Bühne frei für die breiteste Regionalliga Nordost aller Zeiten! Wird es auch die beste Regionalliga aller Zeiten? „Es ist die stärkste Staffel, die wir je hatten“, sagt Hermann Winkler als Präsident des Nordostdeutschen Fußball-Verbandes (NOFV) im Interview mit dem Fachmagazin Kicker.
In jedem Fall verspricht die Saison 2022/23 jede Menge Spannung in der vierthöchsten Spielklasse im Nordosten. Erstens, weil es keinen haushohen Topfavoriten gibt. Es gibt stattdessen ein halbes Dutzend Mitfavoriten. Dazu zählt auch der FC Energie Cottbus. Und zweitens, weil mit Rot-Weiß Erfurt und dem Greifswalder FC zwei ambitionierte Vereine aus der Oberliga aufgestiegen sind.
Am Freitagabend fällt der Startschuss für die neue Spielzeit in der Regionalliga Nordost. Auf Energie Cottbus wartet dabei mit dem Gastspiel bei der VSG Altglienicke gleich ein echter Härtetest. Die Partie im Amateurstadion von Hertha BSC beginnt um 19 Uhr. Es ist das Duell von zwei Mitfavoriten. Altglienicke hat mit der Rückkehr von Spielmacher Tolcay Cigerci in der vergangenen Woche noch einen viel beachteten Transfer getätigt.

Die Favoriten in der Regionalliga Nordost

Trainer Claus-Dieter Wollitz will von einer alleinigen Favoriten-Rolle für Energie Cottbus nichts wissen. „Wir werden versuchen, Erster zu werden. Aber wir sind kein Favorit. Wir stehen da, wo fünf oder sechs andere Mannschaften auch stehen“, erklärt Wollitz.
Und dennoch: Die Konkurrenz schaut natürlich ganz genau auf den ehemaligen Bundesligisten aus der Lausitz und dessen Aufstiegs-Ambitionen. Das Fachmagazin Kicker zählt in seiner Saisonvorschau neben Energie Cottbus noch Vorjahresmeister BFC Dynamo, Carl Zeiss Jena und die VSG Altglienicke zu den Mitfavoriten auf den Titel.
In der traditionellen Umfrage des Internetportals fussball.de vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) zählen 16 Trainer den FCE zu den Meisterschaftskandidaten. Dahinter folgen der BFC Dynamo (12), Jena (9), Chemnitz (8) und Lok Leipzig (6).

So geht Energie Cottbus in die Saison

Nach Platz drei in der vergangenen Saison ist diesmal die Meisterschaft das erklärte Ziel von Energie Cottbus. Mit Erik Engelhardt, Maximilian Pronichev und Nikos Zografakis sind die drei besten Torjäger weg. Ihre Tore muss das Team ersetzen. Dafür wurde der Kader insgesamt breiter aufgestellt. Dies soll für mehr Konstanz sorgen. „Unser Vorteil ist es, dass wir in diesem Jahr einen breiteren Kader haben. Das bietet uns einfach viel mehr Flexibilität. Das ist wichtig über die lange Distanz“, betont Kapitän Axel Borgmann. Insgesamt acht Neuzugänge hat der FCE verpflichtet.

Das ist neu in der Regionalliga Nordost

Nach der Corona-bedingten Aufstockung auf 20 Teams ist der NOFV jetzt wieder zur ursprünglichen Staffel-Größe von 18 Mannschaften zurückgekehrt. Der Meister der Staffel Nordost steigt auch in dieser Saison nicht direkt in die 3. Liga auf. Stattdessen muss der Titelträger in zwei Spielen gegen den Meister der Regionalliga Bayern antreten.
Der Tabellenletzte steigt in jedem Fall ab. Abhängig von den Absteigern aus der 3. Liga und abhängig davon, ob der Nordost-Meister den Aufstieg in die 3. Liga schafft, kann es bis zu drei weitere Absteiger geben.
Auch Karsten Heine, Coach von Energies Auftaktgegner Altglienicke, erwartet eine starke Regionalliga Nordost: „Wir haben mit Erfurt und Greifswald zwei Aufsteiger, die keine normalen Aufsteiger sind. Erfurt hat eine sehr souveräne Saison in der Oberliga gespielt. Wenn man bei Greifswald die Personalpolitik betrachtet – da steckt viel Power dahinter. Insgesamt ist die Liga von der Qualität her in der Breite besser aufgestellt als in der vergangenen Saison.“

Die Regionalliga im TV und bei LR Online

Auch in der Saison 2022/23 werden die Spiele der Fußball-Regionalliga Nordost vor allem bei OstsportTV gezeigt. Der Sender überträgt die Spiele als Livestream im Internet. Pro Spieltag gibt es drei Livespiele. Von allen anderen Partien werden die Highlights als Zusammenfassung gezeigt. Auch der MDR und der RBB zeigen ausgewählte Spiele im Livestream oder im Fernsehen. Vom Spiel VSG Altglienicke gegen Energie Cottbus gibt es am Freitagabend einen Livestream auf OstsportTV.