Dynamo Dresden 3. Liga: Sapina überragt gegen Stuttgart II – Kutschke sagt Sorry

Vinko Sapina (Mitte) war am Samstag der entscheidende Mann bei Dynamo Dresden. Er bereitete in der 3. Liga gegen den VfB Stuttgart II zwei Tore vor.
Robert Michael/dpaDie SG Dynamo Dresden hat am Samstag mit 2:0 (1:0) gegen den VfB Stuttgart II gewonnen. In der 3. Liga bleiben die Sachsen damit Spitzenreiter Erzgebirge Aue auf den Fersen. Christoph Daferner (15.) und Tony Menzel (72.) trafen vor 27205 Zuschauern im Rudolf-Harbig-Stadion. Stuttgarts Samuele di Benedetto sah die Gelb-Rote Karte (55.). Überragender Mann bei Dynamo war Mittelfeldregisseur Vinko Sapina.
Im Publikum saß mit Eduard Geyer der einstige Aufstiegstrainer von Energie Cottbus. Die Stuttgarter Reserve ist am Samstag, 21. September, der nächste Heimspiel-Gegner von Energie Cottbus in der 3. Fußball-Liga.
Dynamo Dresden gegen VfB Stuttgart II – die Tore
1:0 Christoph Daferner (15.)
Vinko Sapina setzt sich im Mittelfeld stark durch und bedient punktgenau den Torjäger. Daferner schließt gekonnt ab, der Ball landet rechts oben im Netz.
2:0 Tony Menzel (72.)
Wieder Sapina mit einer zielsicheren Vorlage. Seine Flanke köpft Menzel aus Nahdistanz dem Torhüter durch die Beine ins Tor.
Dynamo Dresden gegen VfB Stuttgart II – die Aufstellung
Gegenüber der 0:2-Derbyniederlage in Aue gab es zwei Änderungen in der Startelf. Lars Büning spielte für Lukas Boeder, Oliver Batista Meier bekam den Vorzug vor Robin Meißner. Kapitän Stefan Kutschke musste wegen einer Gelb-Rot-Sperre auf der Tribüne Platz nehmen.
Mit Jakob Zickler (18) gehörte der Sohn des ehemaligen Dynamo-Stürmers und späteren Bayern-Profis Alexander Zickler erstmals zum Profi-Kader in der 3. Liga und kam sogar in der Schlussphase zu einem Kurzeinsatz. Neuzugang Jonas Sterner, der kurz vor dem Transferende von Holstein Kiel ausgeliehen wurde, kam in der 66. Spielminute zu seinem Debüt.
Dynamo Dresden gegen VfB Stuttgart II – so lief das Spiel
Die jungen Stuttgarter traten anfangs sehr forsch auf und übernahmen die Initiative. Mit den beweglichen Offensivspielern wie Jarzinho Malanga und Bejamin Boakye sorgten sie für viel Bewegung in der Dresdner Hälfte. Nicht mehr mit dabei war der starke Stuttgarter Linksverteidiger Moussa Cisse. Der 21-jährige Franzose war kurz vor Ende der Transferperiode zum FC Basel gewechselt.
Dynamo reagierte auf die Stuttgarter Ballzirkulation im Stil einer Spitzenmannschaft. Nach einem VfB-Ballverlust schaltete Vinko Sapina schnell und leitete mit einem bemerkenswerten Pass die Dynamo-Führung durch Christoph Daferner (15.). Sapina hatte per Kopf auch noch die große Chance zum zweiten Treffer vor der Pause (31.). Stuttgarts Keeper Dennis Seimen, der mit einem Marktwert von einer Million Euro taxiert wird, lenkte den Ball mit einer Glanztat an die Latte.
Während sich Stuttgart dann nicht mehr richtig nach vorn traute, übernahm Dynamo im Spielverlauf immer mehr die Spielkontrolle.
Nach der Pause spielte Dresden ab der 55. Minute in Überzahl. Samuele di Benedetto sah nach einer verunglückten Rettungsgrätsche die Gelb-Rote Karte.
Dank der überragenden Übersicht von Mittelfeldakteur Sapina kontrollierten die Dresdner das Spiel danach ohne Probleme. Spätestens nach dem 2:0 durch den 19-jährigen Menzel (72.) war die einseitige Partie entschieden.
