Tödlicher Angriff bei Leipzig
: Nach Tiger-Ausbruch dauern die Ermittlungen an

Nach dem tödlichen Angriff eines Tigers in Leipzig dauern die Ermittlungen gegen die Halterin des Tieres weiter an. Was ihr vorgeworfen wird.
Von
dpa
Leipzig
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Ausgebrochener Tiger: ARCHIV - 18.05.2026, Sachsen, Schkeuditz: Ein Werbetransparent mit Tigerfotos hängt am Tor zu dem Gelände, wo Tiger gehalten werden. (zu dpa: «Ermittlungen zum tödlichen Tigerausbruch dauern an») Foto: Heiko Rebsch/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Bei Leipzig war ein Tiger aus privater Haltung entkommen und später erschossen worden. Ein Pfleger wurde bei dem Angriff des Tieres getötet. Nun laufen die Ermittlungen gegen die Halterin. (Archivbild)

Heiko Rebsch/dpa
  • Ermittlungen gegen die Tigerhalterin laufen weiter – Ergebnis und Zeitpunkt sind offen.
  • Verdacht: fahrlässige Tötung durch Unterlassen nach Ausbruch bei Leipzig.
  • Der Tiger entkam am 17. Mai in Dölzig; ein 72-jähriger Helfer starb nach Bissverletzungen.
  • Die Polizei erschoss das Tier nahe einer Kleingartenanlage. Eine Obduktion bestätigte die Todesursache.
  • Sechs Tiger wurden nach Spanien gebracht, zwei verbleiben unter Aufsicht im Gehege in Dölzig.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Fünf Monate nach dem tödlichen Ausbruch eines Tigers aus einer privaten Haltung bei Leipzig ermittelt die Staatsanwaltschaft weiter gegen die Besitzerin. Es sei derzeit noch nicht absehbar, wann und mit welchem Ergebnis die Ermittlungen beendet sein werden, teilte Behördensprecherin Vanessa Fink auf Anfrage mit. Der Verdacht gegen die Tigerhalterin, eine ehemalige Dompteurin, lautet auf fahrlässige Tötung durch Unterlassen.

Der Tiger war am 17. Mai aus dem Gehege in Dölzig bei Leipzig entkommen. Dabei wurde ein 72 Jahre alter Helfer schwer verletzt. Der Mann starb im Juli in einem Krankenhaus. Eine Obduktion ergab, dass sein Tod auf die erlittenen Bissverletzungen zurückzuführen sei.

Der entlaufene Tiger wurde von der Polizei kurz nach dem Ausbruch in der Nähe einer Kleingartenanlage erschossen.

Nach Angriff bei Leipzig: Behörden lassen sechs Tiger wegbringen

Die frühere Zirkusartistin hatte in der Anlage unweit einer Autobahn insgesamt neun Tiger untergebracht. Das zuständige Landratsamt Nordsachsen stufte die Haltungsbedingungen als unzulässig ein: Das Areal sei für die Anzahl der Tiere zu klein gewesen. Nach wochenlangen Diskussionen ließen die Behörden schließlich sechs Tiger in eine Auffangstation nach Spanien bringen.

Die Besitzerin hat die Wegnahme der Tiger in Statements auf ihrer Internetseite scharf kritisiert. „Meine Tiger mussten für mich vor ihrem Leben bei mir nicht ‚gerettet‘ werden“, heißt es dort. „Sie wurden artgemäß und tiergerecht gehalten. Auflagen wurden erfüllt. Die Haltung war fachlich begutachtet worden.“ Zudem habe sie mehrfach erklärt, dass sie aus ihrer Sicht keine Schuld für den Ausbruch mit den tödlichen Folgen trage.

Landratsamt wartet Ausgang der Ermittlungen ab

Inzwischen leben noch zwei Großkatzen in dem Gehege in Dölzig – unter besonderer Beobachtung der Behörden. „Selbstverständlich beobachtet und prüft das Landratsamt weiterhin aufmerksam die Haltungsbedingungen und damit verbunden das Wohl der Tiere, um gegebenenfalls einschreiten zu können“, teilte der Beigeordnete des Landkreises Nordsachsen, Eckhard Rexroth, mit.

Auch die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft würden verfolgt. Ob sich daraus weiterer Handlungsbedarf ergebe, könne zum jetzigen Zeitpunkt nicht gesagt werden.