Regionalliga Nordost
: Tomislav Piplica führt Lok Leipzig zum Sieg – „Wie auf dem Friedhof“

Bei Energie Cottbus hat Tomislav Piplica Kult-Status. Nun ist er Trainer bei Lok Leipzig in der Regionalliga Nordost. Was sagt Piplica über den Abschied von Almedin Civa, den Einstand gegen Babelsberg und seine Zukunft?
Von
Hubertus Rößler
Leipzig
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Kehrt Tomislav Piplica mit dem 1. FC Lok Leipzig als Trainer ins Stadion der Freundschaft zurück? Der frühere Bundesliga-Torwart des FC Energie Cottbus sitzt seit dieser Woche auf der Bank in der Regionalliga Nordost.

Heiko Straehler-Pohl/Karina Hessland/Imago/Montage: Schubert/LR

Natürlich ist es die erste Assoziation, die beim Namen Tomislav Piplica hochkommen: Sein legendäres Eigentor als Torwart des FC Energie Cottbus am 6. April 2002 im Spiel der Fußball-Bundesliga gegen Borussia Mönchengladbach schaffte es in jeden Jahres-Rückblick und wird auf ewig mit dem Torhüter aus Bosnien-Herzegowina verbunden sein.

Doch Piplica ist auch ohne dieses Missgeschick in Cottbus ein Kult-Kicker: Er stand zwischen 1998 und 2009 bei den Lausitzern zwischen den Pfosten und wurde mit seiner oft unkonventionellen Spielweise schnell zum Publikumsliebling.

Mittlerweile ist der 54-Jährige als Trainer aktiv und könnte in dieser Funktion demnächst auch auf den FC Energie treffen: Nach dem Rauswurf von Trainer und Sportdirektor Almedin Civa bei Lok Leipzig ist Piplica, der seit Anfang der Saison als Torwart-Trainer in der Messestadt aktiv ist, zum Interimstrainer aufgerückt. Gemeinsam mit Robin Hintz konnte er am Freitagabend (23. Februar) einen hart erkämpften 1:0-Heimsieg gegen den SV Babelsberg 03 feiern.

Spieler weinen nach Abschied von Almedin Civa

„Das Spiel war heute sehr emotional. Wir wollten unbedingt gewinnen gegen einen starken Gegner und haben auch viel davon umgesetzt, was wir uns vorgenommen haben“, sagte Piplica beim MDR. Seine neue Rolle auf der Trainerbank wollte er nicht überbewerten. „Das war kein großer Unterschied, wir haben alles mit ,Alme‘ zusammen gemacht. Klar, er war der Chef, aber er hat immer nach unserer Meinung gefragt. Wir waren ein sehr gutes Team, deswegen war es für uns alle am Montag wie auf dem Friedhof. Die Jungs haben geweint – das zeigt das auch, wie gut Almedin Civa als Mensch und Trainer ist. Auch mir hat es sehr, sehr wehgetan“, sagt der Interimstrainer rückblickend zur Entlassung Anfang der Woche.

Macht Tomislav Piplica als Trainer in Leipzig weiter?

Auf seine Zukunft auf der Leipziger Trainerbank wollte Tomislav Piplica bei „Sport im Osten“ nicht weiter eingehen. „Unsere Aufgabe war es, die Mannschaft auf das Spiel gegen Babelsberg vorzubereiten. Den Rest müssen die Verantwortlichen entscheiden. Aber ich habe Vertrag und würde gerne weitermachen.“

Die Leipziger rücken durch ihren sechsten Saisonsieg wieder über den ominösen Strich der möglichen Abstiegsplätze. Bereits am Mittwoch (28. Februar) steht das immens wichtige Nachholspiel gegen den Tabellennachbarn ZFC Meuselwitz an. Ein mögliches Wiedersehen von Tomislav Piplica mit Energie Cottbus würde es übrigens am 28. April geben, wenn die Leipziger zum 31. Spieltag in der Lausitz antreten müssen.

Tabelle der Regionalliga Nordost

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