Regionalliga Nordost: Diskussion um Nachspielzeit – „so lange gespielt, bis Cottbus gewinnt“

Trainer Volkan Uluc vom Berliner AK übte nach der Niederlage gegen Energie Cottbus deutliche Kritik an der Länge der Nachspielzeit.
Steffen BeyerDer späte Siegtreffer von Tim Heike in der 97. Minute beim 2:1-Erfolg von Energie Cottbus gegen den Berliner AK sorgte erst für Riesenjubel unter den FCE-Fans – und anschließend für eine kontroverse Diskussion zwischen den beiden Trainern.
BAK-Coach Volkan Uluc übte deutliche Kritik an der Länge der Nachspielzeit und verstieg sich in der Pressekonferenz zu einer bemerkenswerten Aussage. „Am Schluss war es sehr emotional. Ich hoffe, dass ich meine Meinung als Trainer auf dem Platz und auch hier in der Pressekonferenz kundtun kann, ohne beschimpft oder angeschrien zu werden. Das, was ich auf dem Platz gesagt habe, will ich auch hier wiederholen: Es wird so lange gespielt, bis Cottbus gewinnt. Das war heute der Fall“, erklärte Uluc.
In der Tat hatte die Partie der Fußball-Regionalliga Nordost eine gewisse Überlänge. Allerdings gab es speziell in der zweiten Halbzeit eine Vielzahl an verletzungsbedingten Unterbrechungen. Solche Unterbrechungen durch Foulspiele und Auswechslungen seien zwar normal, so Uluc. Dennoch gebe es nur selten eine so lange Nachspielzeit wie am Samstagnachmittag im Leag Energie Stadion in Cottbus.
Und noch eine Sache störte Volkan Uluc ganz gewaltig. „Wenn ein Spieler gefoult wird, dann bleibt er halt liegen. Nennen Sie mir eine Situation, wo es keinen Kontakt gab. Ich möchte nicht, dass mein Team deshalb als unsportlich und unfair hingestellt wird. Das darf nicht sein“, betonte er.
In der Tat hat Energie Cottbus in den vergangenen Wochen einige Erfahrungen mit langen Nachspielzeiten gesammelt – allerdings gute und schlechte Erfahrungen. Im Wind-Spiel von Luckenwalde kassierte der FCE in der Nachspielzeit den Ausgleichstreffer zum 1:1. Kürzlich gegen Viktoria Berlin fiel dann ebenfalls in der Nachspielzeit das Tor zum 4:3-Sieg.
Wollitz spricht über Unterhaching
„Ja, es gab heute viele Unterbrechungen, die aus Zweikämpfen resultiert sind. Es hat aber niemand unterstellt, dass das bewusst passiert ist. Nach meinem Empfinden war das auch nicht so wie gegen Unterhaching“, erklärte Energie-Trainer Claus-Dieter Wollitz. Zur Erinnerung: Im ersten Aufstiegsspiel gegen die SpVgg Unterhaching hatte man von Cottbuser Seite kritisiert, dass die gegnerischen Spieler sehr oft den Kontakt zum Rasen gesucht und damit immer wieder Zeit von der Uhr genommen hatten.
„Diese Unterbrechungen“, sagte Wollitz nach dem Last-Minute-Sieg gegen den Berliner AK, „darf man dann auch nachspielen. So ist nun mal die Regel.“ Am Ende blieben beide Trainer in dieser kontroversen Diskussion über die Länge der Nachspielzeit bei ihren unterschiedlichen Meinungen und machten das in der Pressekonferenz auch sehr deutlich – aber in jedem Fall höflich und respektvoll.

