Krypto-Börse Binance
: FBI macht Nordkorea für Milliarden-Hack  verantwortlich

Wer steckt hinter dem  Rekord-Hackerangriff auf die Kryptobörse Binance? Die US-Bundespolizei FBI ist sicher sicher: Die Spur führt nach Nordkorea.
Von
Markus Brauer
Washington/Pjöngjang
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Nach dem beispiellosen Cyberangriff auf die weltgrößte Digitalwährungsbörse Binance hat das Unternehmen damit begonnen, Kundenauszahlungen in einer ersten Phase wieder freizuschalten.

Nach dem beispiellosen Cyberangriff auf die weltgrößte Digitalwährungsbörse Binance hat das Unternehmen damit begonnen, Kundenauszahlungen in einer ersten Phase wieder freizuschalten.

Imago/Zoonar
  • FBI macht Nordkorea für Rekord-Hack auf Binance verantwortlich – Gruppe TraderTraitor im Fokus.
  • Laut FBI wurden über sechs Milliarden Dollar erbeutet und vor allem in Ether getauscht.
  • Ermittler listen rund 500 Ethereum-Adressen und rufen Börsen zum Blockieren von Transaktionen auf.
  • Binance nahm Auszahlungen nach Sperre schrittweise wieder auf und ersetzte 90 Prozent der Verluste.
  • Partner frieren rund drei Milliarden Dollar ein, Hinweise auf gestohlene private Schlüssel fehlen.

Die Zusammenfassung wurde von einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt.

Der wohl größte Diebstahl von Kryptowährungen der Geschichte geht nach Erkenntnissen der US-Bundespolizei FBI auf das Konto Nordkoreas. Nordkoreanische Hacker hätten bei einem Angriff auf die weltgrößte Kryptobörse Binance mehr als sechs Milliarden Dollar erbeutet, hat die Behörde mitgeteilt. Das FBI machte die Hackergruppe TraderTraitor für den Angriff verantwortlich.

Wie die US-Bundespolizei weiter erklärt, beobachteten Ermittler, wie die Täter die Beute vor allem in Ether (ETH), die Kryptowährung des Ethereum-Netzwerks, umtauschten. Anschließend dürften die Vermögenswerte über dezentrale Finanzdienste und Plattformen zum schnellen Tausch von Kryptowährungen weiter verschleiert werden.

Geldwäsche im Ethereum-Netzwerk

Das FBI veröffentlichte eine Liste mit rund 500 Adressen im Ethereum-Netzwerk, die die Hackergruppe TraderTraitor nach ihren Erkenntnissen zur Geldwäsche nutzt. Sie forderte Kryptobörsen und andere Branchendienstleister auf, Transaktionen mit diesen Adressen oder daraus stammenden Vermögenswerten zu blockieren.

Sollten sich die Angaben der Plattform bestätigen, würde der nach  der Schadenssumme von mehr als sechs Milliarden Dollar (rund 5,4 Milliarden Euro) größte Hackerangriff der Krypto-Geschichte für die Kunden glimpflich enden.

Sollten sich die Angaben der Plattform bestätigen, würde der nach der Schadenssumme von mehr als sechs Milliarden Dollar (rund 5,4 Milliarden Euro) größte Hackerangriff der Krypto-Geschichte für die Kunden glimpflich enden.

Imago/NurPhoto

Binance hatte den Hackerangriff am Donnerstag (29. Oktober) bekanntgegeben. Nach Angaben der nach Handelsvolumen weltgrößten Kryptobörse waren Vermögenswerte im Wert von 6,3 Milliarden Dollar (5,6 Milliarden Euro) betroffen. Binance erklärte am Samstag (31. Oktober), mit eigenen Mitteln bereits Ersatz für 90 Prozent der gestohlenen Kryptowerte beschafft zu haben.

„Unsere Zusage bleibt unverändert: Binance wird die finanziellen Folgen der bei diesem Vorfall gestohlenen Vermögenswerte vollständig übernehmen“, erklärt das Unternehmen im Onlinedienst X. Es habe mehr als 6,34 Milliarden Dollar zur Deckung der Verluste bereitgestellt. Für die verbleibenden zehn Prozent werde mehr Zeit benötigt, weil diese digitalen Vermögenswerte weniger leicht verfügbar seien.

„Komplexer Angriff“ mit mehreren Einfallstoren

Nach dem Angriff hatte Binance Auszahlungen zunächst ausgesetzt. Sie sollten nach Unternehmensangaben voraussichtlich am Sonntag (1. November) wieder möglich sein. Zuvor hatte Binance erklärt, Partner hätten rund drei Milliarden Dollar an Krypto-Vermögen eingefroren, um den Diebstahl einzudämmen. Die Plattform zählt nach eigenen Angaben 335 Millionen Nutzer.

Binance hatte von einem „komplexen Angriff“ mit mehreren Einfallstoren gesprochen. Nach früheren Unternehmensangaben könnte die Attacke über den Laptop eines IT-Mitarbeiters erfolgt sein. Hinweise auf den Diebstahl privater Schlüssel für Krypto-Konten lägen bislang nicht vor.

Lazarus-Hackernetzwerk wird mit Nordkorea in Verbindung gebracht

Bereits vor der FBI-Erklärung hatte die Analysefirma TRM Labs TraderTraitor verdächtigt. US-Präsident Donald Trump hatte am Freitag (30. Oktober) noch erklärt, Washington prüfe eine Beteiligung Nordkoreas. TraderTraitor wird dem Hackernetzwerk Lazarus zugerechnet, das mit nordkoreanischen Geheimdiensten in Verbindung gebracht wird.

Lazarus wurde 2014 durch den mutmaßlichen Angriff auf das Filmstudio Sony Pictures bekannt. TraderTraitor wird auch für den Diebstahl von 1,5 Milliarden Dollar bei der Kryptobörse Bybit im Februar 2025 verantwortlich gemacht. Nordkorea steht wegen seines Atom- und Raketenprogramms unter weitreichenden internationalen Sanktionen.

Laut einem Bericht der US-Armee aus dem Jahr 2020 zählt die nordkoreanische Cyberkriegseinheit „Büro 121“ rund 6000 Beschäftigte, die teilweise vom Ausland aus operieren. Nach Bekanntwerden des Binance-Angriffs verloren Bitcoin fast fünf Prozent, Ether knapp sechs Prozent und die Binance-Währung BNB fast zehn Prozent. (mit AFP/dpa)