Diese Zustimmung würde nicht nur Energie Cottbus, sondern dem gesamten Fußball guttun, weil sie wieder für mehr Profiteams im Nordosten sorgen könnte. Deshalb sollten der Nordostdeutsche Fußballverband (NOFV) und der Fußball-Landesverband Brandenburg (FLB) beim DFB-Bundestag am 25. Mai für eine zweigleisige 3. Liga stimmen.

Sie sollten für diesen Antrag stimmen, auch wenn das wohl zur Folge hätte, dass die Regionalliga mit Traditionsclubs wie Energie Cottbus und Lok Leipzig ihre wichtigsten Attraktionen verliert. Auch die jetzigen Drittligisten Jena oder Chemnitz mit ihren vielen Anhängern würde man wohl auf absehbare Zeit nicht mehr in Rathenow oder Bischofswerda sehen.
Natürlich ist das auf den ersten Blick nicht schön für die fußballerische Provinz, wo mit viel Herzblut jedes Jahr aufs Neue die Zugehörigkeit zur vierthöchsten Spielklasse gesichert werden muss. Spiele gegen Energie oder Lok sind für diese Vereine die Saisonhöhepunkte schlechthin.
Das ist jedoch zu kurz gedacht. Bei allem Verständnis für eine möglichst große Attraktivität der Regionalliga – eine echte Bedeutung bekommt der Nordosten auf der deutschlandweiten Fußballlandkarte nur dann, wenn möglichst viele Clubs im Profibereich mitspielen. Erinnern wir uns noch einmal an den Aufstieg von Energie Cottbus in die Bundesliga vor genau 20 Jahren. Der FCE war damals der Leuchtturm für die gesamte Region. Er zog Sponsoren an und war auch für junge Spieler überaus attraktiv.
Je mehr Leuchttürme der Nordosten hat, umso mehr Licht gibt es auch für die kleinen Vereine. Zum Beispiel, weil sie auch von gut ausgebildeten Spielern profitieren könnten. Und das wiederum würde die Qualität der Regionalliga Nordost in der Breite erhöhen und damit für noch mehr Spannung sorgen. Denn auch NOFV und FLB dürfte klar sein, dass Clubs wie Energie Cottbus und Lok Leipzig von ihren sportlichen und wirtschaftlichen Möglichkeiten her für die meisten Regionalligisten mindestens eine Nummer zu groß sind.