Wird die umstrittene Aufstiegsregelung zur 3. Fußball-Liga gekippt und damit das engste Nadelöhr im deutschen Fußball auf Normalgröße gebracht? Das ist das Ziel der ostdeutschen Vereine. Am Mittwoch gab es in Landsberg dazu ein Treffen von Vertretern der Clubs aus der Regionalliga Nordost.
Herrmann Winkler, Präsident des Nordostdeutschen Fußballverbandes (NOFV), der zu diesem Treffen geladen hatte, berichtete am Mittwochabend: „Wir haben heute einen großen Erfolg erzielt – es gibt Einigkeit zwischen den Vereinen und dem Verband.“
Es soll eine Lösung dafür gefunden werden, dass alle Meister der fünf Fußball-Regionalligen direkt aufsteigen können. Aktuell gibt es nur vier Aufsteiger. Nach der Saison 2022/23 müssen die Meister der Regionalligen Bayern und Nordost den vierten Aufsteiger in K.o.-Spielen ermitteln.
Für Energie Cottbus war am Mittwoch Geschäftsführer André Schilbach in Landsberg mit dabei. Präsident Winkler berichtete von einer Stimmung, die anfangs angespannt, aber dann konstruktiv gewesen sei. „Ich bin sehr zufrieden, beide Seiten sind an einer Lösung interessiert.“

NOFV-Präsident Winkler berichtet vom Treffen in Landsberg

Es soll schnell gehen – die Ost-Vereine machen Tempo: Bereits beim NOFV-Verbandstag am 19. November in Potsdam soll ein gemeinsamer Antrag gestellt und dann verabschiedet werden. Winkler, der sich auf dem Verbandstag zur Wiederwahl als Präsident stellt, erläuterte: „In diesem Antrag schreiben wir fest, dass die Vereine das Modell mit 22 Clubs und fünf Absteigern in der 3. Liga favorisieren und wir als Verband das unterstützen.“
Dafür werde von den Vereinen ein umfangreiches Papier erarbeitet, in dem die Vorteile dieses Modells genau aufgezeigt würden, so Winkler.
Laut „Bild“ soll laut diesem Vorschlag unter anderem die ersten sechs Vereine der 3. Liga automatisch für den DFB-Pokal qualifiziert sein. Zudem solle der Verband fünf Millionen Euro zusätzlich für die 3. Liga bereitstellen. Starten könnte das Modell bereits ab der nächsten Saison. 2023/24 würde es dann nur drei Absteiger aus der 3. Liga geben, danach dann immer fünf.
Zuvor hatte der NOFV-Präsident, der gleichzeitig auch Vize-Präsident beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) ist, den Vereinen am Mittwoch noch einmal erklärt, welche Schwierigkeiten er bei der Umsetzung sieht. Er befürchtet, dass der Fußballosten mit seinem Vorschlag im DFB-Bundestag keine Mehrheit bekommt.
Dafür wurde nun ein gemeinsamer Fahrplan entwickelt: Bis zum 31. Mai 2023 soll NOFV-Präsident Winkler gezielte Gespräche ansetzen – mit Vertretern von DFB, Deutscher Fußball-Liga (DFL), der 3. Liga sowie den Regionalverbänden Nord und Bayern. Der Präsident erläuterte: „Es bleibt weiterhin schwierig, unsere Idee wegen der Mehrheitsverhältnisse im DFB durchzusetzen. Aber genau dafür wollen wir die Gespräche führen – zumal es einige Handlungsträger gibt, die unseren Vorschlag als richtig erachten.“

Energie Cottbus unterstützt die geplante Reform

Mehrere Clubs der Regionalliga Nordost hatten zuvor mit einem offenen Brief die Unterstützung des Nordostdeutschen Fußballverbands (NOFV) zur Reform der Aufstiegsregelung in die 3. Liga eingefordert. Der NOFV soll den Antrag der Vereine auf Einberufung eines außerordentlichen DFB-Bundestages unterstützen, hieß es darin. Beim Bundestag solle dann über eine andere Aufstiegsregelung abgestimmt werden.
Zu den Unterstützern der Reform zählen neben dem FC Energie Cottbus der Chemnitzer FC, der FC Carl Zeiss Jena, der 1. FC Lok Leipzig und Chemie Leipzig sowie Rot-Weiß Erfurt. Sie haben dazu eine Petition ins Leben gerufen. Bisher haben knapp 9000 Menschen unterschrieben.