Die brandenburgische Landesregierung hat sich mit Vertretern von Brandenburgs Wirtschaftsverbänden über mögliche Lockerungen der Corona-Regeln abgestimmt. Dies teilten Staatskanzlei und Wirtschaftsministerium in Potsdam am Freitag, 26. Februar, mit.
Vor den weiteren Ministerpräsidentenkonferenzen zur Corona-Lage in Deutschland sollen demnach jeweils Erwartungen der Wirtschaft in Brandenburg aufgenommen und diskutiert werden. Zuvor hatten sich die Chefs der drei brandenburgischen Industrie- und Handelskammern (IHK) in einem offenen Brief bei Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) beschwert.
Unter anderen forderten Peter Kopf, Präsident der IHK Cottbus, und sein Hauptgeschäftsführer Marcus Tolle, dass sich der Brandenburger Regierungschef endlich selbst bei den Unternehmern vor Ort blicken lasse.
Vor der Bund-Länder-Konferenz zu Corona am 3. März, bei der es auch um möglichen Corona-Lockerungen gehen soll, stellte Woidke den Kammervertretern nun ein Konzept zur schrittweisen Öffnung von Wirtschaft, Tourismus, Kultur und Bildung in Brandenburg vor.

Wirtschaft in Brandenburg fordert Erleichterungen für Betriebe

Die Kammern selbst schlugen laut der Pressemitteilung der Landesregierung vor, Betrieben mit Hygienekonzepten die Wiederöffnung zu erleichtern. „Ich bin den Kammern für ihre Hinweise dankbar. Wir müssen noch eine Weile mit dem Virus leben, aber wir können den Lockdown nicht ewig aufrecht erhalten“, sagte Woidke laut Mitteilung.
Woidke spricht sich demnach für eine verantwortungsvolle Öffnung des Handels sowie von Gastronomie und Hotellerie aus. Dies ist laut Ministerpräsident jedoch vom Impfstand oder der Belastung des Gesundheitssystems in Brandenburg abhängig.
Schnelltests seien unabdingbar für Öffnungen, solange die Inzidenzwerte noch so hoch seien, sagte Woidke weiter. Brandenburgs Wirtschaftsminister Jörg Steinbach (SPD) sagte laut Mitteilung, dass die direkt vom Lockdown betroffenen Branchen wirtschaftlich sehr angeschlagen seien. „In der aktuellen Situation ist es nicht leicht, ihnen eine Perspektive aufzuzeigen, wann sie wieder durchstarten können“, sagte Steinbach.
Der Präsident des Handwerkskammertags in Brandenburg, Robert Wüst, forderte bei dem Treffen von Wirtschaft und Landesregierung demzufolge ein höheres Impftempo und die schnelle Einführung kostenloser Corona-Schnelltests.
Mehr zu Corona in Brandenburg lesen Sie auf dieser Themenseite auf LR Online.