Krise bei Union Berlin?: Trimmel warnt mit Blick auf Trauma der Bundesliga-Vorsaison

Union Berlin hat in Wolfsburg verloren und blieb erneut ohne eigenes Tor: Hier attackiert Union-Kapitän Christopher Trimmel (links) den Wolfsburger Mohammed Amoura.
Imago/Darius Simka- Union Berlin steckt in einer Krise, seit fünf Spielen kein Sieg und keine Tore.
- Kapitän Trimmel warnt vor einer zu negativen Sicht, betont aber die gesammelten Erfahrungen.
- Vize-Kapitän Khedira sieht das Team besser aufgestellt als in der letzten Saison.
- Trainer Bo Svensson betont die Wichtigkeit von harter Arbeit und Fokus.
- Nächste Spiele gegen starke Gegner: Leverkusen und Stuttgart.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Lässt man den nach wie vor angenehmen Blick auf die Tabelle außen vor – dann steckt der 1. FC Union Berlin in der ersten kleinen Krise unter Trainer Bo Svensson. Die Eisernen aus Köpenick haben in der Fußball-Bundesliga seit fünf Spielen nicht mehr gewonnen. Vor allem die Torflaute in der Offensive entwickelt sich immer mehr zu einem handfesten Problem mit nicht zu unterschätzendem Krisen-Potenzial. Beim 0:1 gegen den VfL Wolfsburg blieb der FCU zum vierten Mal in Folge ohne eigenes Tor.
Keine Frage: Bo Svensson hat in den vergangenen Wochen schon viele verschiedene Formationen in der Offensive ausprobiert – bislang ohne durchschlagenden Erfolg. Die pessimistische Sichtweise auf die aktuelle Lage in Berlin-Köpenick sieht so aus: Wenn der 1. FC Union die Harmlosigkeit in der Offensive nicht bald ablegt, dann droht womöglich ein ähnliches Krisen-Szenario wie in der traumatischen Vorsaison.
Damals gelang den Eisernen unter Trainer Urs Fischer zwar ebenfalls ein ordentlicher Saisonstart, sie wurden dann aber als Champions-League-Teilnehmer bis in den Tabellenkeller durchgereicht. Die optimistische Sichtweise lautet: Der FCU kennt genau diese Gefahren ja jetzt schon aus dem Vorjahr – und sollte also entsprechend gewappnet sein, um eine Wiederholung zu vermeiden.
Khedira lobt Union Berlin
Natürlich sei es „eine schwierige Phase“, sagt Kapitän Christopher Trimmel und warnt gleichzeitig aber vor einer allzu negativen Sichtweise: „Wir haben in der vergangenen Saison genügend Erfahrungen gesammelt. Es geht darum, Ruhe zu bewahren, noch mehr zu arbeiten und konzentriert zu sein.“
Auch Vize-Kapitän Rani Khedira sieht Union Berlin besser aufgestellt als in der vergangenen Saison. Der wichtigste Unterschied: „Wir zerbrechen jetzt nicht in dem Spiel. Ich glaube, das Fundament ist schon mal da“. Auch bei Rückschlägen glaube das Team an die Vorgaben des Trainerteams und halte am Plan fest. „Das war in der vorherigen Saison nicht immer der Fall. Da haben zu viele Einzelne damit angefangen, ihr eigenes Ding durchzuziehen“, betont Khedira.
Trotzdem beschäftigt vor allem die anhaltende Torflaute das Team und die Trainer gleichermaßen. In Wolfsburg wählte Bo Svensson bewusst einen etwas defensiveren Ansatz. Erst zu Beginn der zweiten Halbzeit brachte er mit Tom Rothe und Benedict Hollerbach die beiden einzigen Doppel-Torschützen der Köpenicker. Das Offensivspiel wurde fortan zwar zielstrebiger, blieb im Endeffekt aber genauso glücklos wie schon in den Wochen zuvor.
Christopher Trimmel hebt auch in diesem Zusammenhang den positiven Aspekt hervor. „Wenn wir gar keine Torchancen gehabt und Wolfsburg uns an die Wand gespielt hätte, wäre es eine andere Situation. Aber es sind halt echt Kleinigkeiten, an denen wir arbeiten müssen.“ Denn diese Kleinigkeiten entscheiden nun einmal über Sieg und Niederlage.
Union Berlin spielt gegen Leverkusen
Zumal die nächsten Aufgaben in der Fußball-Bundesliga deutlich schwerer werden dürften, als beim bis dahin zu Hause noch sieglosen VfL Wolfsburg. Am Samstag gastiert der amtierende deutsche Meister Bayer Leverkusen im Stadion An der Alten Försterei (15.30 Uhr). Danach reisen die Eisernen zu Vizemeister VfB Stuttgart, also einem weiteren Champions-League-Teilnehmer.
Trotz der Stärke der kommenden Kontrahenten gilt es jetzt, die ersten Anzeichen einer sportlichen Krise schnell wieder zu verscheuchen. „Wir werden wie immer das Spiel analysieren und versuchen, besser zu werden. Wir wissen sehr genau, was wir heute hätten besser machen können“, erklärte Bo Svensson nach der Auswärtspleite in Wolfsburg: „Es ist unser Job als Trainer, das auf den Punkt zu bringen.“ Das klang einerseits schon ein wenig nach Durchhalteparole. Anderseits fasste es ganz gut zusammen, worauf es jetzt ankommt: ohne Aktionismus weiter hart zu arbeiten.
Wie gesagt: Der Blick auf die Tabelle ist nach wie vor recht angenehm. „Wir stehen ordentlich da“, konstatiert auch Bo Svensson. Das stimmt: Union Berlin liegt auf Platz zehn und hat derzeit acht Punkte Vorsprung auf den Relegationsrang 16. Zudem dümpeln der FC St. Pauli, Holstein Kiel und VfL Bochum schon ein wenig abgeschlagen unten herum.
Allerdings hat die vergangene Saison aber auch gezeigt, dass dieser Blick auf die Tabelle trügerisch sein kann. Nämlich dann, wenn über einen längeren Zeitraum die Probleme auf dem Rasen nicht abgestellt werden können. Kurzum: Die Eisernen müssen endlich wieder Toreschießen.

