Energie Cottbus 3. Liga: Aufstand der Ostclubs gegen Strafen wegen Pyrotechnik

Energie Cottbus und zahlreiche ostdeutsche Clubs haben sich zu einer Initiative gegen Verbandsstrafen wegen Pyrotechnik zusammengeschlossen.
Imago/Jan Huebner- Ostdeutsche Vereine fordern Abschaffung von Pyrotechnik-Strafen.
- Energie Cottbus und weitere Clubs schließen sich zusammen.
- Ziel: Stärkung der Fankultur und wirtschaftliche Entlastung.
- NOFV prüft Anpassung der Strafen für Saison 2025/2026.
- Unterstützt durch zahlreiche Vereine und Ultra-Gruppierungen.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Auch der FC Energie Cottbus hat sich der Initiative von vielen ostdeutschen Fußballvereinen sowie Fanclubs angeschlossen. Sie fordert eine Abschaffung der Verbandsstrafen wegen Pyrotechnik. Bemerkenswert: Bei dieser Initiative arbeiten Clubs und Ultra-Gruppierungen zusammen.
Neben Energie Cottbus unterstützen die anderen ostdeutschen Drittligisten Dynamo Dresden, Hansa Rostock und Erzgebirge Aue die Initiative. Auch die Regionalligisten haben sich angeschlossen. Dazu kommen Hertha BSC e.V. & Ostkurve Hertha BSC sowie Wuhlesyndikat 2002 von Union Berlin.
„Wir fordern eine konsequente Abschaffung der verbandsrechtlichen Bestrafung des Einsatzes von nicht missbräuchlich verwendeter Pyrotechnik und deren sofortige Aussetzung“, heißt es in der gemeinsamen Mitteilung der Vereine. Derartige Bestrafungen würden zusehends für wirtschaftliche Probleme der betroffenen Vereine sorgen und damit die Wettbewerbsfähigkeit verschlechtern. Missbräuchlich bedeutet der gezielte Einsatz von Pyrotechnik gegen Personen oder der Wurf auf das Spielfeld.
Nach Ansicht der Vereine wird beim Thema Pyrotechnik der „positive Einfluss auf die Atmosphäre in den Stadien“ zu wenig berücksichtigt. Ein weiterer Kritikpunkt sei, dass „die in den letzten Jahren stetig zugenommene Bestrafung von Pyrotechnik nicht zu einer Verringerung des Einsatzes geführt“ habe.
44.100 Euro Strafe für Energie Cottbus
In der Saison 2024/25 in der 3. Liga musste Energie Cottbus bisher schon 44.100 Euro bezahlen. Fast die Hälfte davon rührt aus einer großen Strafe in Höhe von 21.100 Euro nach dem Ost-Derby gegen Erzgebirge Aue. In dem Spiel Ende Oktober 2024 hatten Fans auf beiden Seiten zahlreich Pyrotechnik eingesetzt, eine Rakete aus dem FCE-Block war sogar in Richtung der Zuschauertribüne abgefeuert worden.
Insgesamt liegt der FCE auf Rang fünf in der Strafentabelle der 3. Liga. Der 1. FC Saarbrücken ist mit bisher 89.255 Euro am meisten betroffen von den DFB-Strafen. Dynamo Dresden musste in der bisherigen Saison 188.000 Euro zahlen, wovon allein 119.000 Euro auf die Pyroshows beim Pokalspiel gegen Darmstadt 98 entfallen.
„Als Einheit aus/der Fankurven und Vereinsverantwortlichen sind wir entschlossen, für die Rechte und faire Behandlung von Fankultur und Souveränität der Vereine einzustehen und auf Basis unserer Mitgliederbeschlüsse einen neuen Weg konsequent zu verfolgen“, heißt es in der Mitteilung. „Die Strafenpolitik der Verbände muss eine grundlegende Veränderung erfahren und die Interessen der Basis unseres Sports in angemessenem Umfang berücksichtigt werden.“
Erste Reaktion des NOFV
Der Nordostdeutsche Fußball-Verband (NOFV) teilte in einer ersten Reaktion mit, dass man bereits eine interne Revision der Sportgerichtsverfahren begonnen habe. Sportgerichtliche Entscheidungen dürften die Mitgliedsvereine in den unteren Ligen nicht in ihrer wirtschaftlichen Bestandsfähigkeit gefährden. Der NOFV strebt deshalb eine Anpassung der sportgerichtlichen Entscheidungen sowie die Umsetzung der Ergebnisse aus der Revision zu Beginn der kommenden Spielzeit 2025/2026 an.
Verbandschef Herman Winkler betonte: „Wir als NOFV verstehen uns als Vertreter unserer Mitgliedsverbände und aller Vereine, die unter unserem Dach ihren Spielbetrieb mit großem, vor allem in weiten Teilen auch ehrenamtlichen Engagement betreiben. Dementsprechend nehmen wir deren Sorgen und Nöte ernst und werden uns bei dieser Thematik bemühen, alle relevanten Aspekte umfassend zu ermitteln, gegeneinander zu gewichtigen und in einen angemessenen Ausgleich zu bringen. Die verbindenden Elemente des Fußballs dürfen – gerade in diesen für unser Land durchaus schwierigen Zeiten – nicht durch die Gefährdung des wirtschaftlichen Fortbestandes der Vereine aufs Spiel gesetzt werden.“
Die Unterzeichner der Initiative
Die Unterzeichner der Initiative sind: FC Carl Zeiss Jena und Südkurve Jena, FSV Zwickau e.V. und Fankurve E5 Zwickau, VFC Plauen und Badkurve Plauen, Chemnitzer FC und Fanszene Chemnitz, SV Babelsberg und Nordkurve Babelsberg, FC Rot-Weiss Erfurt und Steigerwaldkurve Erfurt, FC Erzgebirge Aue und Erzbrigade Wismut Aue, 1. FC Lokomotive Leipzig und Ultras 1.FC Lok Leipzig, BFC Dynamo und Fanszene BFC Dynamo, SG Dynamo Dresden e.V. und K-Block Dynamo Dresden, Hallescher FC und Saalefront Ultras und HFC-Fankurvenrat, F.C. Hansa Rostock und Südtribüne und Block 9A, Hertha BSC e.V. und Ostkurve Hertha BSC, BSG Chemie Leipzig, Wuhlesyndikat 2002, Block U Magdeburg sowie FC Energie Cottbus und Ultima Raka und Ultras Energie.



