Rente
: Erhöhung könnte 2027 noch höher ausfallen als 2026

Glaubt man den aktuellen Prognosen, bekommen Rentner 2027 eine größere Erhöhung als 2026.
Von
Lukas Böhl
Berlin
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Senioren: 02.12.2025, Bremen: Die Hände einer älteren Person halten eine geöffnete Geldbörse, aus der ein 20-Euro-Schein hervorragt. Im Bundestag steht am Freitag die Entscheidung über die geplante Rentenreform an, die ein stabiles Rentenniveau, erweiterte Kindererziehungszeiten, steuerfreie Zuverdienstmöglichkeiten im Alter und weitere Änderungen in der Altersvorsorge vorsieht. (zu dpa: «Rentenpaket: Mehr Geld für Rentner, Mütter, Senioren im Job») Foto: Sina Schuldt/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Auch 2027 ist mit einer Rentenerhöhung zu rechnen.

Sina Schuldt/dpa

Für die rund 21 Millionen Rentnerinnen und Rentner in Deutschland gibt es positive Aussichten: Zum 1. Juli 2027 könnten die gesetzlichen Renten erneut kräftig steigen. Nach der Frühjahrsfinanzschätzung der Deutschen Rentenversicherung (DRV) vom Mai 2026 ist eine Rentenerhöhung um 4,4 Prozent zu erwarten.

Eine neuere Prognose des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) fällt sogar noch etwas optimistischer aus. Demnach könnten die Altersbezüge zum 1. Juli 2027 um 4,7 Prozent steigen. Hintergrund ist die Erwartung, dass sich die Löhne stärker entwickeln könnten als bisher angenommen.

Damit würde die Rentenerhöhung die Anpassung des laufenden Jahres übertreffen. Zum 1. Juli 2026 waren die gesetzlichen Renten bundesweit um 4,24 Prozent angehoben worden. Allerdings handelt es sich bei den Zahlen für 2027 bislang um Prognosen. Wie hoch die Rentenerhöhung tatsächlich ausfällt, wird erst im Frühjahr 2027 feststehen.

Tabelle: So viel mehr Rente könnte es 2027 geben

Wer beispielsweise derzeit 2.000 Euro Bruttorente im Monat erhält, könnte ab Juli 2027 zwischen 2.088 und 2.094 Euro bekommen. Das wären im zweiten Halbjahr insgesamt 528 bis 564 Euro zusätzlich.

Die tatsächlich auf dem Konto ankommende Summe kann allerdings niedriger ausfallen. Denn von der Bruttorente werden gegebenenfalls Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung sowie Steuern abgezogen.

Rentenniveau soll bis 2031 bei 48 Prozent bleiben

Neben der erwarteten Rentenerhöhung spielt auch das gesetzlich abgesicherte Rentenniveau eine wichtige Rolle. Die Bundesregierung hat die Haltelinie von 48 Prozent bis einschließlich 2031 verlängert.

Das Rentenniveau beschreibt das Verhältnis einer sogenannten Standardrente zum durchschnittlichen Arbeitseinkommen nach bestimmten Abzügen. Es bedeutet deshalb nicht, dass jeder Rentner 48 Prozent seines letzten Gehalts als Rente erhält.

Für die langfristige Finanzierung der gesetzlichen Renten bleibt die Entwicklung der Einnahmen und Ausgaben entscheidend. Nach der Frühjahrsfinanzschätzung der Deutschen Rentenversicherung werden die Rentenausgaben 2027 voraussichtlich rund 402,4 Milliarden Euro betragen. Der Beitragssatz zur gesetzlichen Rentenversicherung wird in dieser Schätzung weiterhin mit 18,6 Prozent angesetzt.

Wann steht die Rentenerhöhung 2027 endgültig fest?

Bis zur verbindlichen Entscheidung müssen sich Rentnerinnen und Rentner noch gedulden. Neue Anhaltspunkte dürfte der Rentenversicherungsbericht der Bundesregierung liefern, der regulär im November 2026 veröffentlicht wird.

Die endgültige Höhe der Rentenanpassung wird voraussichtlich im Frühjahr 2027 bekannt gegeben. Anschließend wird die Anpassung durch eine Verordnung der Bundesregierung mit Zustimmung des Bundesrates festgelegt.

Die neuen Rentenbeträge gelten dann ab dem 1. Juli 2027. Rentnerinnen und Rentner müssen dafür keinen Antrag stellen. Die Erhöhung erfolgt automatisch.