Slapstick bei Hansa Rostock: Kapitän aus der Lausitz frustriert – „Habe es verkackt“

Franz Pfanne (rechts), hier im Zweikampf mit Bryan Henning unterlief am Freitagabend ein folgenschwerer Fehler in der 3. Fußball-Liga. Der FC Hansa Rostock verlor deutlich mit 0:3 bei Viktoria Köln.
Ayhan Guenduez/Eibner-PressefotoZweitliga-Absteiger Hansa Rostock ist in der 3. Fußball-Liga weiter ohne Sieg. An der Küste herrscht großer Frust – mittendrin ein Kapitän aus der Lausitz. Am vierten Spieltag gab es am Freitag bei Viktoria Köln mit dem 0:3 (0:1) die nächste bittere Niederlage. Mit nur zwei Punkten steht der ehemalige Bundesligist auf einem Abstiegsplatz.
Lex-Tyger Lobinger (6./65.) und Serhat Güler (69.) trafen für die Gastgeber, die sich mit neun Punkten aus vier Spielen vorerst an die Tabellenspitze setzten. Spielentscheidend war ein kapitaler Fehler der Rostocker: Franz Pfanne verlor am eigenen Strafraum den Ball, den Lobinger zum 2:0 ins Tor setzte.
Franz Pfanne wurde bei Dynamo Dresden ausgebildet
Der 29-Jährige, der aus Bautzen in der Lausitz stammt, war über Budissa Bautzen, Dynamo Dresden und SV Rödinghausen an der Küste gelandet. Bei Magenta-Sport fand er deutliche Worte nach der Niederlage: „Ich übernehme die Verantwortung für diese Niederlage. Das 2:0 hat uns gekillt. Mir als Kapitän darf das nicht passieren.“ Dass er von Trainer Bernd Hollerbach ausgewechselt wurde, konnte er nachvollziehen: „Ich habe es verkackt beim 2:0. Fußball ist ein Leistungssport. Warum soll der Kapitän dann von irgendwas geschützt sein, also alles gut. Das gehört dazu.“
Hollerbach bekundete bei Magenta-Sport: „Wir haben dem Gegner die Tore geschenkt. Das war ja der absolute Wahnsinn. Wieder viel Aufwand betrieben, die ein oder andere Chance gehabt und dann dem Gegner die Tore geschenkt. So kannst du nicht gewinnen. So wird es schwierig in der 3. Liga.“
Kapitän denkt an die mitgereisten Hansa-Fans
So sieht es auch der Lausitzer Franz Pfanne, der auch an die mitgereisten Hansa-Fans dachte: „Das tut mir wahnsinnig leid für die Jungs, aber es geht nur gemeinsam da raus. Wir wissen, was wir können. Das ist nicht unser Anspruch. Es tut mir leid für die Fans, die wieder den Weg auf sich genommen haben, zum Freitag wahrscheinlich Urlaub nehmen mussten und wir verlieren hier 3:0, brutal.“ Er konstatierte: „Wir haben das vierte Mal in der 3. Liga versagt. Es fühlt sich Scheiße an, tut wahnsinnig weh.“
Magenta-Sport-Experte Fabian Klos erklärte, worauf es jetzt beim FC Hansa ankommen wird: „Du kannst erstmal keine Kraft und Zuversicht daraus schöpfen. Das ist eine ekelhafte Busfahrt. Du sitzt da, es gibt verschiedene Phasen, verschiedene Spielergruppen. Manche sind mit sich selbst beschäftigt, manche wollen darüber reden. Es ist nur wichtig, dass sich keine Grüppchen bilden. Das zeigt sich in schwierigen Momenten, wie die Struktur in der Gruppe ist. Wichtig ist, dass man zusammenbleibt.“

