Aue – Dynamo Dresden 3. Liga: Dotchev stürmt mit Aue an die Spitze – Kutschke sieht Rot

Erzgebirge Aue jubelt im Derby gegen Dynamo Dresden: Mirnes Pepic (r.) erzielt hier gegen Dynamo-Torwart Tim Schreiber das Tor zum 1:0.
Robert Michael/ZB/dpaNach der selbstbewussten Ankündigung von Trainer Pavel Dotchev ließ der FC Erzgebirge Aue auch Taten folgen. Mit einem 2:0 (2:0)-Heimsieg gegen Dynamo Dresden stürmte Aue am Freitagabend an die Tabellenspitze der 3. Fußball-Liga. Drei Spiele, drei Siege – Dotchev hat mit seinem Team einen optimalen Saisonstart hingelegt.
„Wir wollen aufsteigen. Als Favoriten sehe ich uns aber nicht“, hatte Pavel Dotchev vor dem Derby betont. Dynamo Dresden geht dagegen „im Schacht“ erneut leer aus und muss die ersten Saisonniederlage verdauen. In der vergangenen Saison hatte sich Aue im Heimspiel mit 2:1 durchgesetzt.
Aue gegen Dynamo Dresden – die Tore
Mimes Pepic (6. Minute) und Marvin Stefaniak (9.) sorgten bereits frühzeitig für die 2:0-Führung der Gastgeber. Vor 14.788 Zuschauern im ausverkauften Erzgebirgsstadion sah Dynamo-Kapitän Stefan Kutschke in der 83. Minute die Gelb-Rote-Karte.
Aue gegen Dynamo Dresden – die Aufstellung
Erzgebirge Aue musste auf Can Özkan (Kreuzbandriss) verzichten. Als Ersatz für die Sechserposition wurde Ali Loune vom 1. FC Nürnberg auf Leihbasis verpflichtet. Dynamo Dresden hatte in dieser Woche den Wechsel von Jan Zimmerscheidt in die 2. Liga zum SV Elversberg vermeldet. Dynamo kassiert rund 400.000 Euro für den Offensivmann.
Dresdens Trainer Thomas Stamm setzte auf jene Startelf, die zuletzt im DFB-Pokal den Zweitligisten Fortuna Düsseldorf mit 2:0 bezwungen hatte. Das bedeutete: Kapitän Stefan Kutschke saß zunächst auf der Bank. Auch Aue-Coach Pavel Dotchev verzichtete auf Wechsel im Vergleich zur Woche.
Aue gegen Dynamo Dresden – so lief das Spiel
Die Zuschauer im Erzgebirgsstadion erlebten eine kuriose Anfangsphase. Dynamo Dresden startete couragiert in dieses Derby – aber dann wurden die Gäste zweimal eiskalt erwischt. Mimes Pepic schoss Aue nach sechs Minuten in Führung. Nach einer abgefälschten Eingabe stand Pepic am ersten Pfosten goldrichtig. Kurz danach erhöhte der Ex-Dresdener Marvin Stefaniak auf 2:0 (9.). Vorausgegangen war ein zentimetergenauer Pass von Mika Clausen an den zweiten Pfosten.
Und Dynamo Dresden? Viel Ballbesitz, viele Standardsituationen, aber keine zählbare Ausbeute, lautete die Bilanz zur Pause. „Wir haben gefühlt 75 Prozent Ballbesitz, liegen aber 0:2 hinten, weil wir zweimal nicht aufgepasst haben. Da muss man konzentrierter sein“, kritisierte der Sportliche Berater Ulf Kirsten bei Magenta Sport.
Dynamo-Trainer Thomas Stamm reagierte in der 57. Minute mit einem Vierfach-Wechsel auf den Zwei-Tore-Rückstand. Seine Mannschaft war auch in der 2. Halbzeit spielbestimmend, agierte aber nicht zwingend genug, um das Bollwerk der eingespielten Gastgeber zu knacken.
In der hektischen Schlussphase gab es dann Aufregung um Stefan Kutschke. Der Dynamo-Kapitän sah zunächst eine umstrittene Gelbe Karte, weil er sich über einen Tritt von Aue-Torhüter Martin Männel beschwert hatte. Kurz danach ließ sich Kutschke dann zu einem Rempler gegen Männel hinreißen – die Strafe war Gelb-Rot. „Vor der ersten Gelben Karte wurde eine klare Tätlichkeit übersehen. Das ärgert mich sehr“, kritisierte Dynamo-Trainer Thomas Stamm. Aue-Coach Pavel Dotchev wollte sich im Detail nicht zu der Szene äußern.
