Der Kapitän geht nicht nur auf dem Rasen voran. Axel Borgmann hat den FC Energie Cottbus an die Tabellenspitze der Fußball-Regionalliga Nordost geführt. Jetzt äußert sich der 28-jährige Verteidiger auch sehr deutlich zu seiner Zukunft in der Lausitz – und zu einer möglichen Vertragsverlängerung.
Diese Statistik kann sich sehen lassen: In der Hinrunde hat Axel Borgmann kein einziges Regionalliga-Spiel verpasst. Als einziger Profi im FCE-Kader stand Borgmann dabei jeweils von der ersten bis zur letzten Minute auf dem Platz. Insgesamt kommt er auf 1440 Einsatzminuten. Es folgen Elias Bethke (1371), Tobias Hasse (1336), Jonas Hildebrandt (1327) und Jonas Hofmann (1303).

Vertrag bei Energie Cottbus

Aber wie geht es für Dauerbrenner Axel Borgmann weiter? Sein Vertrag läuft am Saisonende aus. Für eine Vertragsverlängerung ist vor allem ein ganz bestimmter Punkt entscheidend. „Ich habe jedes Jahr meinen Vertrag in Cottbus mit dem Ziel verlängert, dass wir aufsteigen. Im Optimalfall bleiben wir also Tabellenerster und gewinnen auch die beiden Aufstiegsspiele“, erklärt Borgmann im Interview mit dem Fachmagazin „Kicker“. „Dann verlängert sich mein Vertrag automatisch.“
Über einen Plan B hat er sich nach eigenem Bekunden noch keine Gedanken gemacht – weil Axel Borgmann fest an den Aufstieg glaubt. Im Moment liegt Energie Cottbus im Plan. Der FCE führt die Tabelle der Regionalliga Nordost mit 33 Punkten vor Rot-Weiß Erfurt (31) und dem Chemnitzer FC (28) an. Allerdings haben Erfurt und Chemnitz jeweils ein Spiel weniger absolviert als der FCE.
Der Kapitän findet trotzdem, dass Energie Cottbus zurecht ganz oben steht. „Weil wir speziell im zweiten Teil der Hinrunde gezeigt haben, dass wir mit unserer Art des Fußballs absolut das Potenzial haben, um auf Platz 1 zu stehen“, sagt Borgmann. Sein Zwischenfazit vor dem Wiederbeginn am 21. Januar gegen Chemie Leipzig: „Von Platz 1 nach der Hinrunde kannst du dir zwar nichts kaufen. Aber es sieht trotzdem schön aus.“ Am 4. Januar startet beim FCE die Vorbereitung auf die Rückrunde.
Seit 2019 spielt Axel Borgmann bei Energie Cottbus. Er wechselte damals von VVV-Venlo in die Lausitz und gehört damit zu den dienstältesten Spielern im Kader. Seit dieser Zeit ist der Aufstieg das große Ziel. Wie lange er sich vorstellen kann, in der Regionalliga zu bleiben? „Natürlich habe ich nicht vor, ein Leben lang in der Regionalliga zu spielen. Der Verein und die Fans sehnen sich nach dem Aufstieg – ich auch“, erklärt Borgmann.
Der Kapitän gehört zu den absoluten Leistungsträgern bei Energie Cottbus und ist natürlich auch in der Kabine ein Führungsspieler. Der sehr anspruchsvolle Spielstil von Trainer Claus-Dieter Wollitz liegt dem Verteidiger. „Wir wollen nicht nur einfach den Ball lang nach vorn hauen, obwohl das in der Regionalliga manchmal auch erfolgreich ist. Ich behaupte – wir spielen mit den besten Fußball in der Liga“, erklärt Borgmann.

Axel Borgmann bei Schalke 04

Seine gute fußballerische Ausbildung kommt ihm dabei zugute. Nach dem Start beim MSV Duisburg wurde der in Mülheim an der Ruhr geborene Verteidiger in der Nachwuchs-Akademie von FC Schalke 04 ausgebildet. Von 2008 bis 2015 trug Borgmann das königsblaue Trikot. Schlägt sein Herz immer noch für den Ruhrpott-Verein? „Ja, denn ich habe sieben Jahre meines Lebens beim FC Schalke verbracht. Natürlich hat sich der Verein verändert. Aber wir haben eine gemeinsame Vergangenheit“, sagt Borgmann.
Axel Borgmann hat sieben Jahre im Nachwuchs des FC Schalke 04 gespielt.
Axel Borgmann hat sieben Jahre im Nachwuchs des FC Schalke 04 gespielt.
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Er spielte erst in der U17, dann in der U19 sowie in der zweiten Mannschaft der Schalker. Und Axel Borgmann konnte auch bei den Profis reinschnuppern: „Ich bin stolz darauf, dass ich als junger Spieler in der Bundesliga auf der Bank sitzen durfte. Ich war als 19. Mann im Champions-League-Kader gegen Real Madrid. Abschlusstraining im Bernabeu-Stadion – das kann mir niemand nehmen.“
Nun ist das Stadion der Freundschaft von Energie Cottbus seine fußballerische Heimat. Auch außerhalb des Rasens ist Borgmann in der Lausitz mittlerweile heimisch geworden. Demnächst wird er zum ersten Mal Vater. Dazu soll dann noch der Aufstieg mit dem FCE kommen – Axel Borgmann hat 2023 jedenfalls viel vor.