Union Berlin in Wolfsburg: Niederlage und Schockmoment für FCU in der Bundesliga

Kein Bundesliga-Spiel für Feinschmecker: Aljoscha Kemlein (links) von Union Berlin attackiert in dieser Szene den Wolfsburger Tiago Tomas.
Swen Pförtner/dpa- Union Berlin verliert erneut bei VfL Wolfsburg mit 0:1.
- Verletzung von Diogo Leite und eine Prügelei zwischen Fans und Polizei überschatten das Spiel.
- Ridle Baku erzielt das einzige Tor in der 70. Minute für Wolfsburg.
- Union-Coach Bo Svensson kämpft mit Torflaute; Josip Juranovic kehrt nach Verletzung zurück.
- Wolfsburg bleibt für Union Berlin eine uneinnehmbare Festung.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Es bleibt dabei: Der VfL Wolfsburg und seine Volkswagen-Arena sind und bleiben eine uneinnehmbare Festung für den 1. FC Union Berlin in der Fußball-Bundesliga. Auch im sechsten Versuch gelang den Eisernen aus Köpenick am Samstag (23. November) kein Auswärtssieg in Wolfsburg. Im Gegenteil: Beim 0:1 (0:0) ging der FCU wieder einmal leer aus. Ridle Baku erzielte in der 70. Minute das einzige Tor in diesem Spiel auf mäßigem Niveau.
Der Wolfsburg-Fluch ist aus Sicht von Union Berlin insofern ein kleines Kuriosum, weil weder die sportliche Entwicklung des VfL in den vergangenen Jahren noch die meistens überschaubare Stimmung in der Volkswagen-Arena wirklichen Anlass zum Fürchten bieten. Und dennoch nahm der FCU unter Erfolgscoach Urs Fischer fünf vergebliche Anläufe, um den Fluch zu besiegen. Heraus kamen dabei vier Niederlagen und ein Remis.
Union Berlin mit Juranovic
Der neue Union-Coach Bo Svensson wollte sich im Vorfeld des Duells bei den Niedersachsen lieber erst gar nicht mit dieser Negativ-Statistik befassen und stattdessen eigene Akzente setzen. Seine wichtigste Baustelle ist derzeit die Torflaute in der Offensive. In den ersten zehn Spielen hat Union erst neun Tore geschossen. Svensson verzichtete in Wolfsburg trotzdem mit Benedict Hollerbach und Tom Rothe zunächst auf die besten Torschützen. Beide haben zweimal getroffen und mussten gegen den VfL erst einmal auf die Bank. Positiv: Josip Juranovic gehörte nach überstandener Verletzung erstmals in dieser Saison zum Spieltagskader.
Vor 23.861 Zuschauern standen die Zeichen gegen die im eigenen Stadion bislang noch sieglosen Gastgeber also nicht auf Offensiv-Spektakel. Union Berlin erwartete Wolfsburg tief in der eigenen Hälfte mit einem kompakten Fünfer-Abwehrriegel und machte im Zentrum die Räume eng. Das gelang in der ersten Halbzeit mit wenigen Ausnahmen auch ziemlich passabel. Auf der anderen Seite blieb der Kopfballversuch von Jordan in der 6. Minute die einzige nennenswerte Möglichkeit der Gäste.
Unions Diogo Leite muss zeitig vom Platz
Allerdings gab es auch einen frühen Schockmoment für den FCU: Innenverteidiger Diogo Leite blieb nach einer Grätsche mit schmerzverzerrtem Gesicht auf dem Rasen liegen. Der Portugiese musste bereits nach neun Minuten raus. Von Betreuern gestützt, humpelte Leite vom Platz und wurde durch Leopold Querfeld ersetzt.
Mit Beginn der zweiten Halbzeit brachte Bo Svensson dann Benedict Hollerbach und Tim Rothe. Die beiden besten Torschützen bildeten gemeinsam die neue linke Außenbahn. Vor allem dank der Sprintqualitäten von Hollerbach wurden die Gäste nun mutiger. Ein Schuss von Aljoscha Kemlein nach einer schönen Kombination des FCU über mehrere Stationen ging knapp über die Querlatte (60.). Nach 70. Minuten verpasste erneut Kemlein mit einem Freistoß nur knapp die Führung.
Das Tor fiel stattdessen für den VfL Wolfsburg. Ridle Baku kam nach 70. Minuten im Union-Strafraum frei zum Schuss und ließ Union-Keeper Frederik Rönnow aus zehn Metern keine Chance.
„An der ersten Halbzeit haben wir nicht so richtig teilgenommen. Wir haben zu wenig Power ausgestrahlt. Das einzige positive war das Ergebnis“, erklärte Union-Trainer Bo Svensson. „In der zweiten Halbzeit waren wir etwas besser im Spiel und haben mehr Gefahr ausgestrahlt. Insgesamt war es ein Spiel mit wenigen Chancen. Wolfsburg macht aus einer Chance das Tor. Es ist bitter.“ Svensson kritisierte insbesondere die beiden Gesichter seines Teams in diesem Spiel: „Die zweite Halbzeit war in Ordnung. Die erste Halbzeit war nicht so, wie wir uns das vorgestellt haben. Die linke Außenbahn hat gegen den Ball nicht gut ausgesehen.“ Die deutliche Kritik ging vor allem an die Adresse von Robert Skov und Yorbe Vertessen.
Letztlich standen sich die Eisernen aber mit ihrer mangelhaften Chancenverwertung wieder einmal selbst im Weg. „Unterm Strich war es ein ordentliches Spiel. Aber wir haben halt die Chancen nicht genutzt – Wolfsburg dagegen hat es gemacht“, konstatierte Kapitän Christopher Trimmel.
Prügelei zwischen Fans und Polizei
Überschattet wurde das Spiel von Auseinandersetzungen zwischen der Polizei und Union-Fans am Gästeeingang. Die Polizei setzte bei der Prügelei auch Pfefferspray sowie Pferde ein. Es gab nach Verletzte auf beiden Seiten. Die Ultra-Szene von Union Berlin blieb aus Protest komplett draußen.


