Erster gegen Zweiter – auf dieses Spitzenspiel dürfen sich nicht nur die Fans von Energie Cottbus und von Rot-Weiß Erfurt freuen, sondern die gesamte Regionalliga Nordost. Im Erfurter Steigerwaldstadion treffen am Sonntag die beiden offensiv stärksten Mannschaften der Liga aufeinander (Beginn um 13 Uhr). Beide Teams haben in 14 Spielen 34 Treffer erzielt.
Dazu kommt: Beide Clubs gehen mit beachtlichen Serien in dieses Gipfeltreffen. Erfurt hat zuletzt den SV Babelsberg mit 6:2 vom Platz gefegt und ist seit sieben Spielen ungeschlagen. Cottbus musste in den zurückliegenden elf Pflichtspielen nur eine 1:4-Niederlage beim BFC Dynamo hinnehmen.

Lob von Energie Cottbus für den Gegner

In der taktischen Ausrichtung gibt es ebenfalls Gemeinsamkeiten: Beide wollen nach Möglichkeit immer Fußball spielen, was in dieser Liga nicht unbedingt selbstverständlich ist. „Erfurt ist eine sehr gute Mannschaft, da muss man Respekt zollen. Sie spielen einen schönen Fußball, sehr geradlinig und effizient. Für den neutralen Zuschauer wird das bestimmt ein sehr schönes Spiel“, sagt FCE-Kapitän Axel Borgmann.
Schaut man sich die taktische Ausrichtung etwas genauer an, dann gibt es jedoch einen kleinen Unterschied. Und genau aus diesem Unterschied bezieht diese Partie auch ihren ganz besonderen Reiz. Während Energie Cottbus auf viel Ballbesitz sind, besiegte Erfurt den SV Babelsberg vor allem dank der überfallartigen Balleroberungen im Mittelfeld und dem schnellen Umschaltspiel.

Darauf kommt es an gegen Rot-Weiß Erfurt

Der FCE ist also gewarnt, nicht ins offene Messer zu laufen. „Wir werden nicht so naiv spielen, wie es andere dort teilweise gemacht haben. Aber wir brauchen eine Topleistung“, betont Trainer Claus-Dieter Wollitz. „Wir spielen gegen eine Mannschaft, die Euphorie hat und die erst zwei Spiele verloren hat – als Aufsteiger.“
Aber auch Energie Cottbus kann eine Portion Euphorie mit in dieses Spitzenspiel nehmen. Zuletzt gab es mit dem 4:0 gegen Schlusslicht Germania Halberstadt den siebten Sieg im siebten Heimspiel in dieser Regionalliga-Saison. Und mit jedem Sieg ist beim FCE auch das Selbstvertrauen gewachsen. Der Matchplan für das Spitzenspiel in Erfurt fällt entsprechend selbstbewusst aus. „Wir wollen dem Gegner unser Spiel aufdrücken. Wir wollen auch dort dominant auftreten und viel Ballbesitz haben. Den Gegner hoch anlaufen, Bälle gewinnen – also so wie immer“, fasst Abwehrchef Jonas Hildebrandt zusammen.

Torwartfrage ist entschieden

Im Tor wird wieder der erst 19 Jahre alte Elias Bethke stehen. Alexander Sebald muss weiter mit dem Platz auf der Bank vorliebnehmen. „Wir haben gemeinsam entschieden, dass es erst einmal keinen Wechsel auf der Torhüter-Position geben wird“, hatte Torwart-Trainer Anton Wittmann nach dem Halberstadt-Spiel auf Nachfrage der Rundschau erklärt.
Klar – der Kampf um die Meisterschaft wird durch dieses Spiel natürlich noch längst nicht entschieden. „Die Tabellensituation macht das Spiel zu einem besonderen Spiel. Aber es gibt auch gegen Erfurt nur drei Punkte“, fasst Jonas Hildebrandt die Ausgangsposition recht pragmatisch zusammen.
Und dennoch: Zu einem wichtigen Fingerzeig für den weiteren Verlauf des Titelkampfes kann die Partie allemal werden – es ist schließlich ein Spitzenspiel. Spitze sind auch die Rahmenbedingungen. Rund 1600 Fans werden den FCE nach Thüringen begleiten.

Newsletter zum FC Energie Cottbus

Alle Informationen rund um den FC Energie Cottbus gibt es im FCE-Newsletter der Lausitzer Rundschau. Er erscheint jeden Donnerstag mit allen wichtigen Infos rund um den FCE. Hier geht es zur Anmeldung.