Regionalliga Nordost Faktencheck
: Hat Energie Cottbus einen Bonus in der Nachspielzeit?

Der späte Sieg von Energie Cottbus gegen den Berliner AK in der Fußball-Regionalliga Nordost sorgt für Diskussionen. BAK-Trainer Uluc sieht einen Nachspielzeit-Bonus für den FCE – ein Faktencheck.
Von
Jan Lehmann,
Frank Noack,
Peter Mertes
Cottbus
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Später Siegtreffer für Energie Cottbus gegen den Berliner AK. Nach dem Tor von FCE-Torjäger Tim Heike moniert BAK-Coach Volkan Uluc: „Es wird so lange gespielt, bis Cottbus gewinnt.“

Steffen Beyer

Der Vorwurf von Trainer Volkan Uluc vom Berliner AK war am Samstag deutlich: Nach der bitteren Niederlage seiner Mannschaft gegen Energie Cottbus behauptete der Gäste-Coach, in der Fußball-Regionalliga Nordost werde solange gespielt, bis Cottbus gewinne.

Der Frust des 54-Jährigen resultierte aus dem späten Siegtor von Energie am Samstag: Tim Heike traf in der siebten Minute der Nachspielzeit zum erlösenden 2:1 für den FCE. Mit diesem Heimsieg rücken die Lausitzer (41 Punkte) in der Tabelle weiter an das Spitzenduo Greifswalder FC (48) und BFC Dynamo (43) heran. Der Titelkampf in der Regionalliga Nordost ist wegen der unterschiedlichen Anzahl von absolvierten Spielen wieder völlig offen.

Aber was ist mit dem Uluc-Vorwurf – hat Energie Cottbus tatsächlich einen Nachspielzeit-Bonus in der Regionalliga? FCE-Coach Claus-Dieter Wollitz erinnerte in der Pressekonferenz nach dem Spiel gleich daran, dass seine Mannschaft in der zwölfminütigen Nachspielzeit im Auswärtsspiel beim FSV Luckenwalde den bitteren Gegentreffer zum 1:1 kassiert habe.

Zwei Punkte weniger für Energie Cottbus

Allerdings: Energie hat in dieser Saison tatsächlich auch einige positive Erlebnisse zur fortgeschrittener Spielzeit. Dabei fanden das bemerkenswerte Debüt-Tor von Tünay Bektas (88.) gegen Chemnitz oder der 2:2-Ausgleich von Timmy Thiele (89.) bei Lok Leipzig noch innerhalb der regulären 90 Minuten statt.

Energie Cottbus verbuchte bisher insgesamt fünf Tore in der Nachspielzeit und musste dabei zwei Gegentreffer hinnehmen. Für die Tabelle bedeutet dies: Wenn alle Partien mit Cottbuser Beteiligung immer nach 90 Minuten abgepfiffen worden wären, hätte der FCE insgesamt nur 39 Zähler und damit zwei Punkte weniger auf dem Konto. Das Torverhältnis der Lausitzer wäre dann statt 43:25 nur 38:23.

Alle Tore in der Nachspielzeit im Überblick

Hier sind alle Cottbuser Regionalliga-Partien der bisherigen Saison 2023/24 mit Toren in der Nachspielzeit im Überblick:

24. Februar 2024: Energie Cottbus – Berliner AK 2:1

Tim Heike trifft in der siebten Minute der Nachspielzeit für Energie Cottbus und jubelt nach dem wichtigen 2:1-Sieg gegen den Berliner AK: „Ich kann das gar nicht richtig in Worte fassen. Es fühlt sich fantastisch an.“

10. Februar 2024: Chemnitzer FC – Energie Cottbus 1:4

Der Treffer von Maximilian Pronichev zum 4:1-Endstand (90.+3) ist letztlich nur fürs Torverhältnis wichtig. Nach der 3:1-Halbzeitführung mit drei sehenswerten Treffern von Maximilian Krauß und Timmy Thiele verpassen die Cottbuser bei einigen Gelegenheiten, das Spiel schon früher endgültig zu entscheiden.

7. Februar 2024: Energie Cottbus – Viktoria Berlin 4:3

Ein verrücktes Spiel im Stadion der Freundschaft. Energie kommt durch Joshua Putze (82.) zum späten Ausgleich – kassiert durch Laurenz Dehl (83.) aber sofort das 2:3. Danach wird es wild: Dennis Slamar sorgt mit dem 3:3 (90.) für großen Jubel – Tim Heike mit dem Siegtreffer (90.+4) dann für Ekstase im Leag Energie Stadion.

24. Januar 2024: FSV Luckenwalde – Energie Cottbus 1:1

In der zweiten Minute der Nachspielzeit segelt ein Eckball von Luckenwaldes Christian Flath mithilfe des böigen Windes direkt ins Tor von Energie Cottbus. Schiedsrichter Rasmus Jessen (Berlin) lässt insgesamt zwölf Minuten nachspielen, weil immer wieder Energie-Spieler mit Krämpfen behandelt werden müssen.

FCE-Profi Tim Campulka hat mit einem Lattenkopfball (90.+11) sogar noch den Siegtreffer auf der Stirn. FCE-Trainer Claus-Dieter Wollitz betont in einer turbulenten Pressekonferenz nach dem Spiel: „Die lange Nachspielzeit war so auch völlig in Ordnung. Ich würde mir wünschen, dass es immer so ist, wenn man das Gefühl hat, dass die eine Mannschaft vielleicht auf Zeit spielt.“

6. Oktober 2023: FC Eilenburg – Energie Cottbus 1:3

Wegen der schweren Verletzung von FCE-Kapitän Axel Borgmann (Kreuzbandriss) wird lange nachgespielt. Erst gelingt Benjamin Luis (90.+2) der 1:2-Anschlusstreffer für Eilenburg. Dann aber macht Maximilian Oesterhelweg (90.+8) den Sieg für Cottbus endgültig klar.

17. September 2023: Energie Cottbus – FSV Zwickau 3:1

Energie Cottbus muss in der Nachspielzeit beim Stand von 2:1 zittern – Zwickau wirft alles nach vorn. Nach einem Konter trifft Timmy Thiele (90.+5) aber zum 3:1-Endstand. Auf der Tribüne jubeln auch die alten Fußball-Veteranen um Klaus Stabach mit, die vor 50 Jahren zum ersten Mal mit Energie Cottbus in die DDR-Oberliga aufgestiegen waren.

Pressekonferenz nach dem Spiel Energie Cottbus gegen Berliner AK

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Tobias Eisenhuth (Jahn Regensburg)

Edgar Kaizer (FSV Luckenwalde/Leihe)

Paul Levi Wagner (Werder Bremen II)

Jonas Böhmert (FSV Luckenwalde)

Corbinian Moye (Ziel unbekannt)

Jan Shcherbakovski (kehrt nach Leihende zu Dynamo Dresden zurück)

Ali Abu-Alfa (VSG Altglienicke)

Malcolm Badu (Rot-Weiß Erfurt)

Niklas Geisler (FSV Luckenwalde)

Niclas Erlbeck (Chemnitzer FC)

Eric Hottmann (Jahn Regensburg)

Nicolas Wähling (TSV Steinbach Haiger)

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