Fußball 3. Liga
: Strafentabelle wegen Pyrotechnik – Ostvereine weit vorne dabei

Der DFB hat diese Saison allein in der 3. Liga über 700.000 Euro Strafe wegen Pyrotechnik  verhangen. Ein Ostverein führt sogar ligaübergreifend die Strafentabelle an.
Von
Peter Mertes,
Frank Noack
Cottbus
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3. Liga Energie Cottbus - Dynamo Dresden 2024/25: Fussball, Herren, Saison 2024/2025, 3. Liga (21. Spieltag), FC FC Energie Cottbus - SG Dynamo Dresden, Gästeblock, Fans von Dresden brennen Feuerwerk ab, 25.01. 2025, Foto: Matthias Koch

Pyrostrafen: Auch im Derby zwischen Energie Cottbus und Dynamo Dresden zündeten die Dynamo-Fans massiv Pyrotechnik. Die Summe der Strafen in der 3. Liga ist hoch, ligaübergreifend gibt es aber einen überraschenden Pyrosünder.

Matthias Koch
  • Der DFB verhängte in der 3. Liga über 700.000 Euro Strafe wegen Pyrotechnik.
  • Dynamo Dresden führt die Strafentabelle mit 188.200 Euro an.
  • Ostvereine protestieren gegen Verbandsstrafen; Fans von Dresden und Cottbus zündeten Pyrotechnik.
  • Ligaübergreifend liegt die Strafe bei über 1,5 Millionen Euro, ein Drittel davon für Sicherheitsmaßnahmen.
  • FC Bayern München musste nach dem DFB-Pokalspiel 150.000 Euro zahlen.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Am Wochenende untermauerten die Fans von Dynamo Dresden und Erzgebirge Aue noch einmal den Protest, mit dem sich ihre Vereine und die Fanszenen am Freitag (31. Januar) an die Öffentlichkeit gewandt hatten. Sie forderten auf einem Spruchband die Abschaffung der Verbandsstrafen wegen Pyrotechnik, auf einem anderen Plakat war zu lesen: „125 Jahre DFB – Inkompetenz in Sachen Fankultur.“

Auch die Fans von Energie Cottbus wandten sich bei ihrem Auswärtsspiel in Aachen noch einmal gegen den DFB. Im Wechsel mit den Alemannia-Anhängern gab es schmähende Gesänge in Richtung des Verbandes. Am Freitag hatten mehrere ostdeutsche Vereine – darunter die Drittligisten Energie Cottbus, Dynamo Dresden, Hansa Rostock und Erzgebirge Aue – eine gemeinsame Mitteilung veröffentlicht, in der sie sich zusammen mit den Fanszenen gegen die Verbandsstrafen richten. Momentan bestraft der Deutsche Fußball Bund (DFB) jeden gezündeten pyrotechnischen Gegenstand mit einem pauschalen Satz. Dabei hat sich in der 3. Liga in der Saison 2024/25 bereits einiges angesammelt.

Dynamo Dresden führt die Tabelle der Pyrostrafen an

Allein Dynamo Dresden musste in dieser Saison bereits 188.200 Euro zahlen – der Großteil der Strafe entfällt allerdings nicht auf ein Drittligaspiel, sondern auf die Begegnung mit dem SV Darmstadt im DFB-Pokal am 30. Oktober 2024. In der Zweitrundenpartie hatten die Dynamo-Fans neben 40 Blinkern mindestens 220 Bengalische Feuer gezündet und aus zwei Feuerwerksbatterien zahlreiche pyrotechnische Gegenstände abgeschossen. 119.000 Euro Strafe verhängte der DFB deswegen.

Damit führen die Sachsen die Strafentabelle der 3. Liga an. Es folgen der 1. FC Saarbrücken (103.655 Euro) und Hansa Rostock (89.305 Euro). Energie Cottbus liegt auf Platz sechs (45.600 Euro), Erzgebirge Aue ist Siebter (41.520 Euro). Allerdings dürften sich die Summen noch erhöhen, die bislang drei Spieltage im Jahr 2025 sind noch nicht eingepreist.

An diesem Wochenende hatten die Fans von Energie Cottbus in Aachen ihre Choreo zum 59. Vereinsgeburstag mit Pyrotechnik begleitet. Auch Dynamo Dresden wird voraussichtlich wieder zahlen müssen, nachdem die Fans beim Derby gegen Energie Cottbus am 25. Januar Pyrotechnik gezündet hatten.

Allein in der 3. Liga gab es über 700.000 Euro Strafe

Insgesamt summiert sich die Strafensumme in der 3. Liga schon jetzt auf 724.420 Euro, wobei vier Drittligisten noch gar keine Strafe zahlen mussten: Viktoria Köln, SV Wehen Wiesbaden sowie die Zweiten Mannschaften von Hannover 96 und VfB Stuttgart. Ligaübergreifend liegt die Summe der Strafen in den drei höchsten deutschen Spielklassen bei über 1,5 Millionen Euro, ein Drittel davon durften die Vereine für sicherheitsrelevante und präventive Maßnahmen nutzen.

Dynamo Dresden führt übrigens auch ligaübergreifend die Strafentabelle der 56 Vereine in erster, zweiter und dritter Liga an. Auf Rang zwei folgt dann aber ein Verein, den man als Pyro-Übeltäter eher nicht auf dem Schirm hatte: Der FC Bayern München musste nach dem DFB-Pokalspiel in Ulm 150.000 Euro Strafe zahlen. Die Bayern-Fans hatten dabei mindestens 70 pyrotechnische Gegenstände gezündet und zahlreiche Raketen aus mehreren Feuerwerksbatterien abgeschossen.

Die Strafentabelle der 3. Liga

Strafentabelle der 3. Liga (Stand: 31. Januar 2025, vor 22. Spieltag)

  • Platz 1: Dynamo Dresden (188.200 Euro)
  • Platz 2: 1. FC Saarbrücken (103.655 Euro)
  • Platz 3: Hansa Rostock (89.305 Euro)
  • Platz 4: VfL Osnabrück (78.150 Euro)
  • Platz 5: 1860 München (51.780 Euro)
  • Platz 6: Energie Cottbus (45.600 Euro)
  • Platz 7: Erzgebirge Aue (41.520 Euro)
  • Platz 8: Waldhof Mannheim (39.445 Euro)
  • Platz 9: Arminia Bielefeld (27.250 Euro)
  • Platz 10: SV Sandhausen (10.685 Euro)
  • Platz 11: Alemannia Aachen (7500 Euro)
  • Platz 12: Borussia Dortmund II (6300 Euro)
  • Platz 13: FC Ingolstadt (5900 Euro)
  • Platz 14: SpVgg Unterhaching (4100 Euro)
  • Platz 15: SC Verl (3150 Euro)
  • Platz 16: Rot-Weiss Essen (3150 Euro)

Keine Strafen: SV Wehen Wiesbaden, Viktoria Köln, Hannover 96 II, VfB Stuttgart II,

Energie Cottbus

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