Dynamo Dresden – Entschuldigung von Kutschke
Der gesperrte Dynamo-Kapitän Stefan Kutschke hat sich vor dem Spiel für seine Wortwahl beim Disput mit Martin Männel von Erzgebirge Aue entschuldigt. Im Derby hatten sich die beiden Kapitäne ein emotionales Duell geliefert. Kutschke sah nach verschiedenen Disputen in der 83. Minute sogar die Gelb-Rote Karte.
Der Zoff ging auch lange nach dem Schlusspfiff weiter. Vor dem Kabinentrakt legte Kutschke im Gespräch mit Aue-Trainer Dotchev noch einmal nach. Er „wünsche diesem Menschen nichts Gutes“, schimpfte Kutschke laut „Tag24“ und ergänzte mit Blick auf Männel: „Der wird schon seine richtige Strafe bekommen.“ Kutschke sagte dem Vernehmen noch weitere Dinge – allerdings in Fäkalsprache.
Am Samstag sagte Kutschke nun Sorry. Er betonte der 35-Jährige bei Magenta-Sport: „Ich habe keine Probleme damit zu sagen, dass das ein Fehler war. Die Wortwahl war nicht in Ordnung und kommt so nie wieder vor“, so Kutschke. Er habe auch eine Strafe in die Mannschaftskasse bezahlt, berichtete der Führungsspieler. Einen Kontakt mit seinem Kontrahenten Martin Männel habe es indes nicht gegeben, berichtete Kutschke.

Stefan Kutschke musste nach seiner Gelb-Roten Karte das Spiel von Dynamo Dresden gegen den VfB Stuttgart II von der Tribüne aus verfolgen.
Robert Michael/dpaDynamo Dresden gegen VfB Stuttgart II – Stimmen zum Spiel
Niklas Hauptmann (Dynamo Dresden): „Es gab eine Phase, in der wir sehr tief standen. Da sind wir sehr viel hinterhergelaufen. Das war sehr anstrengend, da haben wir viele Kräfte gelassen. Das 1:0 hilft uns natürlich. Und die Gelb-Rote Karte war der Knackpunkt. Der VfB hat viele gute Fußballer. Wir wollten unbedingt das zweite Tor. Da muss man aufpassen, dass man die Balance behält.“
Lars Bünning (Dynamo Dresden): „Wir haben uns in der Anfangsphase ein bisschen zu sehr weit hinten reindrücken lassen. Das haben wir in der Halbzeit besprochen. Nach der Pause mit der Gelb-Roten Karte ist es fast noch kniffliger, als Elf gegen Elf weiterzuspielen. Ich finde, das haben wir gut geschafft und bis zum Ende durchgezogen. Ich bin sehr zufrieden.“
Vinko Sapina (Dynamo Dresden): „Vor dem 1:0 hatte der VfB eine Ballbesitzphase, in der wir sehr tief stehen mussten. Ich finde das nicht schlimm, wir haben es trotzdem gut verteidigt. Wir waren sehr kompakt. Der Zeitpunkt des ersten Tores war sehr wichtig. Dann hat sich das Ballbesitzverhältnis geändert.“
Dynamo Dresden gegen VfB Stuttgart II – die Statistik
Dynamo Dresden – VfB Stuttgart II 2:0 (1:0)
Dynamo Dresden: Schreiber – Šapina, Batista Meier (65. Sterner), Lemmer (90. Zickler), Kammerknecht, Heise (90. Lehmann), Casar, Bünning, Menzel, Hauptmann (81. Marx), Daferner (46. Meißner)
VfB Stuttgart II: Seimen – Di Benedetto, Kasstanaras (79. Hanashiro), Boakye, Münst (77. Tritschler), Laupheimer (65. Groiß), Reichardt, Olivier (65. Simnica), Malanga, Nothnagel, Barth (65. Schumann)
Tore: 1:0 Daferner (15.), 2:0 Menzel (72.); Zuschauer: 27205; Schiedsrichter: Mario Hildenbrand; Gelbe Karten: Hauptmann / Hanashiro; Gelb-Rote Karte: - / Di Benedetto (55.)


