Der Start in eine neue Ära, wie die Lausitzer Füchse ihn auf ihrer Homepage ankündigten, ist geglückt: Nach der Trainerentlassung von Corey Neilson am 1. Februar gewinnen die Lausitzer Füchse das Auswärtsspiel gegen den EV Landshut mit 4:3. Den Abwärtstrend aus nur einem siegreichen Spiel in den letzten zehn Partien kann das neue Trainer-Gespann um Chris Straube und André Mücke vorerst aufhalten. „Es ist super, wieder einen Sieg mit nach Weißwasser zu bringen“, sagt Chris Straube sichtlich erleichtert in der Pressekonferenz nach dem Spiel
Dass selbst Sprade-TV von der Trainerentlassung in Weißwasser überrascht wurde, zeigte sich schon bei der Mannschaftsaufstellung. Da wurde Corey Neilson noch als Coach vorgestellt und sorgte für ein erstes verwundertes Augenreiben.

Lausitzer Füchse starten furios

In der zwölften Minute ging es mit dem Augenreiben gleich weiter: Die Füchse, die zuletzt eine sehr schwache Ausbeute aus Überzahl mitnehmen konnten, nutzten die zahlenmäßige Überlegenheit zum 1:0. Aus einiger Entfernung hielt Jakub Kania nach Vorlage durch Ondrej Pozivil einfach mal drauf und schoss den Puck mit voller Wucht ins Netz (13.). Nur zwei Minuten später störten die Füchse das Aufbauspiel der Landshuter abermals früh und Jonathon Martin veredelte die gute Teamleistung mit dem 2:0 (15.).
In einem ausgeglichenen Spiel im zweiten Drittel musste schon der Top-Scorer der DEL 2 kommen, um den Anschlusstreffer zu machen. Zach O‘Brien verkürzte in Überzahl für den EV Landshut auf 1:2 in der 30. Minute. Der Schuss war für den starken Tobias Ancicka unhaltbar. In Folge konnte sich der Torhüter der Lausitzer Füchse durch Paraden allerdings immer wieder in Szene setzen (32., 37., 39.).

Ist bei Andrew Clark der Knoten geplatzt?

Kurz vor der Pause bewies Andrew Clark, warum die Füchse ihn Mitte Januar verpflichteten: Zweimal scheiterten Martin und Geibel am Landshut-Goalie Dimitri Pätzold, doch Clark spitzelte den Puck über die Torlinie (40.). Es war das erste Tor des Kanadiers in seinem vierten Spiel für die Lausitzer Füchse.
Landshut wollte den Anschlusstreffer mit Beginn des letzten Drittels erzwingen und setzte die Männer um Tobias Ancicka kräftig unter Druck. Der Versuch, das Spiel zu drehen, gelang: Marcus Power erzielte innerhalb weniger Minuten (46., 47.) einen Doppelpack und setzte das Team von Trainer Chris Straube vor neue Herausforderungen. Die Vermutung der Sprade-TV-Kommentatoren, dass Straube im anschließenden Power-Break seinen Männern ein paar Takte erzählte, lag nah.
Was Landshut kann, konnten an diesem Abend aber auch die Füchse. So wie Marcus Power macht auch Andrew Clark einen Doppelpack. Nachdem Landshut die Führung knapp auch durch eine starke Parade von Ancicka verpasste, netzte Clark drei Minuten vor Schluss in einer Überzahl-Situation ein (57.) und sorgte für riesigen Jubel auf der Bank der Lausitzer Füchse.

Lausitzer Füchse halten dramatischen Schlussminuten stand

Dramatik pur auch in den letzten zwei Minuten des Spiels: Weil Fabian Dietz eine Strafe absitzen musste, mussten sich die Füchse in Unterzahl der Landshuter Belagerung stellen – in den vergangenen Spielen zählten solche Situationen nicht zu den Stärken der Weißwasseraner. Landshut versuchte, mit allen Mitteln den Ausgleich zu erzielen – doch vergeblich. Die Lausitzer Füchse gewannen mit einer Menge Kampfgeist mit 4:3.
Ein Blick auf die Tabelle verrät allerdings, dass die Feuerprobe erst am Sonntag auf Chris Straube und André Mücke wartet. Da treffen die Füchse auf die Kassel Huskies, das Top-Team der DEL 2

Das sagen die Trainer

Chris Straube: „Wir haben es zum Ende hin spannend gemacht, als wir ein paar kleine Fehler in der Defensive hatten. Die Jungs sind da in das alte System gerutscht, das uns Probleme bereitet. Landshut hat das ausgenutzt. Doch ausgerechnet unser Sorgenkind, das Powerplay, hat uns heute den Sieg gebracht. Die Jungs haben super gespielt und hart gekämpft. Es ist super, wieder einen Sieg nach Hause, nach Weißwasser, zu bringen.“
Leif Carlsson: „Unser erstes Drittel war heute nicht so gut, sogar eines der schlechtesten in dieser Saison. Wir waren nicht da, wir haben jeden Zweikampf verloren und die Füchse haben das mit ihrer Schnelligkeit gut gemacht. Sie haben auch ihre Chancen genutzt. Über 60 Minuten haben die Lausitzer Füchse den Sieg heute verdient. Aber es tut trotzdem weh.“
EV Landshut - Lausitzer Füchse 3:4 (0:2, 1:1, 2:1)
Tore: 0:1 Kania (13.), 0:2 Martin (15.), 1:2 O’Brien (30.), 1:3 Clark (40.), 2:3 Power (46.), 3:3 Power (47.), 3:4 Clark (57.)
Schiedsrichter: Kannengießer/Steinicke; Zuschauer: keine; Strafminuten: 10/12
Das nächste Spiel: Lausitzer Füchse – Kassel Huskies (Sonntag, 17 Uhr)