwe Weilmünster waren an der ukrainischen Grenzen, um zu helfen. Weilmünster berichtet: "Wir haben gesehen, wie groß die Angst der Menschen ist."
LHC-Trainer Marcus Meier (l.) und Präsident Kai-Uwe Weilmünster waren an der ukrainischen Grenzen, um zu helfen. Weilmünster berichtet: „Wir haben gesehen, wie groß die Angst der Menschen ist.“
© Foto: Steffen Beyer

Spendensammlung bei Energie Cottbus

Ähnliche Pläne gibt es auch beim FC Energie Cottbus. Das Heimspiel in der Fußball-Regionalliga Nordost am Samstag gegen den 1. FC Lok Leipzig (Anstoß 14.05 Uhr) soll ebenfalls für Spenden genutzt werden. Der FCE teilt dazu mit, dass Spielerinnen der Mädchenmannschaft mit Spendendosen unterwegs sein werden.
Weiterhin nutzen demnach die Energiefans von Ultima Raka ihre ursprüngliche „Choreo-Bechertonne“ als Sammelstelle für die Ukraine-Hilfe. Die Profi-Mannschaft, die Gremienvertreter sowie die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Geschäftsstelle hätten bereits gespendet, hieß es. Eine besondere Aktion plant das Fanradio EnergieFM: Es versteigert zwei Trikots Axel Borgmann und Niklas Geisler sowie Torwarthandschuhe von Toni Stahl.

Besondere Aktion im Spiel gegen Chemnitzer FC

Für das Spiel eine Woche später gegen den Chemnitzer FC plant der FC Energie die nächste Aktion. Dann werden geflüchtete Familien ins Stadion der Freundschaft eingeladen. FCE-Präsident Sebastian Lemke betont: „Bestenfalls können sie für ein paar Stunden von ihren Sorgen und großen Problemen abschalten. Wir alle wünschen uns und hoffen, dass es bald Frieden gibt.“
Sebastian Lemke, Präsident von Energie Cottbus, sagt: "Was dort in der Ukraine passiert schockiert uns alle. Wir hätten nicht gedacht, dass wir im Jahr 2022 in Europa tatsächlich wieder einen Krieg haben werden. Es gleicht einem Albtraum!"
Sebastian Lemke, Präsident von Energie Cottbus, sagt: „Was dort in der Ukraine passiert schockiert uns alle. Wir hätten nicht gedacht, dass wir im Jahr 2022 in Europa tatsächlich wieder einen Krieg haben werden. Es gleicht einem Albtraum!“
© Foto: Sebastian Räppold/Matthias Koch
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