Aue gegen Dynamo Dresden – die Statistik
Erzgebirge Aue – Dynamo Dresden 2:0 (2:0)
Erzgebirge Aue: Männel - Burghardt (65. Fallmann), Barylla, Hoffmann, Jakob - Pepic, Majetschak (80. Bornschein) - Clausen (65. Sijaric) , Tashchy, Stefaniak (89. Seitz) - Bär (80. Loune).
Dynamo Dresden: Schreiber - Kammerknecht, Casar, Boeder (57. Bünning) - Lemmer, Sapina (57. Oehmichen), Heise - Menzel, Hauptmann (57. Batista Meier) - Daferner (57. Kutschke), Meißner.
Tore: 1:0 Pepic (6.), 2:0 Stefaniak (9.); Schiedsrichter: Benen (Nordhorn); Zuschauer: 14.788 (ausverkauft); Gelbe Karten: Jakob, Burghardt/Menzel, Oehmichen, Casar; Gelb-Rote Karte: –/Kutschke (80.).

Trainer Pavel Dotchev von Erzgebirge Aue hat mit seiner Mannschaft einen optimalen Saisonstart in der 3. Liga hingelegt. Aue führt mit drei Siegen aus drei Spielen die Tabelle an.
Robert Michael/ZB/dpaErzgebirge Aue gegen Dynamo Dresden – die Stimmen
Pavel Dotchev (Trainer Erzgebirge Aue): „Es war ein sehr intensives Spiel. Das frühe 2:0 tat natürlich gut, außerdem waren die Fans da. Wir haben die Führung sehr gut verteidigt. Dafür mussten wir einen hohen Aufwand betreiben. Wir haben Leidenschaft und Kampf gezeigt. Das ist der Hauptgrund, warum wir dieses Spiel gewonnen haben.“
Thomas Stamm (Trainer Dynamo Dresden): „In Summe war es ein verdienter Sieg für Aue. Wir haben die wichtigen Zweikämpfe nicht gewonnen. Aue war griffiger. Wir hatten am Anfang eine gute Phase, aber dann haben wir die beiden Tore hergeschenkt. Wir haben insgesamt zu unsauber gespielt.“
Marvin Stefaniak (Erzgebirge Aue): „Es freut mich für die Fans, dass wir Derbysieger sind. Das ist ein emotionaler Abend. Unsere Stärke ist der Zusammenhalt. In der 3. Liga musst du Kampf und Leidenschaft auf den Platz bringen.“
Niklas Hauptmann (Dynamo Dresden): „Wir sind ganz gut reingekommen, machen dann aber fatale Fehler bei den beiden Toren. Und dann läufst du halt einem Rückstand hinterher. Insgesamt haben wir zu wenig klare Torchancen erspielt.“
Mika Clausen (Erzgebirge Aue): „Dresden ist uns sehr hoch angelaufen, deshalb hatten wir viele Räume. Das haben wir am Anfang überragend genutzt.“
Erzgebirge Aue gegen Dynamo Dresden – die Fans
Das Sachsenderby zwischen Aue und Dynamo war auch diesmal als Risikospiel eingestuft. Die Polizei war mit einem großen Aufgebot von rund 5000 Beamten der Polizeidirektion Chemnitz im und rund um das Erzgebirgsstadion vertreten. Dazu kamen weitere Beamten der Bundespolizei.
Unter den rund 15.000 Zuschauern waren etwa 2000 Dynamo-Fans. Aue als Gastgeber setzte auf strikte Fan-Trennung. Das Tragen von Gästefankleidung in den Heimbereichen war strikt untersagt. „Uns ist bewusst, dass die Fans keine Freunde sind. Das stellt höhere Anforderungen an uns, auch weil wir von einem ausverkauften Stadion ausgehen“, hatte Polizeisprecherin Jana Ulbricht vor ab in der „Freien Presse“ betont. Insgesamt rechnete die Polizei mit 300 „problematischen Fans“. Abgesehen von Pyrotechnik blieb es im Stadion rund um das Spiel ruhig.
Dynamo Dresden gegen Fortuna Düsseldorf – Spieler des Tages
Mika Clausen begeisterte erneut mit herzerfrischendem Fußball. Der Neuzugang vom FC St. Pauli II hatte Clausen beim 1:3 im DFB-Pokal gegen Borussia Mönchengladbach getroffen. Gegen Dresden gab der offensive Mittelfeldspieler mit einem feinen Pass die Vorlage zum 2:0 durch Marvin Stefaniak.
So geht es für Aue und Dynamo Dresden weiter
Für beide sächsische Clubs stehen am 4. Drittliga-Spieltag jeweils Duelle gegen Aufsteiger an. Erzgebirge Aue reist am nächsten Samstag (31. August) zu Alemannia Aachen (14 Uhr). Dynamo Dresden trifft ebenfalls am Samstag (31. August) im Rudolf-Harbig-Stadion auf den VfB Stuttgart II (14 Uhr).

