„Tusche“ kam, sah – und traf gleich auf Anhieb so wie früher. Ex-Profi Torsten Mattuschka (41) hat ein erfolgreiches und langersehntes Comeback bei seinem Heimatverein Rot-Weiß Merzdorf gefeiert. Mit der Ü35 aus Merzdorf – einem Stadtteil von Cottbus – holte er einen 4:1-Sieg bei der SG Sielow in der Kreisliga Niederlausitz.

„Cooles Gefühl“ für Torsten Mattuschka

Zu Beginn der 2. Halbzeit erzielte Mattuschka das 2:1. „Das war ein cooles Gefühl, wieder mit den Jungs von damals zusammenzuspielen. Ich hatte mir das schon lange vorgenommen, jetzt hat es endlich geklappt“, berichtet Mattuschka und ergänzt augenzwinkernd: „Das Spiel war schön und auch nach dem Spiel war es schön.“ Übrigens: Der Ex-Profi spielte mit der Rückennummer 34. Denn die Nummer 17, sein eigentliches Markenzeichen, ist in der Merzdorfer Ü35 schon vergeben.
Das Tor für Rot-Weiß Merzdorf erzielte Torsten Mattuschka aus dem Spiel heraus und nicht – wie so oft im Trikot von Union Berlin – per Freistoß. Von 2005 bis 2014 spielte der gebürtige Cottbuser für die Eisernen. Unvergessen bei den Union-Fans ist sein Freistoß am 5. Februar 2011 zum 2:1-Siegtor gegen Hertha BSC im Olympiastadion. Dieser Freistoß machte Mattuschka zu einer Legende in Köpenick.
Aktuell arbeitet Torsten Mattuschka als Co-Trainer beim Regionalligisten VSG Altglienicke sowie als TV-Experte für den Fernsehsender Sky. Zudem hat er im vergangenen Jahr in Berlin-Köpenick die Kneipe „Tusches Kick and Rush 17“ eröffnet. Und er ist Vereinsbotschafter von Union Berlin.
Die Rückkehr zu seinem Heimatverein Rot-Weiß Merzdorf war für „Tusche“ eine ganz besondere Herzensangelegenheit. Um sich vom fußballverrückten kleinen Torsten nicht das Geschirr kaputtschießen zu lassen, meldeten ihn die Großeltern mit fünf Jahren beim Verein in Merzdorf an. Schon 2015 – damals spielte er für Energie Cottbus in der 3. Liga – hatte Mattuschka betont: „Ich freue mich darauf, dass ich mit meinen Kumpels, die ich seit fast 30 Jahren kenne, freitagabends eine Runde kicken und danach vielleicht auch einen Stiefel saufen kann.“

Besondere Beziehung zu Rot-Weiß Merzdorf

Seine 2017 erschiene Biografie „Kultkicker mit Herz und Plauze“ stellte Mattuschka gemeinsam mit Autor Matthias Koch natürlich auch in der Merzdorfer „Alpenschänke“ vor, wo früher schon sein Opa Karten gespielt hatte. Das Eintrittsgeld spendete „Tusche“ dem Nachwuchs des Vereins.
Jetzt will sich Torsten Mattuschka allerdings erst einmal ausgiebig erholen. Denn hinter ihm liegt ein stressiges Wochenende. Am Freitagabend spielte er für die Ü35 von Rot-Weiß Merzdorf in der Kreisliga Niederlausitz. Und einen Tag später kickte Mattuschka dann mit der Traditionsmannschaft von Union Berlin auf der Sommertour beim FC Insel Usedom.
Sein schmerzhaftes Fazit: „Offenbar werde ich alt. Oberschenkel, Achillessehne – mir tut alles weh. Im Moment fühle ich mich wie ein Wrack und freue mich auf eine warme Badewanne.“