Hubschrauber abgestürzt
: Bundeswehr-Helikopter stammt aus Holzdorf – mindestens zwei Tote

UPDATE 30.7. 6.39 Uhr: Paddler finden Trümmer im Fluss Mulde bei Grimma. Ein Helikopter der Bundeswehr aus Holzdorf auf einem Übungsflug ist abgestürzt. Jetzt herrscht auch traurige Gewissheit über Todesopfer.
Von
dpa
Grimma
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Hubschrauber in Sachsen abgestürzt: 29.07.2025, Sachsen, Grimma: Ein Hubschrauberg treibt in der Nähe von Grimma in Sachsen in einem Fluss. Ein Helikopter ist in der Nähe von Grimma in Sachsen in einen Fluss gestürzt. Zu Opfern sei bisher nichts bekannt, sagte ein Sprecher des Kreisfeuerwehrverbands Landkreis Leipzig. Zuvor hatte die «Leipziger Volkszeitung» berichtet. Foto: Sören Müller/Medienportal-Grimma/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Ein Hubschrauber ist in der Nähe von Grimma (Sachsen) in den Fluss Mulde gestürzt.

Sören Müller/Medienportal-Grimma/dpa
  • Hubschrauber stürzt in die Mulde bei Grimma, genaue Umstände noch unklar.
  • Trümmer gegen 12 Uhr von Paddlern entdeckt, Kerosin tritt vor Ort aus.
  • Flugsicherung meldete Hubschrauber zwischen 10 und 10:30 Uhr als vermisst.
  • „Bild“: Bundeswehr vermisst Helikopter und Piloten – keine Bestätigung vom Verteidigungsministerium.
  • Rund 50 Einsatzkräfte vor Ort, Bergung des Wracks und Eindämmung des Kerosins laufen.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die verstörende Entdeckung machen Paddler auf der Mulde in Sachsen: Mitten im Fluss liegen Trümmerteile. Wie ein Wal aus Blech ragt ein dunkles Ungetüm halb aus dem Wasser, so zeigen es Bilder vom Fundort.

Die Feuerwehr des sächsischen Landkreises südöstlich von Leipzig ist schnell vor Ort und bestätigt: Es handelt sich um einen Hubschrauber. Wenig später teilt das Bundesverteidigungsministerium offiziell mit, dass ein Helikopter im Flugbetrieb der Bundeswehr auf einem Übungsflug abgestürzt sei. Am Abend herrscht dann traurige Gewissheit: Mindestens zwei Besatzungsmitglieder sind ums Leben gekommen, wie Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) nach einem Besuch an der Unglücksstelle erklärte. Ein weiteres Besatzungsmitglied werde noch vermisst, nach ihm werde auch am Mittwoch (30. Juli) gesucht.

Bundeswehr-Hubschrauber stammt aus Holzdorf

Die Besatzung gehörte laut Pistorius zum Hubschraubergeschwader 64 aus Holzdorf auf der Grenze zwischen Sachsen-Anhalt und Brandenburg. Holger Neumann, Inspekteur der Luftwaffe, sprach von einem schwarzen Tag für die Luftwaffe. Die sehr erfahrene Besatzung sei um 9.00 Uhr zu einem Trainingsflug gestartet, um 11.30 Uhr sei der Hubschrauber als vermisst gemeldet worden.

Bundeswehr richtet Sicherheitsbereich und Flugverbotszone ein

Die Absturzstelle im Ortsteil Bahren der Stadt Grimma wird am Mittag rasch zum militärischen Sicherheitsbereich erklärt und weiträumig abgesperrt. Durch den ländlichen Ort fahren Polizei und die örtliche Feuerwehr auf - auf einem Fahrzeug ist auch ein Schlauchboot zu sehen. Die Bundeswehr kommt ebenfalls mit etlichen Fahrzeugen, darunter auch Sanitäter. Pistorius spricht am Abend von rund 200 Einsatzkräften.

Hubschrauber der Bundeswehr stürzt in Fluss: 29.07.2025, Sachsen, Grimma: Polizisten sperren im Ortsteil Bahren eine Straße ab, während im Vordergrund ein Schild mit der Aufschrift „Militärischer Sicherheitsbereich steht. Foto: Birgit Zimmermann/dpa-Zentralbild/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Polizisten sperren im Ortsteil Bahren eine Straße ab. Nach dem Absturz eines Bundeswehr-Hubschraubers wurde ein Sicherheitsbereich eingerichtet.

Birgit Zimmermann/dpa-Zentralbild/dpa

Journalisten kommen an die Fundstelle nicht mehr heran. Der Ort wird im Umkreis von zwei nautischen Meilen - das sind rund 3,7 Kilometer - auch zur Flugverbotszone erklärt, so dass keine Drohnen fliegen dürfen. Feuerwehr, Polizei und die Stadt Grimma verweisen bei Anfragen alle auf das Bundesverteidigungsministerium, das bei Zwischenfällen mit Militärangehörigen zuständig ist.

Das Ministerium sondiert in den ersten Stunden erst einmal die Lage. Kräfte der Bundeswehr seien vor Ort, um Rettungs- oder Ermittlungstätigkeiten aufzunehmen, sagt eine Sprecherin.

Klar ist nach Angaben eines Feuerwehrsprechers, dass der Helikopter am Dienstagvormittag von den Schirmen der Flugüberwachung verschwunden ist. Gegen Mittag meldeten dann die Paddler die Trümmerteile und lösten den Rettungseinsatz aus.

Große Mengen Kerosin ausgetreten

Vor Ort seien große Mengen Kerosin ausgetreten, das Wrack liege mittig im Fluss und sei schwer zugänglich, sagt der Feuerwehrsprecher der Deutschen Presse-Agentur. Vor Ort seien die Einsatzkräfte damit beschäftigt, das Kerosin aufzufangen. Unter den Feuerwehrleuten ist nach Angaben der Stadt Grimma auch Oberbürgermeister Tino Kießig. Er sei im Einsatz, sagt eine Sprecherin.