Waldbrand in Gohrischheide
: Wind und Hitze erschweren Löscharbeiten

UPDATE 28.06.2026, 21:41 Uhr: In der Gohrischheide ist erneut ein Waldbrand ausgebrochen. Die Fläche ist munitionsbelastet. Die Einsatzkräfte verhindern bisher eine Ausbreitung - und hoffen nun auf Regen.
Von
dpa
Zeithain
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Waldbrand Gohrischheide

Waldbrand in der Gohrischheide: Die Feuerwehr muss bei extremer Hitze das Feuer in Schach halte.

Robert Michael/dpa
  • Neuer Waldbrand in der Gohrischheide breitet sich rasant aus – mehr als 19 Hektar betroffen.
  • Munitionsbelastung verhindert direkten Löscheinsatz; Kräfte beobachten von sicheren Wegen.
  • Rund 100 Einsatzkräfte aus Sachsen und Brandenburg vor Ort, Nachalarmierung läuft.
  • Drohne fiel wegen Hitze zeitweise aus; Einsatz eines gepanzerten Löschfahrzeugs geplant.
  • Vor einem Jahr größter Waldbrand seit Jahrzehnten in Sachsen, Ursache damals Selbstentzündung von Munition.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Fast genau ein Jahr nach einem verheerenden Waldbrand in der Gohrischheide an der Landesgrenze von Sachsen zu Brandenburg ist dort erneut ein Feuer ausgebrochen. Die Feuerwehr ist seit Samstag, 27. Juni 2026, bei schweißtreibenden Temperaturen um die 40 Grad Celsius im Großeinsatz.

Mehr als 200 Einsatzkräfte halten den Waldbrand in der Gohrischheide weiter in Schach. Bisher gebe es keine Bewegung, das Feuer habe sich nicht weiter ausgebreitet, sagte Raiko Riedel, Pressesprecher Feuerwehr Zeithain, am Sonntag, 28. Juni 2026.

Beim Brand in der Gohrischheide sind inzwischen zwei Löschhubschrauber im Einsatz. Das verbessere die Bekämpfung der einzelnen Brandherde deutlich, sagte Riedel auf Anfrage. Die Einsatzkräfte seien zuversichtlich, dass sich das Feuer auch bei aufkommendem Wind in Schach halten lasse. Am Boden ist zudem ein gepanzertes Löschfahrzeug in dem unwegsamen Gelände unterwegs. Tanklöschfahrzeuge sichern und wässern die Wege, um eine Ausbreitung zu verhindern.

Hohe Temperaturen erschweren Einsatz in der Gohrischheide

„Der Einsatz ist sehr schwierig und belastend“, erklärte Riedel. Die hohen Temperaturen machen nicht nur den Einsatzkräften zu schaffen. „Wir haben mittlerweile auch Technikausfälle.“ Mal streike ein Display oder falle eine Kabeltrommel aus. Für die Helfer von der Feuerwehr stehen viele Getränke bereit. „Allerdings nicht gekühlt, dafür fehlen die Kapazitäten“, so Riedel.

Das Feuer hatte sich am Samstagnachmittag entwickelt und schnell ausgebreitet. Erst vor einem Jahr hatte es in der Gohrischheide den größten Waldbrand seit Jahrzehnten in Sachsen gegeben.

Die Gohrischheide gilt wegen der dort im Boden liegenden Altmunition als besonders schwierig für Löscharbeiten. (Archivbild)

Sebastian Kahnert/dpa

Am Sonntagmorgen war den Angaben zufolge eine Fläche von knapp 16 Hektar abgebrannt. Das hatten neue Messungen ergeben. Zuvor war von knapp 40 Hektar die Rede gewesen - das sei die Fläche, die von sicheren Wegen umgeben sei und innerhalb der es brenne, erklärte Zeithains Bürgermeister Mirko Pollmer (parteilos). Ortschaften waren zunächst nicht betroffen.

Facht der Wind das Feuer in der Gohrischheide an?

Sorge bereiten die für Sonntagnachmittag vorhergesagten böigen Winde. Die Einsatzkräfte vor Ort hoffen daher auf Regen für eine Entspannung. „Nur müssen wir die Zeit bis dahin überbrücken und das Feuer in dem eingegrenzten Bereich halten.“ In Sachsen herrschen derzeit große Hitze und Trockenheit. Im Laufe des Tages sollen nach der Vorhersage des Deutschen Wetterdienstes starke Gewitter aufziehen.

Der Brand war nach Angaben Pollmers am Samstag gegen 15 Uhr auf der belasteten Fläche im Bereich des ehemaligen Flugfeldes und nördlich der früheren Bunkeranlage ausgebrochen. Dort habe es bereits 2022 einen größeren Brand gegeben. Auf der Fläche gebe es wegen des vorherigen Brandes viel Totholz. Außerdem sei dort hüfthohes Gras gewachsen, das sehr trocken sei. Die Brandlast sei hoch, sagte Pollmer.

Die Gohrischheide gilt wegen der dort im Boden liegenden Altmunition als besonders schwierig für Löscharbeiten. Teile des Naturschutzgebietes auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz können von Feuerwehrkräften wegen der Explosionsgefahr nicht betreten werden.

Rund 100 Einsatzkräfte aus Sachsen und Brandenburg waren zunächst am Samstag im Einsatz. Es wurde ständig nachalarmiert. Zudem war ein gepanzertes Löschfahrzeug auf dem Weg in die Gohrischheide. Ob auch Löschhubschrauber eingesetzt werden können, war noch nicht klar, so Pollmer.

Die Feuerwehr konnte das Feuer wegen der Munitionsbelastung zunächst nicht direkt bekämpfen. „Eine aktive Brandbekämpfung durch unsere Kameraden ist erneut nicht möglich, aufgrund der Munitionsbelastung“, sagte Pollmer. Die Einsatzkräfte stünden stattdessen an munitionsfreien Wegen und beobachteten die Ausbreitung des Feuers.

Vor einem Jahr größter Waldbrand seit Jahrzehnten

Erst vor einem Jahr hatte sich in der Gohrischheide ein verheerender Waldbrand entwickelt. Er war am 1. Juli 2025 ausgebrochen. Erst knapp zwei Wochen später gab die Feuerwehr Entwarnung. Die Forstverwaltung stufte das Feuer als größten Waldbrand der vergangenen Jahrzehnte in Sachsen ein. Rund 2400 Hektar und damit mehr als drei Viertel des Naturschutzgebietes waren betroffen. Ermittlungen ergaben, dass das Feuer durch Selbstentzündung von Munition im Boden entstanden war.

Zeithains Bürgermeister Pollmer sagte, die Situation der wiederholten Waldbrände in der Gohrischheide sei „sehr unbefriedigend“. Wie in den Vorjahren könne die Feuerwehr nicht aktiv an das Feuer ran, „weil wir keine geschützte Technik haben“.

Nach dem Großfeuer im Jahr 2025 war erneut politisch diskutiert worden, ob das Gebiet von der Munition befreit werden kann. Eine vollständige Räumung sei aus Kostengründen unmöglich, hieß es. Die Räumung eines Hektars kostet demnach etwa eine Million Euro.