Regionalliga Nordost: Wilde Nachspielzeit in Erfurt – Rote Karten und Tore im Doppelpack

Jubel: Rot-Weiß Erfurt und Trainer Fabian Gerber hatten in der Regionalliga Nordost beim Spiel gegen die VSG Altglienicke späten Grund zur Freude. In der Nachspielzeit überschlugen sich die Ereignisse.
IMAGO/CFSo richtig glücklich waren die Berliner Teams in der Regionalliga Nordost an diesem Wochenende mit der Nachspielzeit nicht. Nachdem der Berliner AK in Cottbus in letzter Sekunde das 1:2 kassiert hatte, gab es drei Stunden später für die VSG Altglienicke in der Nachspielzeit sogar doppelten Grund für Frust.
Bis zur 90. Minute hatten die Berliner mit 2:0 geführt und schienen mit den drei Punkten den Rückstand auf die Tabellenspitze verkürzen zu können. Rot-Weiß Erfurt hatte mit Erik Weinhauer aber noch einen Joker in der Hinterhand, der zweimal zustach. Es war nicht das einzige verrückte Ereignis in der Nachspielzeit.
Rote Karten für Altglienicke und Tore für Erfurt in der Nachspielzeit
„Es wird so lange gespielt, bis Cottbus gewinnt“, hatte BAK-Trainer Volkan Uluç nach der 1:2-Niederlage in Cottbus beklagt, seinem Altglienicker Trainerkollegen Murat Salar dürfte drei Stunden später in Erfurt Ähnliches durch den Kopf gegangen sein, auch wenn es für die Erfurter „nur“ zum Remis statt zum Sieg reichte. Gleich zu Beginn der Nachspielzeit nutzten die Rot-Weißen eine Unsicherheit von VSG-Torwart Lino Kasten, der einen Kopfball nur nach vorne abwehrte. Der zur Pause eingewechselte Erik Weinhauer staubte ab (90.+1). Bis dato hatte Altglienicke eigentlich alles im Griff gehabt, souverän 2:0 geführt und in Unterzahl nach einer Notbremse von VSG-Verteidiger Ebrahim Faranak sogar die Chance auf das 3:0 durch Ali Abu-Alfa gehabt (80.).
Dass der dritte Treffer nicht gelang, würde sich rächen, denn nach Weinhauers Anschlusstor warf Erfurt noch einmal alles nach vorne. Dass zudem die angezeigte fünfminütige Nachspielzeit verlängert werden wurde, lag nicht nur an dem Treffer. Eine halbe Minute vor Ablauf der angezeigten Nachspielzeit warf Altglienickes Co-Trainer Isyan Demir einen zweiten Ball aufs Spielfeld und unterbrach damit die Partie. Schiedsrichter Michael Näther zückte Rot, Salar trat vor Wut einen Stuhl um und flog ebenfalls aus dem Innenraum. Die Aufregung sorgte für entsprechende Nachspielzeit der Nachspielzeit.
In der achten Zusatzminute gab es noch einmal eine letzte Ecke für Rot-Weiß Erfurt, Joker Weinhauer bekam irgendwie sein Bein an den Ball und stach zum zweiten Mal zu (90.+8). „Alle haben sich reingeworfen, und ich hatte das Glück, dass ich an den Ball herankomme“, beschrieb Weinhauer bei OstsportTV die Szene. „Dass wir nach einem 0:2 zurückkommen, ist auch mit einem Mann mehr nicht selbstverständlich“, lobte sein Trainer Fabian Gerber, der im Spiel laut eigener Aussage „ein paar Kilo“ heraus geschwitzt habe – damit dürfte er nach dem wilden Spiel im Steigerwaldstadion nicht der einzige gewesen sein.

